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FR_98: Figurenscheibe Jean Perroud 1624
(FR_Freiburg_MAHF_FR_98)

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Titel

Figurenscheibe Jean Perroud 1624

Art des Objekts
Künstler / Hersteller
Herstellungsort
Datierung
1624

Ikonografie

Beschreibung
Im Mittelbild steht, umgeben von einem umwölkten Strahlenkranz, die mit einem blauen Gewand und einem violetten Mantel bekleidete Muttergottes auf der Mondsichel. Als Himmelskönigin trägt sie Krone und Zepter. Sie hält im rechten Arm das segnende Jesuskind mit der Weltkugel. Vor den seitlichen Wandabschnitten mit schmalen Pilastern stehen zwei Heilige: links der hl. Benedikt von Nursia im Ordenshabit mit Abtstab und dem Giftglas in der Linken (Der Ordensheilige Benedikt verweist möglicherweise auf die verschiedensten Beziehungen der Pfarreien Ependes und Arconciel zum nahegelegenen Zisterzienserkloster Hauterive), rechts der Namenspatron des Stifters. Der hl. Johannes der Täufer trägt das härene Gewand und einen Mantel. Die Rechte im Segensgestus erhoben, hält er in der Linken das Buch, auf dem das Lamm Gottes mit dem geschulterten Kreuz liegt. Im Oberbild ist zwischen zwei blauen Podesten die Verkündigung an Maria dargestellt, die links am Betpult kniet. Der Engel eilt von rechts zu ihr. Voraus schwebt die Taube des hl. Geistes. Am Fuss der Scheibe wird die Inschrift eingefasst vom Wappen rechts und vom Bildnis des Stifters, der links in geistlicher Tracht betend zu Füssen der Muttergottes kniet. Seine lateinische Devise entnahm der Priester der Vulgatabibel: “Der Bruder, dem durch einen Bruder geholfen wird, ist wie eine feste Stadt” (Vulgata latina, Proverbia 18, 19).
Iconclass Code
11F4 · Madonna; d.h. Maria mit dem Christuskind
11H(BENEDICT) · Benedikt von Nursia, Abt von Monte Cassino und Gründer des Benediktinerordens, mögliche Attribute: Weihwedel, Buch, Kelch (manchmal zerbrochen), Rabe mit Brotlaib, Sieb (oder Tafel)
11H(JOHN THE BAPTIST) · Johannnes der Täufer; mögliche Attribute: Buch, Schilfkreuz, Taufgefäß, Honigwabe, Lamm, Stab
46A122(PERROUD) · Wappenschild, heraldisches Symbol (PERROUD)
73A52 · die Verkündigung: Maria, die meistens liest, wird vom Engel Gabriel besucht (manchmal belauscht eine Frau die Unterhaltung)
Iconclass Stichworte
Heraldik
Wappen Perroud: In Schwarz mit goldenem Schildrand über goldenem Dreiberg ein goldener Kelch, überhöht von einer silbernen Hostie.
Inschrift
Stifterinschrift: IOANNES A NIGRA AQUA / ALIAS PERRODVS / PAROCHVS IN EPENDES / FRATER QVI ADIVVATVR / [A] FRATRE QVASI CIVITAS FIRMA / 1624.
Signatur
Keine

Technik / Zustand

Erhaltungszustand und Restaurierungen
Erhaltung: Zahlreiche Notbleie und einzelne Sprünge. Untere Partie der Marienfigur ergänzt. Vor allem im mittleren und unteren Bereich vorderseitig korrodiert, z. T. mit Lochfrass.
Restaurierung: 1886: Maria (Anneler-) Beck, Bern.
Technik
Farbloses, blaues, grünes, violettes und rotes Glas. Bemalung mit Schwarzlot in verschiedenen Farbstufen, Silbergelb sowie blauen und violetten Schmelzfarben. Brandmarke: z.

Entstehungsgeschichte

Forschung
1604 wurde Jean Perroud von Neirigue (de Nigra aqua alias Perrod), Sohn des Jean, als Vikar in Ependes angestellt. 1614–1622 amtete er als Pfarrer in Arconciel und 1621–1625 als Vikar in Prez-vers-Noréaz. 1623–1627 kehrte er als Pfarrer nach Ependes zurück. Offenbar beherrschte er die deutsche Sprache nur mangelhaft, denn er bat 1624 den Rat, seine Pfründe mit dem Vikar von Tafers tauschen zu dürfen, um sich in dieser Sprache zu perfektionieren. Perroud amtete 1626–1634 auch als Pfarrer in Grangettes, wo er 1628 testamentarisch mehrere Messen stiftete. Er starb 1634. Die Zuordnung der Scheibe an einen bestimmten Glasmaler gelang bisher nicht.
Datierung
1624
Eingangsdatum
1881
Stifter
Perroud, Jean († 1634)
Schenker / Verkäufer
Bistum Freiburg
Ursprünglicher Standort
Herstellungsort
Eigentümer
Musée d’art et d’histoire Fribourg (e-collection MAHF)
Vorbesitzer
Aus bischöflichem Besitz 1881 erworben. Nach Clément/Riedo/Tornare 1993 aus der Pfarrkirche in Ependes.
Inventarnummer
MAHF 3278

Bibliografie und Quellen

Literatur
Grangier, Louis. Catalogue du Musée cantonal de Fribourg. Fribourg 1882. S. 107, Nr. 341.
Grangier, Louis. Catalogue du Musée Marcello et des autres oeuvres d’art faisant partie du Musée cantonal de Fribourg. Fribourg 1887. S. 28, Nr. E 45.
Catalogue du Musée Cantonal des Beaux-Arts et d’Antiquités Fribourg. Répertoire général. 1909 ff. (Handschriftlicher Katalog Archiv MAHF) Nr. 57.
Ependes et Sâles. L’histoire de deux villages de leur origine à nos jours. Textes de Pierre-Joseph Clément, Michel Riedo et Gérard Tornare. Fribourg 1993. S. 59, Abb. S. 57.
Bergmann, Uta. Die Freiburger Glasmalerei des 16.–18. Jahrhunderts / Le vitrail fribourgeois du XVIe au XVIIIe siècle (Corpus vitrearum Schweiz, Reihe Neuzeit, Bd. 6 / époque moderne vol. 6). 2 Bde / vol. Bern et al. 2014. Bd. 2. Kat.-Nr. 98.
Vgl.
Dellion, Apollinaire R. P. et François Porchel. Dictionnaire historique et statistique des paroisses catholiques du Canton de Fribourg. Suivi du Répertoire du dictionnaire par Pierre de Zurich. 12 Bde. Genève 1994 (Reprint der Ausgabe 1884–1902). Bd. I, 1884. S. 80 (Arconciel); V, 1886. S. 67, 73 (Ependes); VI, 1888. S. 539, 542 (Grangettes); IX, 1897. S. 216 (Prez-vers-Noréaz).
(Maurice Villard?) Clergé séculier et régulier. Original in den Archives de l’Evêché Fribourg. (Staatsarchiv Freiburg Rr 26.1). S. 142.
Thürler, Athanas. Catalogue alphabétique des prêtres séculiers et réguliers au service du diocèse de Lausanne, Genève et Fribourg jusqu’en 1996 / Alphabetisches Verzeichnis der Priester aus dem Welt- und Ordensklerus im Dienst der Diözese Lausanne, Genf und Freiburg bis 1996. Uebewil 1997 (Ms. Kantons- und Universitätsbibliothek und Staatsarchiv Freiburg Rr 26.5) Nr. 5486.

Bildinformationen

Name des Bildes
FR_Freiburg_MAHF_FR_98
Fotonachweise
© MAHF (Foto: Primula Bosshard)
Copyright
© Musée d'art et d'histoire Fribourg (MAHF)

Inventar

Referenznummer
FR_98
Autor und Datum des Eintrags
Uta Bergmann 2016
Version 0.9.8.1