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Die Zeichnung ist in flüssigen Tintenstrichen ausgeführt und sorgfältig laviert. Wer der Riss gezeichnet hat, kann heute nicht mehr bestimmt werden.
In der Sammlung Wyss im Bernischen Historischen Museum wird ein in der Komposition ähnlicher Scheibenriss aufbewahrt mit dem Wappen Iselin und leerem Wappenschild in einem Lorbeerkranz umgeben von Engelkindern, welche die vier Jahreszeiten versinnbildlichen (BHM 20036.455, SR_13). Die Zeichnung ist allerdings nicht laviert. Dagegen weist sie wie das vorliegende Blatt Eigentumsvermerke des Monogrammisten IM und Hans Rudolf Landos auf.
Auf dem vorliegenden Scheibenriss findet sich eine erste Beischrift "In Zofingen 1602" in dunkelgrauer Tinte zwischen den beiden leeren Wappenschilden. Sie ist visuell nicht von den Tintenstrichen der Zeichnung zu unterscheiden. Dieselbe Beischrift findet sich im oben erwähnten Scheibenriss in der Sammlung Wyss sowie auf dem Scheibenriss mit zwei Reitern auf dem Pferd im British Museum in London (Inv. 1899,0120.52, SR_33). Auf allen drei Blättern ist in schwarzer Tinte das Monogramm "IM" hinzugefügt worden, das sich leicht vom Rest der Zeichnung abhebt. Das Monogramm ist auf beiden Zeichnungen mit hellbrauner Tinte durchgestrichen worden. Es findet sich auf drei weiteren Blättern, die Lando erworben hat (Bernisches Historisches Museum, 20036.339, BE_4883 und 20036.469, SR_14; Österreichische Nationalbibliothek, LAV X/96/2041, SR_22). Die sechs Blätter aus dem ehemaligen Besitz des Monogrammisten IM bilden stilistisch, wie Hasler (1996/1997, 2. Bd., S. 241) festhält, keine Einheit. Auf dem vorliegenden Blatt sind die beiden Beischriften nah beieinander geschrieben worden, dennoch lässt sich visuell einen Unterschied erkennen, so dass die Vermutung zulässig ist, dass diese beiden Beischriften zu unterschiedlichen Zeiten entstanden sind. Das Monogramm wurde ausserdem in derselben Tintenfarbe durchgestrichen, wie der in der Kartusche angebrachte Vermerk von Hans Rudolf Lando. Es kann daher davon ausgegangen werden, wie bereits Hasler (1996/1997, 2. Bd., S. 241) bemerkt hat, dass Lando das Monogramm IM durchgestrichen hat, und zwar, um den früheren Besitzer zu tilgen (Gartenmeister, 2019, S. 59). Das Monogramm IM ist folglich ebenfalls als Besitzerzeichen zu identifizieren und nicht als Künstlersignatur. Lando kaufte die Zeichnung, wie die Beischrift besagt, in Schaffhausen am 20. Februar 1605. Zu diesem Zeitpunkt kaufte er insgesamt fünf Risse beim Monogrammisten IM, sowie ein weitere bereits am 11. November 1604 (Bernisches Historisches Museum, 20036.339, BE_4883). Die Beischrift "In Zofingen" ist entweder auf die Entstehung des Scheibenrisses zurückzuführen oder aber auch auf den Kaufort. Sicherlich ist davon auszugehen, dass sich das Blatt 1602 in Zofingen befunden hat und wohl dort in den Besitz des Monogrammisten IM überging. Aus den Beischriften auf diesen sechs Blättern lässt sich schliessen, dass der Monogrammist IM 1602 in Zofingen, 1604 in Freiburg im Breisgau und von November 1604 bis spätestens Februar 1605 in Schaffhausen weilte (Gartenmeister, 2019, S. 60). Weiter ist festzuhalten, dass Lando bereits im November 1604 in Schaffhausen weilte und bei zwei Gelegenheiten Blätter beim Monogrammisten "IM" kaufte.
Datation
vor 1602
Période
1580 – 1602