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FR_367: Wappenscheibe Jean Daniel de Blonay und Yolande de Salis um 1625
(FR_Privatbesitz_FR_367)

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Title

Wappenscheibe Jean Daniel de Blonay und Yolande de Salis um 1625

Type of Object
Artist / Producer
Place of Manufacture
Dating
Um 1625

Iconography

Description

Vor blauem Hintergrund mit feinen Spiralranken stehen auf rot geschachtem Boden die beiden vollen Stifterwappen dicht nebeneinander. Sie überschneiden die doppelten Rahmenpilaster, die einen Architrav mit Voluten und Kinderköpfen tragen. Im Oberbild stürmen in freier Landschaft zwei geharnischte Reiter mit der Lanze aufeinander zu. Ihre Pferde sind in mittelalterlicher Manier mit Schabracken geschützt. Am Fuss steht zwischen roten Podesten die blau-gelb gerahmte Kartusche mit der Inschrift.

Iconclass Code
43C39631 · joust, tilt
46A122(BLONAY) · armorial bearing, heraldry (BLONAY)
46A122(SALIS) · armorial bearing, heraldry (SALIS)
Iconclass Keywords
Heraldry

Wappen Blonay: In Schwarz, besät mit silbernen Kreuzen, ein steigender goldener Löwe; Helm: silbern mit goldenen Spangen und Beschlägen; Helmdecke: schwarz und golden; Helmzier: über schwarz-silbernem Wulst ein wachsender flugbereiter schwarzer goldgekrönter Adler. Wappen Salis: Geteilt, oben in Gold auf grünem Boden eine grüne Tanne mit goldenem Stamm, unten in Rot zwei silberne Pfähle; Helm: silbern mit goldenen Spangen; Helmdecke: rot und silbern; Helmzier: ein nackter gekrönter Frauenrumpf mit einem roten und einem silbernen Flügel.

Inscription

Stifterinschrift: 16 / Iehan Daniel de Blo,, / naÿ conseignevr dvdit lieü / et Baron dv Chasteilard / Violante de Salis sa Femme.

Signature

Keine

Technique / State

State of Conservation and Restorations

Erhaltung: Zahlreiche Notbleie und einzelne geklebte Sprünge. Ergänzungen im Oberbild und im Boden rechts. Zwei Flickstücke im Pilastersockel links. Die beiden letzten Ziffern des Datums ausgekratzt.

Technique

Farbloses, grünes und rosabraunes Glas. Rotes Überfangglas in verschiedenen Farbstufen, z. T. mit rückseitigem Ausschliff. Bemalung mit Schwarzlot und Silbergelb in verschiedenen Farbstufen, Eisenrot sowie blauen und violetten Schmelzfarben.

History

Research

Der Stifter stammte aus einem hochadeligen waadtländischen Geschlecht, das sich nach dem Ort Blonay bei Vevey benannte. Das Haus stellte mit Guillaume de Blonay 1176/77 einen Bischof von Sitten, mehrere Chorherren von Lausanne, Äbte und Vögte der Waadt und des Chablais sowie Regenten stattlicher Herrschaften. Jean Daniel wurde als ältester Sohn des Gabriel de Blonay († nach 1621) und der Françoise-Nicolarde de Lutry am 3.7.1597 in Montreux getauft. Der Herr von Sâles war somit Mitherr von Blonay und besass 1640 auch die Baronie Le Châtelard, die sein Vater 1596 erworben hatte. Von Jean Daniel de Blonay ging sie später an seinen Schwiegersohn über. Jean Daniel heiratete am 16.11.1614 Yolande von Salis, Tochter des Bündner Landeshauptmanns Johann Baptist von Salis. Ihre beiden Töchter erregten mit ihren Herzensangelegenheiten grosses Aufsehen. Die ältere, Barbe-Nicolarde de Blonay, die von ihren Eltern Etienne de Tavel versprochen war, liess sich am 9.11.1641 von ihrem Geliebten François de Blonay aus savoyischer Linie, dem Herrn von Bernex, mit einem Boot entführen und heiratete ihn am nächsten Tag in Maxilly. Weil der Vater milde ihre Entscheidung akzeptierte, klagte der betrogene Verlobte Etienne de Tavel den Herren von Bernex, der auch Berner Bürgerrat war, bei der Berner Obrigkeit ein. Diese erklärte die Heirat für nichtig, befahl die Rückkehr der jungen Ehefrau zu ihren Eltern und verurteilte den Ehemann François de Blonay zu einer finanziellen Entschädigung von Tavels. Die Rekurse gelangten bis zum französischen König. Dessen vermittelnder Brief zeigte jedoch keine Wirkung, und Ludwig XIII. starb bald darauf, ohne dass er dem Liebespaar weitere Hilfe hätte gewähren können. Etienne de Tavel fand 1648 mit der Heirat einer Tochter Jost von Diesbachs Trost. François de Blonay starb bald darauf auf tragische Weise: er wurde am 18.8.1648 wegen familiärer Differenzen von Melchior de Nant erstochen. Sein Mörder starb auf dem Schafott, Barbe-Nicolarde de Blonay erhielt dessen Güter als Entschädigung. Sie heiratete 1654 in zweiter Ehe Melchior de Lucinge, den Sohn des Barons Philippe de Lucinge von Arenthon. Auch die jüngere Tochter Marie-Françoise-Madeleine de Blonay hatte zwei Heiratsanwärter Philippe de Blonay und Henri de Mestral, die sich schliesslich ihretwillen duellierten und deswegen von der Berner Obrigkeit bestraft wurden. Sie heiratete ihren Favoriten und Cousin Philippe de Blonay am 5.2.1643. Beim Tod ihres Vaters Jean Daniel de Blonay am 2.4.1658 erbte sie die Herrschaft Châtelard und brachte sie auf diese Weise ihrem Mann ein. Der Inschrift der vorliegenden Scheibe ist zu entnehmen, dass sie nach Blonay gestiftet wurde, wo Jean Daniel Teilhaber der Herrschaft war. Das eindrucksvolle Glasgemälde wurde in der Fotothek des Schweizerischen Nationalmuseums Sebastian Schnell zugeschrieben, von dessen Scheiben sie sich jedoch durch den äusserst sorgfältigen Schriftduktus unterscheidet (vgl. FR_366). Als mögliche Autoren kämen aus stilistischen Gründen daher eher Jost Dugo oder Johann Wäber in Frage, der mit grosser Wahrscheinlichkeit um 1622/23 die sehr qualitätvollen Freiburger Standesscheiben ausführte (FR_95, FR_96).

Dating
Um 1625
Period
1620 – 1630
Date of Receipt
Unbekannt.
Original Donator

Blonay, Jean Daniel de (1597–1658) · Salis, Yolande de (?–?)

Previous Location
Place of Manufacture
Owner

Privatbesitz

Previous Owner

Aus der Sammlung de Maillardoz, Grand-Vivy.

Bibliography and Sources

Literature

Galbreath, D. L. Armorial vaudois. 2 Bde. Baugy sur Clarens 1934–1936. Bd. I. 1934. S. 56 (mit falschem Datum 1680).

Bergmann, Uta. Die Freiburger Glasmalerei des 16.–18. Jahrhunderts / Le vitrail fribourgeois du XVIe au XVIIIe siècle (Corpus vitrearum Schweiz, Reihe Neuzeit, Bd. 6 / époque moderne vol. 6). 2 Bde / vol. Bern et al. 2014. Bd. 2. Kat.-Nr. 367.

Vgl.

Foras, Amédée de. Armorial et nobilaire de l’ancien duché de Savoie. 2 vol. Grenoble 1863. Reprint Genf 1992. S. 211–232, v.a. S. 216.

Schweizerisches Geschlechterbuch/Almanach généalogique suisse 1, 1905. S. 45–50; 5, 1933. S. 35–41.

Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz (HBLS) II, 1924. S. 276, Nr. 14.

Dictionnaire historique et biographique de la Suisse (DHBS) II, 1924. S. 210–211, Nr. 14.

Reymond, Maxime et Donald Galbreath. Blonay. Annales et Généalogie. Genève 1950. S. 183–187.

Dictionnaire historique de la Suisse (DHS) 2, 2003. S. 402 (de Blonay).

Historisches Lexikon der Schweiz (HLS) 2, 2003. S. 498 (de Blonay).

References to Additional Images

SNM Zürich 6517

Image Information

Name of Image
FR_Privatbesitz_FR_367
Credits
© Vitrocentre Romont (Foto: Yves Eigenmann)
Date
2013
Copyright
© Rechteinhaber

Inventory

Reference Number
FR_367
Author and Date of Entry
Uta Bergmann 2016

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