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BS_1: Bambino Gesu · Dem hl. Antonius erscheint das Jesuskind
(BS_Basel_Antoniuskirche_BS_1)

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Titre

Bambino Gesu · Dem hl. Antonius erscheint das Jesuskind

Type d'objet
Dimensions
1380 x 480 cm; 330 x 235 cm (Figurenfeld)
Artiste
Atelier
Datation
1927
Lieu
Emplacement
w VI
Projet de recherche
Auteur·e et date de la notice
Astrid Kaiser 2017; Christina Snopko 2026

Iconographie

Description

Die figürlichen Felder stellen die Erscheinung des Jesuskinds vor dem hl. Antonius dar. Der kniende Antonius sieht mit gefalteten Händen zu dem vor einer Gloriole stehenden Jesuskind hinauf. Auf der rechten Seite sehen drei Engel der Szene zu. Der unterste Engel kniet, der mittlere hält einen Kelch in den Händen und der oberste weist auf die Szene hin. Die ornamentale Verglasung (7/8 der Gesamtfläche) zeigt eine geometrische Komposition aus vorwiegend bläulichen Gläsern, die mit weissen Bändern und einigen gelben Tupfen belebt wird. Die ornamentale Rahmenverglasung setzt sich als Hintergrund in der Szene fort.

Code Iconclass
11G · anges
11H(ANTONY OF PADUA)342 · l'enfant Jésus apparaît à St Antoine de Padoue, qui embrasse l'enfant ou l'adore
Mot-clés Iconclass
Inscription

D.D. 1927 / A.E.RUEGG-STÄCHELIN (unten rechts der figürlichen Felder)

Signature

HANS STOCKER (unten links, unter dem linken Fuss des Heiligen)
[Joseph?] Lipps / [???] (unten links der figürlichen Felder)

Matériaux, technique et état de conservation

Matériaux

Glas, Bleirute, Schwarzlot

Technique

Bleiverglasung, Antikglas, Schwarzlot. Ursprüngliche Korrekturen mit Ölfarben (Christ, 1991, S. 130).

Etat de conservation et restaurations

Alle Fenster der Antoniuskirche wurden anlässlich der globalen Renovationsarbeiten des Baues, die zwischen 1981 und 1991 stattfanden, ausgebaut und gereinigt. Die Verbleiung wurde vollkommen ersetzt, weil sie viele Risse vorwies; gesprungene Gläser wurden geklebt; ursprüngliche Korrekturen in Ölfarbe wurden, wenn nötig, mit Paraloid gefestigt (Christ, 1991, S. 130). Der schwer lesbare Name Lipps, der unten links der figürlichen Felder steht, verweist höchstwahrscheinlich auf einen Glasmaler, der einmal bei diesem Fenster Restaurierungsarbeiten durchgeführt hat.

Historique de l'oeuvre

Recherche

Das Fenster befindet sich auf der Evangelienseite der Kirche (Westwand, gegen den Hof) und ist das erste links vom Eingang. Auf der gegenüberliegenden Seite ist das Fenster von Otto Staiger eingelassen, das Jesus als Kinderfreund zeigt. Die Treppe zur Tribüne verhindert eine Gesamtansicht der Verglasung. Sieben Achtel des Fensters bestehen aus einer ornamentalen Rahmenverglasung.
Es handelt sich um das erste Fenster von Hans Stocker, das er für die Antoniuskirche angefertigt hat. Der Ausführungskarton ist im Aufsatz von Georg Schmidt abgebildet (Schmidt, 1927, S. 137). Im März 1927 wurde der Entwurf, nachdem die Auftraggeber den Karton bis ins Detail korrigiert haben, schlussendlich genehmigt (Christ, 1991, S. 90–91). Die starke Stilisierung und die Monumentalisierung schreckten vor allem den Klerus auf. Zwischen dem Entwurf und dem Glasfenster hat sich bei der figürlichen Szene nicht viel geändert, bei der ornamentalen Verglasung hingegen hatte Hans Stocker geplant, ein Stern-Motiv hineinzuflechten, das bei der Ausführung nicht übernommen wurde.

Im Rahmen der Arbeit an den Fenstern der Antoniuskirche ist das Probefeld (VMR_90) von Staiger entstanden, sehr wahrscheinlich als 1926 von beiden Künstlern ein ausgeführtes Teilstück eines Figurenfeldes zusammen mit den Entwürfen verlangt wurde.
Die Existenz eines weiteren Glasbildes aus dem Zusammenhang mit der Antoniuskirche wird durch einen Brief von Hans Jaeger an Pierre Fasel vom 7.12.1982 (Archiv des Vitromusée Romont) belegt: Die Glasmalerei von Stocker, gemäss Jaeger im Basler Privatbesitz, stammt aus der Antoniuskirche und zeigt einen Christuskopf. Es war auf Wunsch des Bischofs ausgewechselt worden.

Der 1926 schweizweit ausgeschriebene Wettbewerb mit dem Pariser Maurice Denis in der Jury stellte einen erstaunlichen Vorgang nach dem Wagnis des Kirchenbaus dar. Das Unterfangen der Verglasung dauerte insgesamt mehr als vier Jahre – vom Ausschreibungsbeginn am 2. März 1926, über den Eingabetermin des Wettbewerbs am 15. Juni 1926 bis zur Installation des letzten Glasgemäldes im Juni 1930 (Christ, 1991, S. 89; Anselmetti, 1983a, S. 39–40). Im Anschluss an den Wettbewerb setzte eine langwierige Phase der Entwurfsfindung und -überarbeitung ein, in der die beteiligten Gremien – namentlich die Baukommission sowie Vertreter der Diözese und der römisch-katholischen Kirche – die Konzeptionen von Staiger und Stocker wiederholt kritisch hinterfragten und weitreichende Korrekturen einforderten. Die beiden Künstler konnten während dieser nicht immer einfachen Zeit auf die Unterstützung von wichtigen Persönlichkeiten wie Robert Hess und dem Architekten Karl Moser zählen.
Die insgesamt zwölf monumentalen Glasgemälde, elf figürliche und ein abstraktes, stehen exemplarisch für die Moderne und gelten heute als Schlüsselwerke der Glasmalerei des 20. Jahrhunderts.

Erwähnt in:
Schmidt, 1927, S. 161–162 (Abb. der Entwürfe S. 136–137).
Hess, 1928/1929, S. 75–83.
Hess, 1944, S. 74 (Abb. S. 74, 75).
Anselmetti, 1983a.
Anselmetti, 1983b, S. 355–358.
Christ et al., 1991.
Huber, 1993, S. 504–506 (Abb. 505).
Möhle, 2025, S. 360.

Datation
1927
Commanditaire / Donateur·trice

A. E. Ruegg-Stächelin

Lieu de production

Provenance

Propriétaire

Römisch-katholische Pfarrei St. Anton, Basel

Bibliographie et sources

Bibliographie

Anselmetti, R. (1983a). Die Glasfenster der Antoniuskirche in Basel [Lizentiatsarbeit]. Universität Basel.

Anselmetti, R. (1983b). Die Glasfenster der Antoniuskirche in Basel. Unsere Kunstdenkmäler: Mitteilungsblatt für Mitglieder der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, 34(3), 355–358.

Christ, D., Doppler, T., Ganter, T., Huber, D., Ristic, V., Strebel, E. & Wyss, A. (1991). Die Antoniuskirche in Basel. Basel: Birkhäuser Verlag.

Hess, R. (1928/1929). Die Glasmalereien der neuen Antoniuskirche in Basel. Jahrbuch des Verbandes der Renaissance-Gesellschaften, 7, 75–83.

Hess, R. (1944). Neue Glasmalerei in der Schweiz. Das Werk. Architektur und Kunst, 31(3), 69–77. http://doi.org/10.5169/seals-24985.

Huber, D. (1993). Die Antoniuskriche in Basel. Unsere Kunstdenkmäler: Mitteilungsblatt für die Mitglieder der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, 44(4), 504–507. Doi: http://doi.org/10.5169/seals-393946.

Möhle, M. (2025). Das Stadtdenkmal Basel. Bern: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte.

Schmidt, G. (1927) Die Antoniuskirche in Basel: Architekten Karl Moser (Zürich), und G. Doppler & Sohn. Das Werk. Architektur und Kunst, 14(5), 131–138 u. 161–162. http://doi.org/10.5169/seals-86268

Informations sur l'image

Nom de l'image
BS_Basel_Antoniuskirche_BS_1
Crédits photographiques
© Kantonale Denkmalpflege Basel-Stadt (Foto: Erik Schmidt, Basel)
Date de la photographie
1988
Copyright
© Rechteinhaber; © Römische Katholische Kirche Basel-Stadt und Pfarrei St. Anton

Proposition de citation

Kaiser, A., & Snopko, C. (actualisé) (2026). Bambino Gesu · Dem hl. Antonius erscheint das Jesuskind. Dans Vitrosearch. Consulté le 17 février 2026 de https://vitrosearch.ch/objects/2505141.

Informations sur l’enregistrement

Numéro de référence
BS_1