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FR_133: Wappenscheibe Franz Peter Von der Weid und Maria Elisabeth Wild 1651
(FR_Freiburg_MAHF_FR_133)

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Title

Wappenscheibe Franz Peter Von der Weid und Maria Elisabeth Wild 1651

Type of Object
Artist / Producer
Hermann, Jost · zugeschrieben
Dating
1651

Iconography

Description

Vor einer zweiteiligen blauen Pilasterarchitektur neigen sich die beiden Stifterwappen in heraldischer Höflichkeit einander zu. Das Oberbild nimmt über dem schmalen Architrav mit engelskopfgeschmückter Mittelkartusche eine Belagerungsszene auf. Eine befestigte, von einem Wassergraben umschlossene Stadt wird von zwei Kanonen unter Beschuss genommen. Dahinter warten die Belagerer auf ihren Einsatz. Am Fuss der Scheibe enthält eine Rollwerkkartusche die Stifterinschrift.

Iconclass Code
45K21 · siege
46A122(VON DER WEID) · armorial bearing, heraldry (VON DER WEID)
46A122(WILD) · armorial bearing, heraldry (WILD)
Iconclass Keywords
Heraldry

Wappen Von der Weid: In Schwarz mit goldenem Schildrand drei goldene Kleeblätter (1, 2); Helm: silbern mit goldenen Spangen, Beschlägen und goldener Kette; Helmdecke: schwarz und golden; Helmzier: ein wachsender goldener Löwe mit einem Kleeblatt in der linken Pranke. Wappen Wild: In Blau mit goldenem Schildrand ein silberner Wilder Mann, in den Händen eine goldene Mondsichel und einen goldenen Stern haltend; Helm: silbern mit goldenen Spangen, Beschlägen und goldener Kette; Helmdecke: blau und golden; Helmzier: ein wachsender silberner Wilder Mann mit geschultertem ausgerissenem Stamm.

Inscription

Stifterinschrift: H. Frantz Petter uon der Weydt / der Zit Grosweibel vnd F. MARIA / ELISABETHA Wildt sin Ehegmahel. / 1651.

Signature

Keine

Technique / State

State of Conservation and Restorations

Erhaltung: Zahlreiche Sprünge und Notbleie. Ein Splitter 2008 ergänzt. Drei Ergänzungen des späten 19./frühen 20. Jahrhunderts im Wappen Wild. Restaurierung: 2008: Pascal Moret, Cugy: Sprünge geklebt. An Stelle eines fehlenden Splitters Blei eingesetzt. Oberes Randblei ersetzt.

Technique

Farbloses und blaues Glas. Rotes Überfangglas mit rückseitigem Ausschliff. Bemalung mit Schwarzlot und Silbergelb in verschiedenen Farbstufen sowie blauen und violetten Schmelzfarben.

History

Research

Laut der etablierten Genealogien müsste der Scheibenstifter, der hier den schwarzen Wappenschild führt, aus der “blauen Linie” der Von der Weid stammen und mit Franz Peter Emmanuel Von der Weid zu identifizieren sein. Dieser wurde um 1614 als Sohn des Hans III. Von der Weid und der Madeleine Chollet geboren und erhielt am 4.6.1637 das Bürgerrecht von Freiburg. Er durchlief eine steile politische Karriere. 1640 kam er als Vertreter des Neustadtquartiers in den Grossen Rat, wechselte 1644 ins Burgquartier, kam 1656 in den Rat der Sechzig, 1657 in die Heimliche Kammer und schliesslich 1659–1683 in den Kleinen Rat. 1652–1657 übernahm er die Leitung der Vogtei von Chenaux-Estavayer. Franz Peter Emmanuel diente 1649–1652 seiner Stadt auch als Grossweibel, 1659–1673 als Generalkommissär, 1675–1680 als Seckelmeister und 1683–1688 als Statthalter. 1668 erscheint er als Kartograph und veröffentlicht eine Karte des Kantons Freiburg. Er war zudem mehrmals Gesandter zu den Eidgenossen sowie an fremde Höfe und hob 1644 und 1672 für Spanien zwei Kompanien aus. 1663 erwarb er die Mühle Tasberg und 1678 von Hans Franz Werro (vgl. FR_122) ein Haus in La Tour-de-Peilz. Ihm gehörte zudem das Gut Römerswil sowie Hattenberg, das seit 1570 Peter von Lanthen-Heid besessen hatte (vgl. Bergmann 2014. Bd. 2. S. 279) und aus dem er 1687 testamentarisch ein Fideikommis machte. Seit 1640 war Franz Peter Emmanuel mit Maria Elisabeth Wild (* 1619), einer Tochter des Ratsherren Johann Heinrich Wild und der Barbara Fegely, den Besitzern des nahegelegenen Gutes Tasberg, verheiratet. Franz Peter Emmanuel vergrösserte 1679 sein Herrenhaus in Hattenberg und stattete es mit bedeutenden Rankenmalereien aus (Kopp 2008. S. 41). Maria Elisabeth Wild, Schwester Franz Joseph Niklaus Wilds (vgl. FR_138), verschied nach dem 7.12.1667. Franz Peter Emmanuel von der Weid überlebte seine Frau um rund zwanzig Jahre und starb am 4.1.1688. Franz Peter von der Weid spendete wiederum als Grossrat 1683 nochmals eine Wappenscheibe, die er nun aber Leontius Bucher in Auftrag gab (Foto SLM 8799, Standort unbekannt; Bergmann 2014. Bd. 2. Abb. 133.1). Es handelt sich bei der vorliegenden Scheibe von 1651 sicher um jene, die sich zusammen mit einer gleich datierten Scheibe Wild–Diesbach (Standort unbekannt), mit der Scheibe Wild–Fivaz (VMR_148_FR_323) und anderen Wappenstiftungen bis 1918 in einer dem hl. Philipp geweihten Kapelle beim Landgut der Familie Techtermann in Römerswil befand und von Dellion 1901 noch beschrieben wurde (Dellion XI, 1901. S. 189; vgl. auch Amman 1920. S. 38. Die Familie war durch Heirat 1831 an die Besitzungen gelangt. Kopp 2003. S. 40). Schon die Mutter des mutmasslichen Stifters, Magdalena Von der Weid, geb. Chollet (* 1593), hatte um 1625 Besitzungen in Römerswil erworben (Witwe Hans Von der Weids [† 1620], in 2. Ehe verheiratet mit Pankraz Gerfer). 1671 kaufte Franz Peter Emmanuel Von der Weid dem Hofbesitzer Franz Peter Gasser ein weiteres Gut ab, so dass er fortan zwei Drittel des Römerswiler Besitzes sein Eigen nennen konnte (Kopp 2003. S. 21; Kopp 2008. S. 45). Er vererbte das Land seiner Tochter Margaretha, die hier ein Herrenhaus errichtete, das mit dem Datum 1689 und den Wappen von der Weid und Gottrau bezeichnet ist. Wenn auch die drei erhaltenen Scheiben eher an einen Zusammenhang mit der Familie Wild denken liessen, da dreimal Mitglieder dieser Familie vertreten sind, so ist es aber auch durchaus denkbar, dass alle drei Scheiben in eine Besitzung der befreundeten und verwandten Familie Von der Weid gestiftet wurden. Die Kapelle St. Philipp wurde allerdings erst durch den Neffen Margarethas, Philipp Von der Weid, errichtet und erst am 12.7.1722 geweiht. In Römerswil stand jedoch schon 1445 eine Kapelle unter dem Patronat des hl. Ursus. Wahrscheinlicher ist aber, dass die 1918 beschriebenen Scheiben erst im 19. Jahrhundert unter der Familie de Techtermann in der Römerswiler Kapelle vereinigt wurden. Darauf dürfte auch die Tatsache hinweisen, dass die von Dellion beschriebenen Scheiben aus drei verschiedenen Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts stammen (Neben den drei oben erwähnten Scheiben mit den Wappen Wild–Fivaz, Wild–Diesbach und Von der Weid–Wild auch eine Scheibe Wilhelm Techtermanns von 1662 [vgl. Bergmann 2014. Bd. 1. Abb. 212), eine Scheibe Gottrau-Tugginer 1625 [vgl. Bergmann 2014. S. 138 und 94] und eine Scheibe Buman–Fegely, heute im Musée Gruérien, Bulle [FR_252]).

Dating
1651
Date of Receipt
2008
Original Donator

Von der Weid, Franz Peter (um 1614–1688) · Wild, Maria Elisabeth (1619–1667)

Donator / Vendor

Erbengemeinschaft Philippe und Joëlle Von der Weid, Freiburg.

Previous Location
Place of Manufacture
Owner

Musée d’art et d’histoire Fribourg (e-collection MAHF)

Previous Owner

Aus der Kapelle St. Philipp in Römerswil an Privatsammler verkauft. 2008 Schenkung aus Privatbesitz Philippe und Joëlle Von der Weid, Freiburg.

Inventory Number
MAHF 2008–022

Bibliography and Sources

Literature

Dellion, Apollinaire R. P. et François Porchel. Dictionnaire historique et statistique des paroisses catholiques du Canton de Fribourg. Suivi du Répertoire du dictionnaire par Pierre de Zurich. 12 Bde. Genève 1994 (Reprint der Ausgabe 1884–1902). Bd. XI, 1901. S. 189.

Amman, Alfred d’. Lettres d’armoiries et de noblesse concédées à des familles fribourgeoises. In: Archives héraldiques suisses / Schweizer Archiv für Heraldik 1920, p. 38 (aus der Kapelle Römerswil).

Bergmann, Uta. Die Freiburger Glasmalerei des 16.–18. Jahrhunderts / Le vitrail fribourgeois du XVIe au XVIIIe siècle (Corpus vitrearum Schweiz, Reihe Neuzeit, Bd. 6 / époque moderne vol. 6). 2 Bde / vol. Bern et al. 2014. Bd. 2. Kat.-Nr. 133.

Vgl.

StAF Amman, Généalogies (Staatsarchiv Freiburg) fol 36 (Vonderweid).

Vevey, Hubert de. La famille von der Weid de Fribourg (branches de Römerswil et de Hattenberg). Notes généalogiques. s. l. [Fribourg] 1962/63. Nr. 16.

Weitzel, Alfred. Répertoire général des familles dont les membres ont occupé les fonctions baillivales. In: Archives de la Société d’Histoire du Canton de Fribourg 10, 1915. S. 483, 558.

Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz (HBLS) VII, 1934. S. 296, Nr. 6.

Dictionnaire historique et biographique de la Suisse (DHBS) VII, 1933. S. 172, Nr. 6.

Von der Weid, Nicolas. Généalogie Von der Weid avec les alliés des dernières génerations. o. O. [Fribourg] 2001 (Typoskript im StAF Généalogies diverses 357) Tab. 2.

Kopp, Peter F. Geschichte von Römerswil, St. Ursen FR. (FIFAG-Stiftung für eine Freiburger Forschungsstelle für Agrageschichte und Stadt-Land-Beziehungen) o. O. 2003.

Kopp, Peter F. Terres. Seigneurs – propriétaires et paysans – fermiers entre Gérine et Gottéron. (Archives de la Société d’Histoire du Canton de Fribourg, n. s. 2) Fribourg 2008. S. 41.

Foerster, Hubert. Liste alphabétique et chronologique des avoyers, baillis, bannerets, bourgmestres, conseillers, membres des 60 et des 200, péagers de la Singine, secrétaires du Conseil et trésoriers 1399–1798. Fribourg 2008. (Staatsarchiv Freiburg Rg 3). S. 198.

Von der Weid, Nicolas. Généalogie de la famille Von der Weid et alliés XIVe – XXe siècle. I. Histoire familiales. o. O. [Fribourg] 2011 (Typoskript im StAF Généalogies diverses 494.1) S. 25–26.

Image Information

Name of Image
FR_Freiburg_MAHF_FR_133
Credits
© MAHF (Foto: Francesco Ragusa)
Copyright
© Musée d'art et d'histoire Fribourg (MAHF)

Inventory

Reference Number
FR_133
Author and Date of Entry
Uta Bergmann 2016

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