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BS_5: Tod des heiligen Antonius
(BS_Basel_Antoniuskirche_BS_5)

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Titre

Tod des heiligen Antonius

Type d'objet
Dimensions
1380 x 480 cm; 330 x 235 cm (Figurenfeld)
Artiste
Atelier
Datation
1929
Lieu
Emplacement
w II
Projet de recherche
Auteur·e et date de la notice
Astrid Kaiser 2017; Christina Snopko 2026

Iconographie

Description

Die figürlichen Felder stellen den Tod des hl. Antonius im Beisein zweier seiner Ordensbrüder dar. Der liegende Heilige hält in seinen Händen ein Kreuz auf seiner Brust. Zwei Franziskaner beten kniend am Fuss des Totenbettes.
Die ornamentale Rahmenverglasung (7/8 der Gesamtfläche) zeigt eine geometrische Komposition aus blauen, roten, violetten und grünen Gläsern.

Code Iconclass
11H(ANTONY OF PADUA)68 · St Antoine de Padoue, moine franciscain; attributs possibles : âne, livre, crucifix, croix dont les branches se terminent par des fleurs, coeur enflammé, enfant Jésus (sur un livre), lis - mort, lit de mort du saint
Mot-clés Iconclass
Inscription

ZUM ANDENKEN / AN KARL u. EMILIE / GUTZWILLER-MEYER / SELIG. / D.D. / 1929 (unten links der figürlichen Felder)

Signature

Stocker / 1929 (unten links der figürlichen Felder)

Matériaux, technique et état de conservation

Matériaux

Glas, Blei, Schwarzlot

Technique

Bleiverglasung, Antikglas, Schwarzlot. Ursprüngliche Korrekturen mit Ölfarben (Christ, 1991, S. 130).

Etat de conservation et restaurations

Alle Fenster der Antoniuskirche wurden anlässlich der globalen Renovationsarbeiten des Baues, die zwischen 1981 und 1991 stattfanden, ausgebaut und gereinigt. Die Verbleiung wurde vollkommen ersetzt, weil sie viele Risse vorwies; gesprungene Gläser wurden geklebt; ursprüngliche Korrekturen in Ölfarbe wurden, wenn nötig, mit Paraloid gefestigt (Christ, 1991, S. 130).

Historique de l'oeuvre

Recherche

Das Fenster befindet sich auf der Evangelienseite der Kirche (Westwand, gegen den Hof) und ist das fünfte links vom Eingang. Ihm gegenüber ist an der Ostwand die Pietà von Otto Staiger angebracht.
Eine Fotografie der in der Antoniuskirche eingerichteten Glasmalerwerkstatt zeigt Otto Staiger und Hans Stocker mit einem Mitarbeiter bei der Ausführung dieses Fensters (Hess, 1944, S. 74). Darauf erkennt man auf der linken Seite am Fenster die Glasscheiben mit dem liegenden Antonius; an der Wand hängen die dazugehörigen Kartons (VMR_1323 und VMR_1324). Zwischen den Kartons und dem ausgeführten Glasgemälde sind keine wesentlichen Änderungen festzustellen. Die Künstler haben lediglich einige Farbnuancen angepasst.
Das Fenster wurde zum Andenken an die Basler Frauenrechtlerin Emilie Gutzwiller-Meyer (1868–1929) und ihren Ehemann Carl gestiftet. Zwischen 1912 und 1921 war sie Präsidentin des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes (SKF), zwischen 1912 und 1918 Präsidentin des Katholischen Frauenbundes Baselstadt (Mutter, 2013). Ihr Mann Carl Gutzwiller war Bankier und Grossrat.

Im Rahmen der Arbeit an den Fenstern der Antoniuskirche ist das Probefeld (VMR_90) von Staiger entstanden, sehr wahrscheinlich als 1926 von beiden Künstlern ein ausgeführtes Teilstück eines Figurenfeldes zusammen mit den Entwürfen verlangt wurde (Anselmetti, 1983a, S. 58, 60).
Die Existenz eines weiteren Glasbildes aus dem Zusammenhang mit der Antoniuskirche wird durch einen Brief von Hans Jaeger an Pierre Fasel vom 7.12.1982 (Archiv des Vitromusée Romont) belegt: Die Glasmalerei von Stocker, gemäss Jaeger im Basler Privatbesitz, stammt aus der Antoniuskirche und zeigt einen Christuskopf. Es war auf Wunsch des Bischofs ausgewechselt worden.

Der 1926 schweizweit ausgeschriebene Wettbewerb mit dem Pariser Maurice Denis in der Jury stellte einen erstaunlichen Vorgang nach dem Wagnis des Kirchenbaus dar. Das Unterfangen der Verglasung dauerte insgesamt mehr als vier Jahre – vom Ausschreibungsbeginn am 2. März 1926, über den Eingabetermin des Wettbewerbs am 15. Juni 1926 bis zur Installation des letzten Glasgemäldes im Juni 1930 (Christ, 1991, S. 89; Anselmetti, 1983a, S. 39–40). Im Anschluss an den Wettbewerb setzte eine langwierige Phase der Entwurfsfindung und -überarbeitung ein, in der die beteiligten Gremien – namentlich die Baukommission sowie Vertreter der Diözese und der römisch-katholischen Kirche – die Konzeptionen von Staiger und Stocker wiederholt kritisch hinterfragten und weitreichende Korrekturen einforderten. Die beiden Künstler konnten während dieser nicht immer einfachen Zeit auf die Unterstützung von wichtigen Persönlichkeiten wie Robert Hess und dem Architekten Karl Moser zählen.
Die insgesamt zwölf monumentalen Glasgemälde, elf figürliche und ein abstraktes, stehen exemplarisch für die Moderne und gelten heute als Schlüsselwerke der Glasmalerei des 20. Jahrhunderts.

Erwähnt in:
Schmidt, 1927, S. 161–162 (Abb. der Entwürfe S. 136–137).
Hess, 1928/1929, S. 75–83.
Hess, 1944, S. 74 (Abb. S. 74, 75).
Anselmetti, 1983a.
Anselmetti, 1983b, S. 355–358.
Christ et al., 1991.
Huber, 1993, S. 504–506 (Abb. 505).
Möhle, 2025, S. 360.

Datation
1929
Lieu de production

Provenance

Propriétaire

Römisch-katholische Pfarrei St. Anton, Basel

Bibliographie et sources

Bibliographie

Anselmetti, R. (1983a). Die Glasfenster der Antoniuskirche in Basel [Lizentiatsarbeit]. Universität Basel.

Anselmetti, R. (1983b). Die Glasfenster der Antoniuskirche in Basel. Unsere Kunstdenkmäler: Mitteilungsblatt für Mitglieder der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, 34(3), 355–358.

Christ, D., Doppler, T., Ganter, T., Huber, D., Ristic, V., Strebel, E. & Wyss, A. (1991). Die Antoniuskirche in Basel. Basel: Birkhäuser Verlag.

Hess, R. (1928/1929). Die Glasmalereien der neuen Antoniuskirche in Basel. Jahrbuch des Verbandes der Renaissance-Gesellschaften, 7, 75–83.

Hess, R. (1944). Neue Glasmalerei in der Schweiz. Das Werk. Architektur und Kunst, 31(3), 69–77. http://doi.org/10.5169/seals-24985.

Huber, D. (1993). Die Antoniuskriche in Basel. Unsere Kunstdenkmäler: Mitteilungsblatt für die Mitglieder der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, 44(4), 504–507. Doi: http://doi.org/10.5169/seals-393946.

Möhle, M. (2025). Das Stadtdenkmal Basel. Bern: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte.

Mutter, C. (2013, 12.12.). Emilie Gutzwiller-Meyer. Historisches Lexikon der Schweiz (HLS). Abgerufen am 9.1.2026, von https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/009325/2013-12-12/

Schmidt, G. (1927) Die Antoniuskirche in Basel: Architekten Karl Moser (Zürich), und G. Doppler & Sohn. Das Werk. Architektur und Kunst, 14(5), 131–138 u. 161–162. http://doi.org/10.5169/seals-86268

Informations sur l'image

Nom de l'image
BS_Basel_Antoniuskirche_BS_5
Crédits photographiques
© Kantonale Denkmalpflege Basel-Stadt (Foto: Erik Schmidt, Basel)
Date de la photographie
1988
Copyright
© Rechteinhaber; © Römische Katholische Kirche Basel-Stadt und Pfarrei St. Anton

Objets et images liés

Objets liés
Tod des Antonius · Mort de saint Antoine, carton pour la partie gauche d’un vitrail de l’Antoniuskirche de Bâle
Tod des Antonius · Mort de saint Antoine, carton pour la partie droite d’un vitrail de l’Antoniuskirche de Bâle
Photographies complémentaires
Mort de saint Antoine

Proposition de citation

Kaiser, A., & Snopko, C. (actualisé) (2026). Tod des heiligen Antonius. Dans Vitrosearch. Consulté le 17 février 2026 de https://vitrosearch.ch/objects/2505170.

Informations sur l’enregistrement

Numéro de référence
BS_5