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TG_89: Runde Allianzwappenscheibe Sigmund Bornhauser und Ursula Bolthauser (Boldtschusser)
(TG_Weinfelden_Rathaus_TG_89)

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Titel

Runde Allianzwappenscheibe Sigmund Bornhauser und Ursula Bolthauser (Boldtschusser)

Art des Objekts
Künstler*in / Hersteller*in
Spengler, Wolfgang · signiert
Datierung
1682
Masse
ca. 15.8 cm im Licht
Standort
Lage
2. OG, Gerichtssaal
Inventar

Ikonografie

Beschreibung

Vor farblosem Grund stehen die beiden Allianzwappen unter einem Inschriftband mit Spruch. Am unteren Rand ist die Stifterinschrift angebracht.

Iconclass Code
46A122(BOLTHAUSER) · Wappenschild, heraldisches Symbol (BOLTHAUSER)
46A122(BORNHAUSER) · Wappenschild, heraldisches Symbol (BORNHAUSER)
Iconclass Stichworte
Heraldik

Wappen Sigmund Bornhauser: In Blau über grünem Schildfuss ein silbernes, rotbedachtes Haus, überhöht von aufrechtem goldenem Küferhammer, zwei gekreuzten goldenen Hölzern und zwei goldenen Sternen; Helm: silbern; Helmdecke: blau und golden; Helmzier: ein wachsender Mann in von Blau und Gold gespaltenem Gewand, in der Rechten einen goldenen Küferhammer, in der Linken ein silbernes, rotbedachtes Haus haltend. Wappen Bolthauser, Ursula: In Blau ein oben golden brennendes rotes Herz, durchbohrt von zwei gekreuzten, golden geschäfteten silbernen Pfeilen; Helm: silbern; Helmdecke: blau, rot und golden; Helmzier: ein wachsender Mann in von Gold und Blau gespaltenem Gewand, in der Rechten ein kreuzweis von zwei silbernen Pfeilen durchbohrtes rotes Herz und in der Linken ein grünes Kleeblatt haltend.

Inschrift

Sigmundt Bornhau[s]er / Bu[r]ger Zue Weinfeldten Vnd / Vrs[u]lla Boldtschusser[i]n sein / E[he]frauw Ao 16[82] (in eckigen Klammern die durch Sprungbleie verdeckten Teile) Ich pflantze den wein, mach d'fesser dar[zu]e / in Essen vnd Trinckhen halt Ruoch darzue

Signatur

W.SP. in Cost

Technik / Zustand

Erhaltungszustand und Restaurierungen

Einige kleine Klarglasergänzungen entlang des Randes; mehrere Sprungbleie.

Technik

Monolithscheibe aus farblosem Glas; Bemalung mit Schwarzlot, Silbergelb, Eisenrot sowie blauer und grüner Schmelzfarbe.

Entstehungsgeschichte

Forschung

Sigmund Bornhauser (18.8.1639–15.3.1687) aus Weinfelden war Küfermeister im Breitenhart. Vor 1678 in die Schützengesellschaft von Weinfelden eingetreten, betätigte er sich als eifriger Schütze. Am 23. November 1668 heiratete er in Weinfelden die von dort stammende Ursula Bolthauser (1643–1707), die ihm zwischen 1671 und 1680 vier Töchter schenkte (Brüllmann, 1947, S. 181; Bornhauser, 1925). Die Stiftung Sigmund Bornhausers in das Schützenhaus von Weinfelden ist in dem 1682 von Schützenmeister Hans Jakob Düssli erstellten Protokoll folgendermassen vermerkt: “M. Sigmund Bornhauser, Küefer und Sebastian Renhardt, Wachtmeister, verehrend sambt ihren und der Frauwen Wappen ein Fenster” (Brüllmann, 1947, S. 181). Bornhauser verehrte das betreffende Fenster demnach zusammen mit dem Weinfelder Wachtmeister Sebastian Renhart. Dessen ursprünglich darin gemeinsam mit dem Glasgemälde Bornhausers integrierte runde Allianzwappenscheibe ist allerdings nicht mehr vorhanden. Bornhauser ist auch auf der 1682 von der Schützengesellschaft bei Spengler in Auftrag gegebenen Scheibe (TG_79) mit seinem Wappen vertreten.

Der 1682 erfolgte Neubau des Weinfelder Schützenhauses bot Anlass zu zahlreichen Fenster- und Wappenstiftungen. Dies belegt das vom damaligen Schützenmeister Hans Jakob Düssli angelegte Protokoll, worin dieser insgesamt sechzehn 1682 dorthin verehrte Fenster mit Angabe ihrer Stifter verzeichnete. Wie daraus hervorgeht, schenkte jedes Mitglied der Musketenschützengesellschaft allein oder mit einem Kollegen ein Fenster mit seinem Wappen in deren neues Haus. Die meisten der Stifter finden sich mit ihrem Wappen auch auf dem Glasgemälde, das die Gesellschaft für dort anfertigen liess (TG_79). Als Schöpfer der 1682 entstandenen Scheibenfolge für das Weinfelder Schützenhaus ist Wolfgang Spengler bezeugt. Seine Signatur zeichnet die meisten der zum Zyklus zählenden Werke aus. Laut der von der Schützengesellschaft aus dem Jahre 1682 erhaltenen Rechnung wurden die betreffenden Scheiben zu 5 Batzen pro Stück in dessen Konstanzer Werkstatt hergestellt und gebrannt (Brüllmann, 1947, S. 177f., Anm. 3; Lei, 1983). Weil der Zyklus mehrheitlich kleine Rundscheiben mit einem oder zwei Stifterwappen umfasst, muss sich der Stückpreis von 5 Batzen auf diese beziehen. Für die beiden den Zyklus vervollständigenden grossen rechteckigen Glasgemälde, welche die Schützengesellschaft selbst (TG_79) sowie Zürichs Obervogt Hans Kaspar Hirzel (TG_1457) bei Spengler in Auftrag gaben, wird dieser hingegen bestimmt mehr verlangt haben. Dank Düsslis Protokolleinträgen kennt man ebenfalls die Stifter jener 1682 ins Weinfelder Schützenhaus gelangten (wahrscheinlich durchwegs runden) Wappenscheiben, die heute verschollen sind. Je eine Wappengabe machten demnach auch Hans Konrad Müller und Hans Keller, Stefan Müller und seine Frau Katharina Häberli, Ulrich Mästinger und seine Gemahlin, Daniel Reinhart (Rennhart) und Sigmund Bornhauser, Sebastian Reinhart (Rennhart) und seine Frau sowie Tobias und Adrian Lenzinger (Brüllmann, 1947, S. 180 [Nr. 7], 181 [Nrn. 11, 12, 13], 182 [Nr. 15]). In späterer Zeit wurde das Schützenhaus von 1682 mehrmals erneuert und verlegt. Wann genau der Scheibenzyklus von dort entfernt wurde, ist ungewiss. Heute sind davon noch zwölf Scheiben im Rathaus Weinfelden ausgestellt. Bis 1947 befanden sich elf dieser zwölf Scheiben im dortigen Schützenhaus im Hau (vgl. dazu TG_82). Bei der Aufgabe ihres 1682 erbauten Schützenhauses überführte die Gesellschaft den Zyklus beziehungsweise die davon noch erhaltenen Stücke demnach an ihren damals neu bezogenen Standort. 1947 gelangten dann die übrig gebliebenen Werke vom Schützenhaus im Hau in die Schützenstube des Hotels Bahnhof in Weinfelden und später von dort ins Rathaus.

Die Scheibe wird genannt in: Bornhauser, 1920, Fig. 101. Bornhauser, 1922, S. 34–36, 38, Fig. 20. Bornhauser/Bornhauser, 1925, S. 99, Abb. 11. Keller, 1931, S. 115f. Rickenmann, 1940, S. 45, Abb. Brüllmann, 1947, S. 177–184, Abb. 6. . Das Rathaus Frauenfeld, 1983, S. 39. Lei, 1983, S. 413. Holenstein, 2002, S. 39.

Datierung
1682
StifterIn

Bornhauser, Sigmund (1639–1687) · Bolthauser, Ursula, Weinfelden

Ursprünglicher Standort
Herstellungsort
Eigentümer*in

Gemeinde Weinfelden

Bibliografie und Quellen

Literatur

Bornhauser, K. (1920). Thurgauische Bauern- und Bürgerwappen. Schweizer Archiv für Heraldik, Bd. 34, Heft 2.

Bornhauser, K. (1922). Wappendenkmäler aus Weinfelden. Schweizer Archiv für Heraldik, Bd. 36, Heft 1–2.

Brüllmann, F. (26. Juni 1947). Die Wappenfensterstiftung ins neuerbaute Schützenhaus Weinfelden (1682). Weinfelder Heimatblätter – Thurgauer Tagblatt, Nr. 38, S. 177–184.

Holenstein, T. (2002). Geschichte der Schützengesellschaft Weinfelden 1552–2002. Frauenfeld: Huber & Co. AG, S. 39.

Keller, J.U. (1931). Chronik von Weinfelden. Eine Sammlung historischer Tatsachen und Ueberlieferungen (2. Aufl. mit Ergänzungen von F.W. Neuenschwander). Weinfelden: Neuenschwander'sche Buchdruckerei und Verlagsbuchhandlung.

Lei, H. (1983). Weinfelden. Die Geschichte eines Thurgauer Dorfes. Weinfelden: R. Mühlemann.

Das Rathaus Frauenfeld. Form, Aufgabe und Bedeutung im Laufe der Jahrhunderte (1983). Frauenfeld: Bürgergemeinde.

Rickenmann, J. (1940). Thurgauer Wappenbuch. Genf: Roto–Sadag AG.

Weiteres Bildmaterial

Amt für Denkmalpflege Thurgau

Bildinformationen

Name des Bildes
TG_Weinfelden_Rathaus_TG_89
Fotonachweise
© Vitrocentre Romont
Aufnahmedatum
2018
Copyright
© Stadt Weinfelden
Eigentümer*in

Gemeinde Weinfelden

Inventar

Referenznummer
TG_89
Autor*in und Datum des Eintrags
Rolf Hasler; Sarah Keller 2020