Forschung
Die Beischrift links der beiden leeren Wappenschilde belegt, dass der Berner Glasmaler Hans Rudolf Lando das Blatt am 20. Februar 1605 in Schaffhausen erworben hat. In der gleichen Tintenfarbe wie der Kaufvermerk ist das Monogramm IM (in schwarzer Tinte) rechts der Wappenschilde durchgestrichen worden. Darüber ist die Aufschrift "In Zoffingen 1602" lesbar. Es handelt sich hierbei um das Monogramm des früheren Besitzers, das von Lando beim Kauf durchgestrichen wurde (Gartenmeister, 2019, S. 59). Dieses Vorgehen ist auch auf fünf weiteren Blättern nachweisbar. Drei stammen aus der Sammlung Wyss und werden im Bernischen Historischen Museum aufbewahrt (BHM 20036.455, SR_15; BHM 20036.339, BE_4883 und BHM 20036.469, SR_14). Das vierte befindet sich heute in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien (LAV X/96/2041, SR_22) und das fünfte im Schweizerischen Nationalmuseum in Zürich (AG 12024, BE_2303). Bei allen wurde das Monogramm IM später von Hans Rudolf Lando beim Erwerb des jeweiligen Blattes in Schaffhausen durchgestrichen. Es ist Hasler beizupflichten, dass Lando mit diesem Vorgehen nicht etwa den Zeichner des Entwurfs, sondern den Vorbesitzer tilgte (Gartenmeister, 2019, S. 59; Hasler, 1996/1997, 2. Bd., S. 241). Die sechs Blätter aus dem ehemaligen Besitz des Monogrammisten IM bilden stilistisch, wie Hasler festhält, keine Einheit. Darüber hinaus ist, wie Hasler weiter ausführt, die Entstehung der Scheibenrisse in Schaffhausen nicht gesichert. Wie die Beischrift auf dem vorliegenden Riss „in Zofingen“ belegt, muss sich das Blatt 1602 in Zofingen befunden haben, wo es in den Besitz des Monogrammisten überging. Dis gilt auch für den Scheibenriss mit Wappen Iselin in der Sammlung Wyss (BHM 20036.455, SR_13) und dem Blatt mit zwei leeren Wappenschilden im Schweizerischen Nationalmuseum (AG 12024, BE_2303). Ein weiteres Blatt aus dieser Sammlung hat sich laut Beischrift 1604 jedoch in Freiburg im Breisgau befunden (BHM 20036.469, SR_14). Aus den Beischriften auf diesen fünf Blättern lässt sich schliessen, dass der Monogrammist IM 1602 in Zofingen, 1604 in Freiburg im Breisgau und November 1604 bis spätestens Februar 1605 in Schaffhausen weilte (Gartenmeister, 2019, S. 60).
Wer den Riss gezeichnet hat, kann heute nicht mehr bestimmt werden.
In der Sammlung Wyss im Bernischen Historischen Museum wird ein Scheibenriss mit zwei aufeinander zureitenden Stiftern aufbewahrt, der Hans Rudolf Lando zugeschrieben wird (BHM 20036.164, BE_2123). Die beiden Pferde in ihrer Dynamik des Angriffs sind mit dem vorliegenden Riss vergleichbar, sodass letzterer Lando womöglich als Inspiration gedient haben könnte (Gartenmeister, 2019, S. 69).
Datierung
vor 1602
Zeitraum
1580 – 1602