Nom

Schlosskirche, ehem. St Laurentius

Adresse
Schlossstrasse 16
3700 Spiez
Hiérarchie géographique
Coordonnées (WGS 84)
Auteur·e et date de la notice
Rolf Hasler 2016
Informations sur le bâtiment / l'institution

Die Schlosskirche von Spiez findet bereits 762 in einem Quellenbeleg Erwähnung. Der ursprünglich wohl eine Eigenkirche des Schlossherrn bildende Bau ist seit 1228 als Pfarrkirche dokumentiert, eine Funktion, die er bis ins 20. Jahrhundert inne hatte. Die heutige dreischiffige querschifflose Pfeilerbasilika wurde um die Jahrtausendwende oder kurze Zeit später errichtet. Um 1670 erfuhr diese eine Erneuerung im Barockstil (Fensterausbrüche, einheitlicher First und einheitliches Innenniveau). Nachdem in den folgenden Jahren (1671 und 1673) Sigmund von Erlach (1614–1699) von seinen Verwandten Anteile an der Herrschaft Spiez erworben hatte, wurde er 1675 offiziell damit belehnt, das heisst deren alleiniger Inhaber. Indem man ihn gleichzeitig zum Berner Schultheissen erkor, erreichte er damals den Höhepunkt seiner Macht. Im Anschluss daran begann er als Schlossherr von Spiez die dortige Kirche als Familienmausoleum einzurichten. Dazu gehörten unter anderem die Realisierung eines für sich bestimmten Barockgrabmals in der nördlichen Seitenkapelle sowie der 1676 zur Ausführung gelangte, die Wappen von fünfzehn Familienangehörigen sowie die Wappen der Freiherrherrschaft und der Herrschaftsleute von Spiez umfassende Scheibenzyklus, der in den barockisierten Kirchenfenstern zur Aufstellung kam. Die Kosten für diesen mehrheitlich Glasgemälde zum Gedenken an verstorbene Familienmitglieder enthaltenden Zyklus trug wahrscheinlich nicht Sigmund von Erlach allein, sondern auch die 1676 noch lebenden Angehörigen seines Geschlechts, die in dieser "Ahnengalerie" mit ihrem Wappen vertreten sind (s. dazu Hasler 2003). Bei der Projektierung und Realisierung der ganzen Scheibenfolge scheint er dabei durch den Familienhistoriker Burkhart von Erlach (1600–1686) unterstützt worden zu sein. Anlässlich der grossen Renovation von 1949/50 wurde die Kirche weitgehend in ihren ehemaligen romanischen Zustand zurückversetzt (u.a. Zumauerung der grossen Barockfenster). Infolgedessen entfernte man damals den ganzen Glasgemäldezyklus aus der Kirche. Dieser gelangte in der Folge ins Schlossmuseum beziehungsweise ins Depot.

Bibliographie

Rolf Hasler, Der Wappenscheibenzyklus der Familie von Erlach aus der Schlosskirche Spiez, in: Schweizer Archiv für Heraldik 117/2003, Heft I.

Jürg Schweizer/Annelies Hüssy, Schloss und Schlosskirche Spiez (Schweizerische Kunstführer), Bern 2015.

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