Das Mittelbild zeigt die alttestamentliche Szene der Bathseba im Bade, die von König David beobachtet wird. Bathseba sitzt halb entblösst auf dem Rand des Beckens dem Betrachter zugewandt. Sie hat ihren Blick geneigt und wird von einem hängenden Tuch hinterfangen. Von links tritt eine Magd mit einem Wasserkrug auf dem Kopf und einem zweiten in ihrer rechten Hand ins Bild. Sie ist eine spiegelverkehrte Kopie der Wasserträgerin aus der Wandmalerei von Raffael mit dem Borgobrand in der Stanza dell'Incendio im Vatikan. Im Hintergrund erhebt sich eine antikisierende Architektur. Auf einem nahen Balkon blickt König David mit der Leier in der Hand über die Brüstung und beobachtet die badende Bathseba. Etwas weiter entfernt stehen zwei Diener auf einem Torbogen.
Ein reich dekorierter antikisierender Rundbogen rahmt die Mittelszene. Vor Nischen stehen links die Personifikationen der Lex und rechts der Justitia oder nach Ganz Klio links und Gloria rechts (Ganz, 1966, S. 67). In den Zwickeln des Bogens ist links das Urteil Salomons dargestellt und rechts das Apfelrätsel der Königin von Saba. Den Bogenscheitel ziert eine reich geschmückte Rollwerkkartusche mit einer Maske.
Die Fusszone wird oben mit einem antiken Akanthusfries mit einem Kopfmedaillon zum Mittelbild hin abgeschlossen. Links und rechts halten zwei Putti die Wappen Vischer und Isenflamm (Isenfluh?). Auf dem Sockel ist in hellbrauner Tinte die Inschrift und den Eigentumsvermerk von Hans Rudolf Lando angebracht.
Der Scheibenriss ist in feinen Tintenlinien ausgeführt, eine feinstufige, sorgfältige Lavierung erzeugt bei den Figuren und Ornamenten eine starke Körperlichkeit und Räumlichkeit. Einzelne Elemente wie Blumen oder Ornamentdetails sind in einem Braunton aquarelliert und setzen Akzente. Eine dicke dunkelbraune Randlinie begrenzt den Scheibenriss.
71I324 · both mothers come before Solomon ~ the judgement of Solomon
71I332 · the queen of Sheba before Solomon, testing him with questions
Wappen Vischer und Isenflamm (?)
Schenckt mich Zu guter Gedächtnus Hans Jacob Huber synem liebenn vnnd getrüwenn frünndt vnnd Günnerenn Hanns Ludwig Tillier inn Bernn 1599 (auf dem Fries der Sockelzone mit Feder in Dunkelbraun)
HRLando 1610 (unten) (Sammlerstempel des Kunstmuseums Basel)
...C766 (verso in Hellbraun)
86, 134 (verso mit Bleistift)
keine