Image Ordered

TG_476: Wappenscheibe Konrad von Schwalbach, Komtur zu Tobel
(TG_Affeltrangen_Kirche_TG_476)

Contact Details

Please specify your first name.
Please specify your name.
Please specify your e-mail address.
The e-mail address is invalid.

Please provide as much information as possible (publication title, database, publisher, edition, year of publication, etc.).

Should you have any questions, please send us an e-mail: info@vitrosearch.ch.

Please read and accept the terms of use.
Title

Wappenscheibe Konrad von Schwalbach, Komtur zu Tobel

Type of Object
Artist / Producer
Dating
1508

Iconography

Description

Die Scheibe ist in das südliche Chorfenster aus dem 19. Jahrhundert integriert. Sie zeigt das vor blau-schwarzem Damastgrund auf Wiesenboden gesetzte Vollwappen des Konrad von Schwalbach. Den Schild rahmen seitlich schmale gelbe Pilaster, an die hochgewachsene Stämmchen gebunden sind. Diese bilden sich oben zu einem Doppelbogen aus Ast- und Blattwerk.

Iconclass Code
46A122(SCHWALBACH VON) · armorial bearing, heraldry (SCHWALBACH VON)
Iconclass Keywords
Heraldry

Wappen Schwalbach, Konrad von: In Rot drei silberne Ringe rechtsschrägbalkenweise; Helm: golden; Helmdecke: rot und silbern; Helmzier: über zwei roten Büffelohren mit dem Schildbild zwei von Silber und Schwarz geteilte Büffelhörner, den Schild mit dem Johanniterwappen (in Rot silbernes Kreuz) umschliessend.

Inscription

Corat · Vo · schwalbach · s · Johanes · ord[ens] / comethvr zů · tobel · vn Receptor · i · obe · tüsc[hlad] / · 1 · 5 · 0 · 8 ·

Signature

keine

Technique / State

State of Conservation and Restorations

Nebst einigen alten Flickstücken besitzt die Scheibe zahlreiche neue Ergänzungen (Helm, Grossteil der Helmdecke, rechte Astsäule, das Eckglas unten rechts mit der Inschrift und ein Rundstück im Wappenschild (unterster Ring) sowie weitere Gläser). Technik und Zustand dieser Ergänzungen geben zu erkennen, dass sie nicht alle gleichzeitig eingesetzt wurden, sondern auf zwei Restaurierungen zurückgehen (wohl auf jene Wehrlis von 1882 sowie auf eine jüngere). Sprünge und Sprungbleie; die Verbleiung erneuert.

Rahn hielt 1899 (S. 7f) fest, dass 1882 von der Umrahmung nur die linke Astsäule erhalten war und der Helm bereits 1822 gefehlt habe. Ausserdem sei die Inschrift modern. Die alte Inschrift war aber noch vorhanden, da Rahn sie zitiert. Sie wurde später wieder an die Scheibe angebracht.

Restaurierungen 1882 Karl Wehrli, Zürich: Vermutlich Einsetzen eines Teils der Ergänzungen. Auf Wehrlis Restaurierung bezieht sich die Inschrift unten im Fenster n II: "Renovirt 1882."

Technique

Farbloses und farbiges Glas; rotes Überfangglas mit vorderseitigem Ausschliff; Bemalung mit Schwarzlot und Silbergelb.

History

Research

Der einem rheinischen Geschlecht entstammende Konrad von Schwalbach der Ältere (†6.3.1524) war von 1501 bis zu seinem Tod im Jahr 1524 Komtur zu Tobel. Während seiner letzten Regierungsjahre scheint er die Geschicke seines Hauses aufgrund psychischer Probleme allerdings nicht mehr selbst geleitet zu haben. Wahrscheinlich nahm zu jener Zeit sein seit 1518 als Verwalter von Tobel wirkender Ordensbruder Bernhard Koch diese Aufgabe wahr. Nach dem Ableben Schwalbachs übernahm dessen Sohn Konrad der Jüngere († 1532) das Komturamt in Tobel (Bühler, 2006, S. 497f.). Von diesem weiss man, dass er um 1520/25 in den Mittleren Hof in Stein am Rhein, den Wohnsitz des Wilhelm Peyer zu Freudenfels, eine Wappenscheibe schenkte (Hasler, 2010, S. 156).

Das Kirche von Affeltrangen dürfte vor 1508 eine Turm- und Chorerneuerung erfahren haben. Darauf weisen die von 1502 stammende grosse Glocke und die beiden 1508 sicherlich gegen Umbauabschluss vom Komtur und Schaffner der Kommende Tobel, der Kirchenherrin, gestifteten Glasgemälde (Knoepfli, 1955, S. 4). In den Glasgemälden des Komturs und des Schaffners sind der Wappenhelm beziehungsweise Johannes der Täufer jeweils nach rechts gewendet. Dies spricht dafür, dass beide Werke ursprünglich das rechte Stück einer Doppelstiftung bildeten, das heisst einmal eine Figuren- und einmal eine Wappenscheibe als Pendant besessen haben müssten. Diese Doppelstiftungen können sich im Chor oder im Schiff befunden haben. An ihrem heutigen Platz befinden sich die Glasgemälde seit 1968, davor befanden sie sich im Schiff. Die heutigen Chorfenster entsprechen aber nicht dem ursprünglichen Zustand. Wie bei der Renovation im Jahr 1882 festgestellt werden konnte, handelte es sich bei den Fensteröffnungen des frühen 16. Jahrhunderts um Spitzbogenfenster (Rahn, 1899, S. 7; Knoepfli, 1955, S. 5).

Die beiden Glasgemälde in Affeltrangen weisen zwar unterschiedliche Rahmungen auf, entstammen aber wohl dennoch derselben Glasmalerwerkstatt. Als einziger im Thurgau tätiger Glasmaler ist in dieser Zeit Ludwig Stillhart namentlich belegt. Dessen Stil ist aber durch die Glasgemälde für das Rathaus von Ermatingen (TG_16, TG_17, TG_18, TG_19) bezeugt und unterscheidet sich von demjenigen der Affeltranger Scheiben. Deren Schöpfer bleibt unbekannt.

Die Scheibe wird genannt in: Kuhn, 1869, S. 323. Escher, 1883, S. 393. Büchi, 1890, S. 30. Rahn, 1899, S. 7f. Herdi, 1934, S. 4. Knoepfli, 1955, S. 6, Abb. 5.

Dating
1508
Original Donator

Schwalbach, Konrad von

Owner

Evangelische Kirche Affeltrangen

Bibliography and Sources

Literature

Büchi, J. (1890). Ueber die Glasmalerei überhaupt und über thurgauische Glasgemälde insbesondere. Thurgauische Beiträge zur vaterländischen Geschichte, Heft 30.

Bühler, H. (2006). Tobel, Johanniter. In P. Zimmer und P. Braun (Red.). Die Johanniter, die Templer, der Deutsche Orden, die Lazariter und Lazariterinnen, die Pauliner und die Serviten in der Schweiz. Helvetia Sacra (HS), Abteilung IV: Die Orden mit Augustinerregel, Bd. 7, Erster Teil (S. 474–513). Basel: Schwabe & CO AG.

Escher, H. (Januar 1883). Kleinere Nachrichten. Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde, Nr. 1.

Hasler, R. (2010). Die Schaffhauser Glasmalerei des 16. bis 18. Jahrhunderts. Corpus Vitrearum Schweiz, Reihe Neuzeit, Bd. 5. Bern etc.: Peter Lang.

Herdi (1934), Tobel. Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Bd. 7.

Knoepfli, A. (1955). Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau. Bd. II: Der Bezirk Münchwilen. Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Basel: Birkhäuser Verlag.

Kuhn K. (1869), Thurgovia Sacra. Geschichte der katholischen Pfarrgemeinden des Kantons Thurgau. Erste Lieferung (Kapitel Frauenfeld–Steckborn), Frauenfeld: J. Huber.

Rahn, J.R. (1899). Die mittelalterlichen Bau- und Kunstdenkmäler des Cantons Thurgau. Frauenfeld: Commissionsverlag J. Huber.

Image Information

Name of Image
TG_Affeltrangen_Kirche_TG_476
Credits
© Vitrocentre Romont
Date
2018
Copyright
© Evang. Kirchgemeinde Affeltrangen

Inventory

Reference Number
TG_476
Author and Date of Entry
Rolf Hasler; Sarah Keller 2020

Linked Objects and Images

Additional Images
Schema
Version 1.3.1 Objects | Artists | Studios | Buildings / Institutions | Iconclass Codes