Image commandée

BE_898: Willkommscheibe Deus (Matthäus) Lehmann und Anna Beret
(BE_Bern_BHM_2482)

Coordonnées

Prière de compléter le champ "Prénom".
Prière de compléter le champ "Nom".
Prière de compléter le champ "E-Mail".
Votre adresse e-mail n'est pas valide.

Veuillez s’il vous plaît indiquer autant d’informations que possible (titre de la publication, base de données, éditeur, nombre d’exemplaires, année de parution, etc.)

Pour toute question complémentaire, veuillez contacter info@vitrosearch.ch

Veuillez lire et accepter les conditions d'utilisation
Titre

Willkommscheibe Deus (Matthäus) Lehmann und Anna Beret

Type d'objet
Artiste
Lieu de production
Datation
1606
Dimensions
31 x 20.6 cm im Licht

Iconographie

Description
Vor gelbem, aus hellbrauner Lasur radiertem Blattdamast steht sich das Stifterpaar einander gegenüber. Der bärtige, schwertbewaffnete Mann links erscheint in blauen Hosen und Strümpfen, grauem Hemd sowie schwarzem Wams und Federhut. Er hat seine Büchse geschultert und hält in der Rechten die Gewehrgabel. Seine Frau trägt ein hellviolettes Mieder, einen langen roten Rock mit grünem Endbesatz sowie eine reich gemusterte Schürze. Sie hält ihrem Mann den Becher mit dem Willkommenstrunk entgegen. Hinter den Figuren ragt ein roter Bogen mit maskengeschmückter Scheitelkartusche in die Höhe. Im Oberbild sind zwei Bauern beim Pflügen mit einem Ochsengespann festgehalten. Zu Füssen des Stifters ist sein Wappen am beschrifteten Podium angebracht.
Code Iconclass
11(+5) · Religion chrétienne (+ donateur(s), suppliant(s), avec ou sans saint(s) patron(s))
41C322 · timbale, gobelet
42D3 · mariage, couple marié, 'matrimonium'
45C16(RIFLE) · armes à feu : fusil
46A14 · fermiers, agriculteurs
47I123 · labourer
47I21111 · boeuf
Mot-clé Iconclass
Héardique
Wappen Deus (Matthäus) Lehmann
Inscription
1606 deus leman, Der Zÿt frÿweibel vnd / amen Zů Künÿtz. Anna Beret sin Husfrouw
Signature
Keine

Technique / Etat

Etat de conservation et restaurations
Ein Sprung und ein Sprungblei; die Verbleiung erneuert.
Technique
Farbloses und farbiges Glas; Bemalung mit Schwarzlot, Silbergelb und Eisenrot.

Historique de l'oeuvre

Recherche
Das vorliegende Glasgemälde ist noch heute in einen vermutlich originalen Fensterflügel mit Butzenscheiben integriert. Mit drei weiteren Fenstern und Wappen stammt es aus einem Wohnstock in Herzwil (Herzwyl) bei Köniz, aus dem es 1896 ins Bernische Historische Museum überführt wurde (Jahresbericht BHM Bern 1896). Alle vier Scheiben aus Herzwil (BHM Bern, Inv. 2479–2482) sind "Prachtstücke" von Bauernscheiben (Jahresbericht BHM Bern 1907). Es sind Geschenke von vermögenden Bauern aus Herzwil, die diese dem unbekannten Erbauer des Wohnstockes stifteten. Noch heute ist Herzwil das Musterbeispiel eines Bauerndorfes im Bernischen Mittelland mit sieben gediegenen Höfen. Der Wohnstock gehörte zu einem Bauernhaus, das um 1772 für den damaligen Besitzer Niklaus Spycher neu errichtet wurde. Der einstige Wohnstock war einer der ältesten Bauten des Weilers. 1917 wurde der Stock, der die Jahreszahl 1603 an einem Dachbalken trug, durch einen Neubau ersetzt. Fotos aus der "Herzwiler Bilderserie" von Albert Stumpf (1867–1951) in der Burgerbibliothek Bern zeigen den Bau jedoch noch vor seinem Abbruch (Zemp 1945, Taf. XXVI und XXXI). Die Fenster waren dort im oberen Geschoss eingebaut. Über die beiden Stifter Deus (Matthäus?) Lehmann und Anna Beret ist nichts Weiteres bekannt. Die Geschlechter Lehmann und Scherz sind mit den Spycher in den Kirchenbüchern von Köniz (1553–1570) als Hofbesitzer in Herzwil belegt (Zemp 1945, S. 129). Nach Rudolf Wegeli stammen die Scheiben aus Herzwil vom gleichen unbekannten Glasmaler wie die Scheibe der Brüder Niklaus, Bendicht und Peter Schürer von 1600 im Bernischen Historischen Museum (BHM Bern, Inv. 401; Wegeli 1922, S. 94) und wie die ebendort befindliche grosse Doppelscheibe, die 1611 Stefan Brötti und Augustin Kunz mit ihren Frauen stifteten (BHM Bern, Inv. 14417). Während die letztgenannte Stiftung im ganzen Aufbau der vorliegenden Scheibe aus Herzwil sehr nahekommt, aber in der Ausführung doch stark abweicht, ist die Scheibe der Gebrüder Schürer technisch und stilistisch sicher nicht vergleichbar. Ebenso unterscheidet sich die in der Komposition gut vergleichbare Doppelstiftung Peter Remunds und Benedikt Zedos und ihrer Ehefrauen aus der Zeit um 1600 im Schweizerischen Nationalmuseum von Zürich letztendlich im stilistischen Detail (SNM, Inv. LM 2205; Schneider 1971, Bd. 2, Kat.-Nr. 441). Sicher sind auch innerhalb der vier aus Herzwil kommenden Bauerscheiben zwei bis drei Glasmalerhände zu unterscheiden. Unter diesen Werken besitzt die Scheibe Peter Lehmanns und Ulrich Dietrichs mit der Willkommscheibe Hans Lehmanns und Uli Zedos die grössten stilistischen Gemeinsamkeiten.
Datation
1606
Commanditaire / Donateur
Lehmann, Deus (Matthäus) · Beret, Anna
Localisation d'origine
Lieu de production
Propriétaire
Seit 1896 Bernisches Historisches Museum
Propriétaire précédent/e
Bis 1895 Wohnstock von Herrn Balsiger, Herzwil
Numéro d'inventaire
BHM 2482

Bibliographie et sources

Bibliographie
Hermann Kasser, Vier Berner Bauernscheiben, in "Der Bund" Jg. 47, Nr. 120, 29./30. April 1896.
Carl Brun, Kleinere Nachrichten, in: Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde 1896, S. 69.
Hermann Kasser, Vier Berner Bauernscheiben, in: Der Bund, 29./30. April 1896, Nr. 120.
Jahres-Bericht des Historischen Museums in Bern pro 1896, Bern 1897, S. 23, 44.
Hermann Kasser, Katalog des Historischen Museums in Bern (4. Aufl.), Bern 1897, S. 156.
Heinrich Oidtmann, Geschichte der Schweizer Glasmalerei, Leipzig 1905, S. 65f., 246 (Anm. 266).
Hermann Kasser, Das Bernbiet ehemals und heute, II. Mittelland, 1. Zwischen Aare und Stockhornkette, Bern 1906, S. 20f. (Abb.).
Jahresbericht des Historischen Museums in Bern 1907, Bern 1908, S. 10.
Franz Thormann, Die Glasgemälde im Historischen Museum Bern, Separatdruck aus den Blättern für bernische Geschichte, Kunst und Altertumskunde, Bern 1909, S. 11.
E. Badertscher, Beiträge zur Darstellung des Bauernhauses im Kanton Bern, Dissertation ETH Zürich 1935, S. 147.
Vgl.
Rudolf Wegeli, Sammlungsbericht, in: Jahrbuch des Bernischen Historischen Museums, Jg. II, 1922
Jenny Schneider, Glasgemälde. Katalog der Sammlung des Schweizerischen Landesmuseums Zürich, 2 Bde., Zürich o.J. [1971].
Références à d'autres images
SNM Zürich, Neg. 13323 (Hans Huber)

Informations sur l'image

Nom de l'image
BE_Bern_BHM_2482
Crédits photographiques
© Bernisches Historisches Museum, Bern. Foto: Yvonne Hurni
Date de la photographie
2007
Copyright
© Bernisches Historisches Museum, Bern (www.bhm.ch)

Inventaire

Numéro de référence
BE_898
Auteur et date de la notice
Rolf Hasler ; Sarah Keller ; Uta Bergmann 2016

Objets et images liés

Photographies complémentaires
Fenster mit Willkommscheibe Deus (Matthäus) Lehmann und Anna Beret
Version 0.9.8.1