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SR_63: Riss zu Wappenscheibe Pankraz Wild
(BE_Bern_Kunstmuseum_SR_63)

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Title

Riss zu Wappenscheibe Pankraz Wild

Type of Object
Dimensions
23.5 x 21.0 cm
Artist / Producer
Dating
1551
Location
Inventory Number
A 0929
Research Project
Author and Date of Entry
Marion Gartenmeister 2023

Iconography

Description

Im Bildfeld ist eine Tätigkeit des Gerberhandwerks dargestellt. Sie zeigt, wie der Gerber oder Lederer in einer Aschengrube, dem Äscher, das Fell mit den Füssen bearbeitet, um danach die Haare besser vom Leder entfernen zu können. Dabei hält sich der Gerber mit den Händen an einem Stab fest, den er waagrecht vor sich hält und über zwei seitliche Holzstangen führt. Er trägt ein Oberhemd und Beinlinge. Ein Blätterkranz schmückt seinen Kopf. Am vorderen Gestänge der Grube hängt eine Flasche. Hinter ihm erhebt sich skizzenhaft eine weite Landschaft mit Bergen und einer Burg.
Eine Balustersäule, die ein Gebälk trägt, rahmt in der linken Blatthälfte die Szene ein. Die Rahmung in der rechten Blatthälfte wurde nicht ausgeführt. Die Fusszone zeigt die Inschrift jedoch ohne Rahmung und Ornamenten.
Die Zeichnung ist in feinen, wenigen Strichen skizzenhaft erfasst.

Iconclass Code
47B1712 · tanner
Iconclass Keywords
Inscription

Banngratz Wild 1551 Jar (Am unteren Blattrand in Dunkelbraun)
HRLando 1605 (im Bildfeld in Dunkelbraun)
929 (mit Bleistift unten rechts,Inventarnummer) / 40 (oben rechts) (Sammlungsstempel unten rechts)
Erkauffdt von Ludwig Koch durch mich HRLando 1605 Jars (auf der Rückseite: in Dunkelbraun) 764 (mit Bleistift durchgestrichen) / A 929 (unterhalb des Eigentumsvermerks Landos) (Sammlungsstempel)

Signature

keine

Materials, Technique and State of Preservation

Technique

Feder in Braun auf Papier.

State of Preservations and Restorations

Kein Wasserzeichen, keine Randlinien.
Horizontalknick.
Obere und rechte Blattseite beschnitten; untere rechte Ecke abgerissen.
Grosser Fettfleck in der linken Blatthälfte, braune Flecken in der oberen rechen Ecke. Stark fleckig und abgenutzt. Rückseite mit Klebespuren, stark fleckig. War ursprünglich auf eine alte Unterlage montiert.

History

Research

Die Darstellung des Bearbeitens der Felle in einer Grube findet sich etwas abgewandelt im Hintergrund des Holzschnittes mit dem Läderer von Jost Ammann im Ständebuch des Hans Sachs (Sachs, 1568, [S. 123]) wieder. Dort wir im Text beschrieben, dass die Felle in den Äscher, eine Grube, geworfen werden, bevor sie enthaart werden. Daniel Lindtmayer hat diesen Produktionsschritt ebenfalls in einem Scheibenriss mit weiteren Szenen des Gerber- sowie des Metzgerhandwerks dargestellt (Karlsruhe Staatliche Kunsthalle Kupferstichkabinett, Inv. Nr. XI 114). Eine direkte Bildvorlage konnte bislang nicht ausfindig gemacht werden.
Das Geschlecht Wild ist im 16. Jahrhundert in verschiedenen Kantonen nachweisbar, darunter auch in Bern und Freiburg (HBLS 7, Bd. S. 531–534). Aus zeitlichen Gründen kommt jedoch nur der 1527 geborene Pankraz Wild (gest. 1586) aus Freiburg (HBLS 4, S. 532) in Frage. Er war 1555 Heimlicher, 1560 Venner des Neustadtviertels und 1556 Mitglied des kleinen Rates. Zudem war er 1563 Zeugherr, von 1567–1570 Bürgermeister und 1577–1581 Säckelmeister. Sein Grossvater war Hans Wild, der 1486 das Bürgerrecht in Fribourg erhielt und als Gerber nachgewiesen ist. Die Familie Wild hat in Freiburg auch mehrere Scheiben gestiftet (Bergmann, 2014, S. 106), darunter jedoch keine mit einem Bezug zum Gerberhandwerk. Eine zum Entwurf passende Scheibe ist bis heute nicht bekannt. Für die Ausführung in Frage käme der Glasmaler Lienhard Jerli (um 1525/27–1565), der nach dem Weggang von Heinrich Ban 1551 als Stadtglasmaler angestellt wurde (Bergmann, 2014, S. 317). Ob er auch den Scheibenriss angefertigt hat, lässt sich nicht sagen, da von Jerli keine Scheibenrisse erhalten sind. Möglich wäre auch, dass Jerli den Scheibenriss in Bern anfertigen liess. Der Zeichner des Risses bleibt daher unbekannt.
Der Kaufvermerk auf der Rückseite bestätigt, dass das Blatt 1605 von Hans Rudolf Lando bei seinem Berner Kollegen Ludwig Koch erworben wurde. Lando kaufte bei dieser Gelegenheit mehr als 50 Blätter unterschiedlicher Zeichner (Gartenmeister, 2019, S. 56).

Dating
1551
Commissioner

Wild, Pankraz

Provenance

Owner

Kunstmuseum Bern

Owner (structured)
Previous Owner

Vor 1605 Ludwig Koch, Bern (1577 – vor 1613) · ab 1605 Hans Rudolf Lando, Bern (1584–1646)

Previous Owner (structured)
From [year of reception unknown] until 1605: Koch, Ludwig, Bern (Switzerland)
From 1605 until 1646 (c.): Lando, Hans Rudolf, Bern (Switzerland)

Bibliography and Sources

Literature

Bergmann, U. (2014). Die Freiburger Glasmalerei des 16. bis 18. Jahrhunderts, Bern: Peter Lang.

Gartenmeister, M. (2019). "Erkauffdt durch mich HRLando", Der Glasmaler Hans Rudolf Lando als Sammler von Scheibenrissen. Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte, 76 (3), 51–74, https://doi.org/10.5169/seals-846965.

HBLS. Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. (1921–1934). 8 Bde. Neuenburg.

Kessel. P. (2017). Historisches Familienlexikon der Schweiz. Abgerufen von: www.hfls.ch.

Sachs, H. (1568). Eygentliche Beschreibung Aller Stände auff Erden. Hoher vnd Nidriger, Geistlicher vnd Weltlicher, Aller Künsten, Handwercken vnd Händeln [...]. Feyerabend. http://digital.slub-dresden.de/id278811973.

Image Information

Name of Image
BE_Bern_Kunstmuseum_SR_63
Credits
Kunstmuseum Bern
Date
2026

Linked Objects and Images

Additional Images
Riss zu Wappenscheibe Pankraz Wild, Rückseite

Citation suggestion

Gartenmeister, M. (2023). Riss zu Wappenscheibe Pankraz Wild. In Vitrosearch. Retrieved October 19, 2026 from https://vitrosearch.ch/objects/2722142.

Record Information

Reference Number
SR_63