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BE_2255: Riss zu Wappenscheibe Jacques Antoine
(ZH_Zuerich_SNM_BE_2255)

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Titel

Riss zu Wappenscheibe Jacques Antoine

Art des Objekts
Masse
31.7 x 19.0 cm
Künstler:in / Hersteller:in
Datierung
1588
Standort
Inventarnummer
AG 12019
Forschungsprojekt
Autor:in und Datum des Eintrags
Marion Gartenmeister 2023

Ikonografie

Beschreibung

Im Zentrum des Scheibenrisses steht das Vollwappen des Jacques Antoine in einem ovalen Rahmen. Dieser ist mit Roll- und Beschlagwerk verziert und nur auf der linken Blatthälfte ausgeführt. Rechts ist der Verlauf des Bleinetzes eingezeichnet. Im linken Zwickel oben spielt ein Putto. Die Inschriftenkartusche unten wird links von einem Engelknaben begleitet und trägt neben der Stifterinschrift die Signatur des Künstlers mit vollem Namen sowie den Eigentumsvermerk Hans Rudolf Landos.

Iconclass Code
46A122 · Wappenschild, heraldisches Symbol
Heraldik

Wappen Antoine, Jacques

Inschrift

JAQVES ANTHOINE PEAGEUR / DE LA WILLNEVEVE ANNO (in der Kartusche in Schwarz)
15 NVR[iedt] 88 (darunter in Schwarz, Ergänzung des Namens mit hellbrauner Tinte.)
HRLando 1605 (rechts unten in Hellbraun)
CCCCLX (oben rechts in Braun)
Erkauft von Ludwig Koch durch mich HRLando 1605 Jars (auf der Rückseite mit einzelnen Fehlstellen)
WF (in Schwarz)
AG 12019 / 12019 (auf dem Unterlagsblatt mit Bleistift) (Sammlerstempel des Landesmuseums).

Signatur

NVR[iedt]

Materialien, Technik und Erhaltungszustand

Technik

Feder in Schwarz und grau laviert.

Erhaltungszustand und Restaurierungen

Wasserzeichen: unbestimmt.
Vertikalknick. Keine Randlinien.
Allseitig beschnitten und auf eine feste Unterlage geklebt, wobei die ursprünglichen Beischriften sichtbar sind. Quetschfalte oben rechts. Links mit einzelnen Fehlstellen und weisse Spuren des Klebers?

Entstehungsgeschichte

Forschung

In der Sammlung Wyss im Bernischen Historischen Museum wird ein ähnlich komponierter Scheibenriss mit dem Wappen Hans Georg May von Niklaus von Riedt aufbewahrt (BHM 20036.712; Hasler, 1996/1997, 1. Bd., S. 254). Dieser Entwurf zeigt das Wappen ebenfalls in einem ovalen Rahmen. Analog gestaltet ist auch ein weiterer Riss von Riedts der gleichen Sammlung mit dem Wappen von Wattenwyl (BHM 20036.740).
Ein Jacques Antoine und sein zugehöriges Wappen konnten bisher nicht bestimmt werden. Im Historisch Biographischen Lexikon der Schweiz ist eine Familie Anthoine aus Estavayer belegt, die Ende des 16. Jahrhunderts ausstarb (HBLS, 1921–1934, 1. Bd., S. 383). Der Familienname Peageur ist in der Schweiz nicht nachweisbar. «Péageur» könnte folglich auch als Namenszusatz interpretiert werden. Dies würde bedeuten, dass der Stifter als Zöllner in Villeneuve tätig gewesen wäre. Bern unterhielt in Villeneuve einen Zollposten.
Die Beischrift auf der Rückseite von Hans Rudolf Lando belegt, dass der auf der Vorderseite gesetzte Name als Eigentumsvermerk zu deuten ist (Gartenmeister, 2019, S. 56). Die Ergänzung des Monogramms NVR mit dem vollen Namen Riedt ist wie die Beischrift Landos in hellbrauner Tinte angebracht worden. Ob die sicher spätere Ergänzung von Lando stammt, muss hypothetisch bleiben. Auf der Rückseite findet sich ein weiteres Besitzerzeichen "WF". Dieses findet sich auch auf anderen Scheibenrissen, unter anderem auf einem Entwurf für eine Wappenscheibe Johann Anton II. Tillier, der in der Sammlung Wyss im Bernischen Historischen Museum aufbewahrt wird (BHM 20036.737) (Hasler, 1996/1996, 1. Bd., S. 245) oder auf einem Scheibenriss für eine Wappenscheibe Anthon Wyss im Schweizerischen Nationalmuseum (AG 11877, BE_2548). Letzterer war ebenfalls in Besitz von Hans Rudolf Lando. Lehmann identifizierte das ligierte WF als Besitzerreichen des Glasmalers Wolfgang (Brandolf) Furter aus Zofingen (Lehmann, [1945], S. 31). Demnach wäre Furter noch vor Ludwig Koch in den Besitz des Risses gekommen.

Datierung
1588
Stifter:in

Antoine, Jacques, Villeneuve

Provenienz

Eigentümer:in

Schweizerisches Landesmuseum

Vorbesitzer:in

Monogrammist WF / Wolfgang Furter, Zofingen · bis 1605 Ludwig Koch, Bern (1577 – vor 1613) · ab 1605 Hans Rudolf Lando, Bern (1584–1646)

Vorbesitzer:in (strukturiert)
Von [Eingangsjahr unbekannt] bis 1605: Koch, Ludwig, Bern (Schweiz)
Von 1605 bis 1646 (ca.): Lando, Hans Rudolf, Bern (Schweiz)

Bibliografie und Quellen

Literatur

Gartenmeister, M. (2019). "Erkauffdt durch mich HRLando", Der Glasmaler Hans Rudolf Lando als Sammler von Scheibenrissen. Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte, 76 (3), 51–74, https://doi.org/10.5169/seals-846965

Hasler, R. (1996/1997). Die Scheibenriss-Sammlung Wyss. Depositum der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Bernischen Historischen Museum. Bern: Stämpfli und Cie AG.

HBLS. Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. (1921–1934). 8 Bde. Neuenburg.

Lehmann, H. ([1945]). Glasmaler und Glasgemälde des alten Zofingen im Rahmen der Stadtgeschichte, Zofingen.

Mensger, A. (2012). Die Scheibenrisse der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. 2 Bde. Köln, Weimar, Wien: Böhlau Verlag.

Bildinformationen

Name des Bildes
ZH_Zuerich_SNM_BE_2255
Fotonachweise
Schweizerisches Nationalmuseum

Zitiervorschlag

Gartenmeister, M. (2023). Riss zu Wappenscheibe Jacques Antoine. In Vitrosearch. Aufgerufen am 19. Oktober 2026 von https://vitrosearch.ch/objects/2722080.

Informationen zum Datensatz

Referenznummer
BE_2255