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BE_277: Scheibenfragment mit Wappen Peter Im Haag (Imhag) d. J.
(BE_Vinelz_refK_ImHaagP)

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Titel

Scheibenfragment mit Wappen Peter Im Haag (Imhag) d. J.

Art des Objekts
KünstlerIn / HerstellerIn
Wysshan, Vinzenz · zugeschr.
Datierung
um 1567
Masse
20.5 x 15. cm im Licht

Ikonografie

Beschreibung

Von dieser Scheibe ist nur noch der Schild mit dem Stifterwappen erhaltem.

Iconclass Code
46A122 · Wappenschild, heraldisches Symbol
Iconclass Stichworte
Heraldik

Wappen Im Haag (Imhag), Peter

Signatur

Keine

Technik / Zustand

Erhaltungszustand und Restaurierungen

Fragment mit zwei Sprungbleien.

Technik

Rotes Überfangglas mit rückseitigem Ausschliff; Bemalung mit Schwarzlot und Silbergelb.

Entstehungsgeschichte

Forschung

Die lediglich durch das vorliegende Fragment bezeugte Wappenscheibe des Peter Im Haag entstand wohl wie die anderen aus der Kirche Vinelz stammenden, heute im Bernischen Historischen Museum in Bern befindlichen Glasgemälde um das Jahr 1567. Weil aus dieser Zeit keine Umbauten an der Kirche dokumentiert sind, ist man allerdings im Unklaren darüber, was der genaue Grund für diese Scheibenstiftungen war. Nach Egbert Friedrich von Mülinen sowie Franz Thormann und Wolfgang Friedrich von Mülinen war der Wappenschild Peter Im Haags Ende des 19. Jahrhunderts zusammen mit dem anderen Wappenfragment in das südliche Ochsenauge im Kirchenschiff eingefügt. Weil die Dekorationsmalerei um das Rundfenster wie das Wappen des Glasgemäldes die Initialen PIH zeigt, ist es möglich, dass sich die Scheibe bereits ursprünglich dort befunden hatte. Die Malerei datiert allerdings erst aus der Zeit um 1667/68 (Moser 1998). Laut den Amtsrechnungen Erlachs von 1566 erhielt damals "Vincentz Wysshanen für das vensterwerch in der kilchen Vineltz 55 Pf. 12 Sch." (Staatsarchiv Bern, Berner Amtsrechnungen: Auszüge von Dr. Marti-Wehren, Kopien im Vitrocentre Romont). Andres Moser vermutete, dass Wysshan damals lediglich als Glaser für die Herstellung von Fenstern entlohnt wurde und die Wappenscheiben von zwei bis drei unbekannten Berner Glasmalern ausgeführt wurden. Weil die beiden von Bern und dem dortigen Schultheissen Johannes I. Steiger für die Kirche von Ligerz in Auftrag gegebenen Doppelscheiben 1567 datiert sind, ist es in der Tat höchst zweifelhaft, dass sich der genannte Rechnungsbetrag darauf bezieht (in der Regel wurden die Glasmaler erst nach Ausführung des Auftrages entlohnt). Weil Wysshan von Bern verschiedentlich ausdrücklich für die Lieferung eines Fensters mit Standeswappen bezahlt wurde, spricht allerdings Vieles dafür, dass er den Glasmalerberuf ausübte. Auch ohne Vorhandensein eines sicheren Quellenbelegs darf man ihn deshalb als Schöpfer der damals nach Ligerz gelieferten Glasgemälde in Betracht ziehen, dies um so mehr, als ihn eine verwandtschaftliche Beziehung mit Vinelz verband. Im Jahr 1561 hatte er nämlich Barbara Im Haag, die Schwester des Scheibenstifters Peter Im Haag, geheiratet. Peter Im Haag der Jüngere (1531–1577), der Sohn Peters des Älteren († 1565), war in Bern seit 1554 Mitglied des Grossen Rats und Oberspitalschreiber. Zwischen 1559 und 1565 amtete er mehrmals als Sechzehner und von 1565–1570 als Landvogt zu Erlach. 1570 sass er erneut im Grossen Rat, und 1575 wurde er Inselschreiber (HBLS 4/1927, S. 337). Die Annahme Egbert Friedrich von Mülinens (1893), dass der in der Sammlung Wyss des Bernischen Historischen Museums befindliche Riss von 1550 mit dem Wappen des Peter Im Haag für die vorliegende, fragmentarisch erhaltene Scheibe geschaffen wurde, muss bezweifelt werden. Wie Heinz Matile dargelegte, dürfte dieser Riss für eine Wappenscheibe des gleichnamigen Vaters Peter Im Haag des Älteren, dem Landvogt von Bipp, bestimmt gewesen sein (Matile 1974; Hasler 1996/97, Bd. 1, Nr. 168).

Datierung
um 1567
Zeitraum
1565 – 1570
StifterIn

Im Haag (Imhag), Peter (1531–1577)

Herstellungsort
EigentümerIn

Seit 1984 Kirchgemeinde Vinelz (laut Gebrauchsleihevertrag mit dem Kanton Bern vom 25.1.1984).

VorbesitzerIn

Staat Bern

Bibliografie und Quellen

Literatur

Egbert Friedrich von Mülinen, fortgesetzt von Wolfgang Friedrich von Mülinen, Beiträge zur Heimathkunde des Kantons Bern deutschen Theils, Sechstes Heft. Das Seeland, Bern 1893, S. 551.

Franz Thormann/Wolfgang Friedrich von Mülinen, Die Glasgemälde der bernischen Kirchen, Bern o. J. [1896], S. 41, 93.

Heinrich Oidtmann, Geschichte der Schweizer Glasmalerei, Leipzig 1905, S. 238.

Heinz Matile, Die Glasgemälde des 16. bis 19. Jahrhunderts in den Kirchen des Amtes Erlach, in: Aus der Geschichte des Amtes Erlach. Festgabe, Bern 1974, S. 202f., Abb. 103.

Robert Aeberhard, Kirchen im Seeland, Biel 1980, S. 231.

Rolf Hasler, Die Scheibenriss-Sammlung Wyss. Depositum der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Bernischen Historischen Museum, Bern 1996/97, Bd. 1, Kat.-Nr. 168.

Andres Moser, Die Kunstdenkmäler des Kantons Bern, Landbd. II, Basel 1998, S. 310.

Auszüge aus Kirchgemeinderatsprotokollen Vinelz 1883–1890 in Unterlagen von Heinz Matile (BHM Bern, Kopien im Vitrocentre Romont).

Vgl.

Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz (HBLS).

Weiteres Bildmaterial

Denkmalpflege Kt. Bern, Neg. Howald R 642/10

Bildinformationen

Name des Bildes
BE_Vinelz_refK_ImHaagP
Fotonachweise
© Vitrocentre Romont
Aufnahmedatum
2015
Copyright
© Kirchgemeinde Vinelz-Lüscherz

Inventar

Referenznummer
BE_277
AutorIn und Datum des Eintrags
Rolf Hasler ; Sarah Keller ; Patricia Sulser 2016
Version 1.2 Objekte | KünstlerInnen | Werkstätten | Gebäude / Institutionen