Nom

Reformierte Kirche, ehem. St. Martin

Adresse
Insstrasse
3236 Gampelen
Hiérarchie géographique
Coordonnées (WGS 84)
Auteur et date de la notice
Uta Bergmann 11.08.2015
Informations sur le bâtiment / l'institution
Gampelen gehörte zur Herrschaft Erlach und gelangte mit dieser 1476 an Bern. Die mutmasslich frühmittelalterliche Kirche, ehemals St. Martin geweiht, wurde nach einem Dorfbrand 1513 unter Mitwirkung des Berner St. Vinzenzenstifts neu errichtet. Als Filiale der Kirche Ins wurde die Kirche Gampelen 1485 dem Berner St. Vinzenzenstift inkorporiert. Von da an besass das Vinzenzenstift die Kollatur, bis diese bei der Reformation an Bern gelangte. Der Kirchturm in Gampelen wurde 1559 neu gebaut, 1602 fand eine Chorerneuerung statt. Der heutige Bau wurde 1674–1675 nach Plänen von Abraham I. Dünz unter Einbezug der alten Westmauer und des Turmschaftes von 1559 errichtet (dieser erhöht um 1830/40). In den Neubau wurde eine Reihe von Scheiben gestiftet: zum einen die noch bei von Mülinen 1893 als 1874 im Schiff befindlich beschriebenen zwei Wappenscheiben der Stadt Erlach von 1676 sowie eine gleichzeitige Scheibe des Vogts zu St. Johannsen und Kollator der Pfrund Gampelen Johannes Morlot, zum anderen die 1677 Hans Jakob Güder bezahlten Wappenscheiben des Standes, Seckelmeisters und der vier Venner (Matile 1974, S. 198). Die Erlacher Scheibe soll noch in den 1870er Jahren durch Unwetter zerstört worden sein. Die Scheibe Morlot ähnelte sicher einer Wappenscheibe des gleichen Stifters von 1675, die heute im Bernischen Historischen Museum bewahrt wird. Ob sie identisch mit jener aus Gampelen ist (vgl. Matile 1974, S. 197), bleibt nicht zuletzt aufgrund der abweichenden Daten unsicher (bei von Mülinen 1893 ins Jahr 1676 datiert!). Die andere Scheibe, aus dem Jahr 1621, wurde in den Neubau übertragen. Auch die in den Deutschseckelmeisterrechnungen des Brachmonats 1668 belegte Berner Standesscheibe aus der Hand Matthias Zwirns wird in die neue Kirche überführt worden sein. Renovationen fanden im 20. Jahrhundert mehrfach statt: 1901, 1940er Jahre (Heizung), 1943/45 Turmhelm, 1951/52 Wiederherstellung des "ursprünglichen Zustands" unter Mitwirkung von Glasmaler Paul Zehnder (im Schiff neue Befensterung mit Zehnder-Glasgemälden), 1962 (Turm), 1982/84 Aussenrenovation, 1992/93 Innenrenovation.
Bibliographie
Egbert Friedrich von Mülinen, fortgesetzt von Wolfgang Friedrich von Mülinen, Beiträge zur Heimathkunde des Kantons Bern deutschen Theils, Sechstes Heft. Das Seeland, Bern 1893, S. 226.
Heinz Matile, Die Glasgemälde des 16. bis 19. Jahrhunderts in den Kirchen des Amtes Erlach, in: Aus der Geschichte des Amtes Erlach. Festgabe, Bern 1974.
Andres Moser, Die Kunstdenkmäler des Kantons Bern, Landbd. II, Basel 1998.
Zita Caviezel, Georges Herzog, Jürg A. Keller u. Ursula Maurer (2006). Gampelen, in: Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Solothurn. Kunstführer durch die Schweiz. Bern: Ges. für Schweizerische Kunstgeschichte, S. 637–638.
2 Objets
Titre

Artiste
Atelier
Datation
Type d'objet
Lieu

Bildscheibe Christoph Furer (Furrer) und Johannes Zeender mit Moses bei Errichtung der Ehernen Schlange

1621
Vitrail
Reformierte Kirche, ehem. St. Martin, Gampelen
Version 0.9.8.1