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SR_38: Riss zu Willkommscheibe Anthon Jutzeler
(FRA_Paris_EcoleNationaleSuperieureDesBeauxArts_SR_38)

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Titre

Riss zu Willkommscheibe Anthon Jutzeler

Type d'objet
Dimensions
31 x 20.5 cm
Artiste
Datation
1579
Lieu
Numéro d'inventaire
O.1607
Projet de recherche
Auteur·e et date de la notice
Marion Gartenmeister 2023

Iconographie

Description

Der Halbartier in Wams mit Halbarte und Schweizerdolch steht links im Vordergrund. Zu seiner Linken steht seine Ehefrau, die ihm einen Pokal reicht und in ihrer linken Hand einen Krug hält. An ihrem Gürtel ist der Beutel mit Essbesteck befestigt. Zwischen ihnen ist das Wappen eingefügt. Hinter den beiden Figuren schliesst eine Architekturrahmung das Bildfeld nach aussen hin ab. Im Oberlicht wird eine bäuerliche Szene mit Kühen und Schafen sowie rechts drei Bauern gezeigt.
In der Fusszone ist die mit Roll- und Beschlagwerk gerahmte Inschriftenkartusche angebracht.
Die Zeichnung ist in feinen Tintenlinien ohne Schraffuren oder Körpermodellierung erfasst. In der rechten Blatthälfte ist die Architekturrahmung nicht ausgeführt. Über die Zeichnung ist in Rot der Verlauf der Bleie eingezeichnet worden.
Zwischen den Füssen des Stifters hat Hans Rudolf Lando seinen Eigentumsvermerk hinzugefügt.

Code Iconclass
41C322 · timbale, gobelet
46A12 · noblesse et patriciat; chevalerie
46A14 · fermiers, agriculteurs
47I2112 · vache
47I213 · mouton
Mot-clés Iconclass
Héraldique

Wappen Jutzeler (Juzeler), Anthon

Inscription

Anthon Jutzeller und sin husfrouw 1579 (in der Kartusche)
HRLando 1605 (zwischen den Beinen des Halbartiers)
gg 85 (unterhalb des Schildes)
EBA (Stempel, unten rechts, Ecole supérieure des beaux Arts, Paris)
IM (Stempel, unten links, Jean Masson)

Signature

keine

Matériaux, technique et état de conservation

Technique

Schwarze Feder und laviert.

Etat de conservation et restaurations

Wasserzeichen nicht geprüft.
Vertikalknick, Randlinien.
Fleckig.

Historique de l'oeuvre

Recherche

Über den Stifter der Wappenscheibe, Anthon Jutzeler, ist nichts weiter bekannt. Das Geschlecht Jutzeler (Juzeler) ist in Diemtigen im Kanton Bern nachweisbar. In den Kirchenbüchern der Gemeinde Diemtigen ist am 31. Juli 1580 die Taufe eines Sohnes von Anthon Jützeler vermerkt (Taufrodel Bd. A (1559–1584)), die Hochzeit ist nicht aufgeführt. Das Wappen in blau auf einem Dreiberg drei grüne Pflanzen ist im Staatsarchiv des Kantons Bern überliefert. Im Bernischen Historischen Museum wird eine Runde Willkommscheibe von 1646 aufbewahrt, die von Michel Jutzeler gestiftet wurde (BHM 1929.7, BE_1576).
Der Entwurf wird im online Katalog der École nationale supérieure des Beaux-arts (2020) als Werk Daniel Lindtmayers aufgeführt. Thöne (1975) hat das Blatt im Oeuvrekatalog von Daniel Lindtmayer jedoch nicht aufgenommen. Die Haltung der Stifter, deren Kleidung, die Schildform sowie das Rissschema sind vergleichbar mit einem Entwurf für eine Willkommscheibe Hans Martin, Schultheiss von Zofingen, im Kunsthaus Zürich (Z. 1938/0106, BE_6915). Dieses Blatt weist Thöne (1975, S. 247) als eine Kopie eines heute verschollenen Originalrisses Daniel Lindtmayers aus. Dementsprechend kann vermutet werden, dass es sich beim vorliegenden Riss ebenfalls um eine Kopie einer heute verschollene Vorlage Lindtmayers handeln könnte.
Beide Blätter kamen 1605 in den Besitz des Berner Glasmalers Hans Rudolf Lando. Er kaufte in diesem Jahr bei seinem Berner Kollegen Ludwig Koch mehr als 50 Blätter (Gartenmeister, 2019, S. 56). Ob Lando die beiden Blätter ebenfalls bei Koch gekauft hat, kann heute nicht mehr bestimmt werden, da die Rückseiten nicht einsehbar sind.

Datation
1579
Commanditaire / Donateur·trice

Jutzeler (Juzeler), Anthon

Provenance

Propriétaire

École nationale supérieure des Beaux-arts, Paris

Propriétaire précédent·e

Ab 1605 Hans Rudolf Lando, Bern (1584–1646) · Jean Masson (1856–1933) · seit 11. Januar 1935 in der École nationale supérieure des Beaux-arts, Paris (Schenkung)

Propriétaire précédent·e (structuré)
De 1605 jusque 1646 (ca.): Lando, Hans Rudolf, Berne (Suisse)

Bibliographie et sources

Bibliographie

École nationale supérieur des Beaux-arts de Paris (2020). Cat'zArts. Abgerufen von: http://www.ensba.fr/ow2/catzarts/voir.xsp?id=00101-26933&qid=sdx_q0&n=2&sf=&e=

Gartenmeister, M. (2019). "Erkauffdt durch mich HRLando", Der Glasmaler Hans Rudolf Lando als Sammler von Scheibenrissen. Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte, 76 (3), 51–74, https://doi.org/10.5169/seals-846965.

Taufrodel Bd. A (1559–1584), Eherodel (1559–1582). In: Kirchenbücher der Kirchgemeinde Diemtingen [K Diemtingen 1]. Bern: Staatsarchiv Bern. Online verfügbar unter: www.query.sta.be.ch/Dateien/18/D94608.pdf.

Thöne, F. (1975). Daniel Lindtmayer 1552–1606/07. Die Schaffhauser Künstlerfamilie Lindtmayer (Œuvrekataloge Schweizer Künstler, 2). Zürich: Berichthaus; München: Prestel-Verlag.

Modèle

Verschollener Riss Daniel Lindtmayers

Informations sur l'image

Nom de l'image
FRA_Paris_EcoleNationaleSuperieureDesBeauxArts_SR_38
Crédits photographiques
© Beaux-Arts de Paris, Dist. GrandPalaisRmn / image Beaux-arts de Paris
Lien vers l'image originale

Proposition de citation

Gartenmeister, M. (2023). Riss zu Willkommscheibe Anthon Jutzeler. Dans Vitrosearch. Consulté le 19 octobre 2026 de https://vitrosearch.ch/objects/2722128.

Informations sur l’enregistrement

Numéro de référence
SR_38