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BE_7002: Riss zu ovaler Wappenscheibe Zehender (Zehnder)
(ZH_Zuerich_ZentralbibliothekZuerich_BE_7002)

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Titel

Riss zu ovaler Wappenscheibe Zehender (Zehnder)

Art des Objekts
Masse
23.4 x 19.2 cm (oval)
Künstler:in / Hersteller:in
Datierung
1600
Standort
Inventarnummer
A III 1
Forschungsprojekt
Autor:in und Datum des Eintrags
Marion Gartenmeister 2023

Ikonografie

Beschreibung

In einem ovalen Rahmen steht das Vollwappen Zehender (Zehnder) auf einem Podium. Es wird von einem Rollwerkrahmen eingefasst, der nur in der linken Blatthälfte mit Ornamenten ausgefüllt ist. Auf dem Podium als Teil der Rahmung stehen zwei Putti. In zwei Kartuschen über ihnen sind sie Beschriftet: Fides (Glaube) und Spes (Hoffnung).
Vor dem Podium ist die Inschriftenkartusche mit späteren Eigentumsvermerken und der Künstlersignatur angebracht.

Iconclass Code
46A122 · Wappenschild, heraldisches Symbol
92D1916 · Amoretten, Putten; amores, amoretti, putti
Iconclass Stichworte
Heraldik

Wappen Zehender (Zehnder): [in Rot] ein [goldene] Garbe; Helmzier: ein Frauenrumpf

Inschrift

FIDES / SPES (in der Rahmung in schwarzer Tinte)
HJDüntz 1600 (in der Inschriftenkartusche unten in grauer Tinte)
HRLando / 1605 / Ludwig Koch / Zähender (in dunkelbrauner Tinte) / sr? (in Hellbraun)
Wappen / Zähnder (auf der Rahmung der Inschriftenkartusche in schwarzer Tinte) nicht lesbar.
Scheibenrisse Hans Jakob Düntz Bern (verso, handschriftliche Notiz auf dem Passepartout)

Signatur

HJDüntz

Materialien, Technik und Erhaltungszustand

Technik

Feder in Schwarz, in Grautönen laviert

Erhaltungszustand und Restaurierungen

Wasserzeichen nicht bestimmt.
Horizontalknick. Blatt auf eine blaue Unterlage kaschiert.
Blatt verbräunt und fleckig. Fleck oben in der Mitte, Fehlstellen an den Blatträndern. Unten grösserer Riss und Fehlstelle.

Entstehungsgeschichte

Forschung

Eine vergleichbare Komposition mit dem Wappen Zehender auf einem Podium in einer ovalen Rahmung mit zwei Putti zeigt ein Scheibenriss von Dünz in derselben Sammlung (Graphische Sammlung der Zentralbibliothek Zürich, A III 4, BE_2277). Bei letzterem hat Speich vermutet, dass es sich um einen Entwurf für die männliche Wappenscheibe eines Doppelprojektes handeln könnte (Speich, 1984, S. 50). Der vorliegende etwas jüngere Riss kommt als Pendantstück wohl nicht in Betracht, da neben der zeitlichen Differenz, auch in den Eherodeln der Stadt Bern keine Ehe zwischen Kohler und Zehnder in den Jahren 1582 bis 1601 nachgewiesen werden kann (Tauf- und Eherodel, Nr. V).
Aus dem gleichen Jahr, wie der vorliegende Riss, stammt ein Entwurf für eine Allianzwappenscheibe Zehender, der ebenfalls von Dünz gezeichnet wurde. Der Riss aus der Sammlung Wyss wird im Bernischen Historischen Museum aufbewahrt (BHM 20036.761; Hasler, 1996/1997, 1. Bd., S. 298–299). Dort befindet sich überdies eine Wappenscheibe Samuel Zehender, die aus dem gleichen Zeitraum stammt (BHM 23899, BE_6450). Ursprünglich wurde die Scheibe wohl von Samuel Zehender (1577–1628) gestiftet, der 1616 Vogt zu Moudon, 1623 Zehntherr zu Rüfenacht und 1625 Vogt zu Romainmôtier war (Hasler & Keller, 2016). Jedoch sind auch mehrere Scheibenstiftungen seines Vaters, Marquard Zehenders (1542–1610) bekannt, darunter eine Wappenscheibe Abraham Bickharts von 1568 (Bernisches Historisches Museum BHM 22445, BE_873). Für den gleichen Stifter hat sich im Schweizerischen Nationalmuseum ein Scheibenriss von 1598 für eine Allianzwappenscheibe Zehender und Herport erhalten (Schweizerisches Nationalmuseum, LM 25671), der ebenfalls von Dünz geschaffen wurde.
Da die Zeichnung heute fest auf einen Untergrund geklebt ist, können die rückseitigen Beischriften nicht mehr gelesen werden. Jedoch ist auf der Vorderseite neben dem Namen von Hans Rudolf Lando auch den von Ludwig Koch zu lesen. Bei Koch handelt es sich um den Berner Glasmaler, der gemäss Quellen 1603 eine Scheibe in die Kirche von Aarberg lieferte (Gartenmeister, 2019, S. 56). Weiter hat sich ein Scheibenriss von Koch mit der Anbetung der Heiligen Drei Könige von 1604 erhalten (Bernisches Historisches Museum, BHM 21560, BE_1705). Ein weiterer Scheibenriss mit dem Wappen Heinrich Lochmann, der mit Koch in Verbindung gebracht wird, ist heute verschollen (Galerie Klipstein und Kornfeld, 1960, Nr. 289). Normalerweise bezeichnete Koch die Scheibenrisse in seinem Besitz nicht. Jedoch wissen wird dank der Kaufnotiz des Berner Glasmalers Hans Rudolf Lando, dass Koch eine grössere Sammlung von Vorlagen besessen haben muss. Lando verzeichnete nämlich auf mehr als 50 Blättern, dass er diese 1605 bei Ludwig Koch gekauft habe (Gartenmeister, 2019, S. 56). Auch das vorliegende Blatt dürfte wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt von Koch an Lando verkauft worden sein.

Datierung
1600
Stifter:in

Zehender (Zehnder)

Provenienz

Eigentümer:in

Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung

Vorbesitzer:in

vor 1605 Ludwig Koch, Bern (1577 – vor 1613) · ab 1605 Hans Rudolf Lando, Bern (1584–1646) · Sammlung Leonhard Ziegler zum Egli (1782–1854)

Vorbesitzer:in (strukturiert)
Von [Eingangsjahr unbekannt] bis 1605: Koch, Ludwig, Bern (Schweiz)
Von 1605 bis 1646 (ca.): Lando, Hans Rudolf, Bern (Schweiz)

Bibliografie und Quellen

Literatur

Galerie Klipstein und Kornfeld (1960), Kupferstiche, Radierungen, Holzschnitte und Handzeichnungen alter und moderner Meister des XV.-XX. Jahrhunderts. Bern: Klipstein & Co.

Gartenmeister, M. (2019). "Erkauffdt durch mich HRLando", Der Glasmaler Hans Rudolf Lando als Sammler von Scheibenrissen. Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte, 76 (3), 51–74, https://doi.org/10.5169/seals-846965.

Hasler, R. (1996/1997). Die Scheibenriss-Sammlung Wyss. Depositum der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Bernischen Historischen Museum. Bern: Stämpfli und Cie AG.

Hasler, R. & Keller, S. (2016). Wappenscheibe Samuel Zehender. In vitrosearch. Aufgerufen von: https://www.vitrosearch.ch/de/objects/2473933.

Speich, K. (1984). Die Künstlerfamilie Dünz aus Brugg. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte der Barockzeit im reformierten Stand Bern. Brugg.

Staatsarchiv des Kantons Bern, Taufund Eherodel Nr. V (1582-1601), B XIII 521.

Bildinformationen

Name des Bildes
ZH_Zuerich_ZentralbibliothekZuerich_BE_7002
Fotonachweise
Zentralbibliothek Zürich
Link zum Originalfoto
Copyright
Public Domain

Zitiervorschlag

Gartenmeister, M. (2023). Riss zu ovaler Wappenscheibe Zehender (Zehnder). In Vitrosearch. Aufgerufen am 19. Oktober 2026 von https://vitrosearch.ch/objects/2722101.

Informationen zum Datensatz

Referenznummer
BE_7002