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TG_16: Allianzwappenscheibe Sebastian Muntprat von Salenstein und Christina von Altheim
(TG_Frauenfeld_HistMuseum_TG_16)

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Title

Allianzwappenscheibe Sebastian Muntprat von Salenstein und Christina von Altheim

Type of Object
Artist / Producer
Dating
1521

Iconography

Description

Vor rotem Damastgrund steht ein Kriegsmann in geschlitzter grüner Tracht und gelbem Barett als Schildhalter zwischen den beiden Vollwappen der Stifter. Mit gelbem Blattwerk dekorierte Pfeiler stützen einen gleichfalls blattgeschmückten Flachbogen. Darüber erscheinen ein Trommler und Pfeifer in einer Landschaft.

Iconclass Code
46A122(ALTHEIM VON) · armorial bearing, heraldry (ALTHEIM VON)
Iconclass Keywords
Heraldry

Wappen Muntprat von Salenstein, Sebastian: Geteilt von Schwarz und Silber mit drei (2, 1) Lilien in gewechselten Farben; Helm: blau; Helmdecke: silbern und schwarz; Helmzierde: über goldener Krone ein geschlossener, von Schwarz und Silber geteilter Flug mit dem Schildbild. Wappen von Altheim, Christina: In Silber ein halber blauer Löwe mit abgetrenntem Schwanz hinter der Mähne; Helm: blau; Helmdecke: silbern und blau; Helmzier: über goldener Krone ein wachsender blauer Löwe.

Signature

keine

Technique / State

State of Conservation and Restorations

Zahlreiche neue, auf zwei unterschiedliche Restaurierungen zurückgehende Ergänzungen; ein Sprung und Sprungbleie; die Verbleiung erneuert.

Technique

Farbloses und farbiges Glas; blaues und grünes Überfangglas mit vorderseitigem Ausschliff; Bemalung mit Schwarzlot und Silbergelb.

History

Research

Sebastian Muntprat von Salenstein, der Sohn des Konstanzer Bürgermeisters Jakob und der Margaretha von Ulm sowie der Bruder von Agnes (TG_17), wurde 1517 von Einsiedeln mit dem Meieramt zu Eschenz belehnt. 1516 war er Inhaber der Lehen zu Obersalenstein sowie 1519 Herr des von ihm neu erbauten Schlosses Hard bei Ermatingen. Ende 1518 übernahm er von seinem Onkel Ulrich die Herrschaft Weinfelden, wo er auch wohnte. 1521 unternahm er eine Pilgerreise zum Heiligen Grab nach Jerusalem. Als Ausgeselle gehörte er der Gesellschaft zur Katze in Konstanz an. Er war mit Christina von Altheim verheiratet. Bei seinem Tod 1550 wurde er in der Turmkapelle der Kirche von Ermatingen bestattet. Seine einem alten Überlinger Geschlecht entstammende Gemahlin lieh der Gemeinde Ermatingen 1521 200 Gulden an Hauptgut und übergab dieser im folgenden Jahr auf ihr 1553 erfolgtes Ableben hin Brief und Zins zu einer Armenspende, die sie später noch erweiterte (Kindler von Knobloch, Bd. I, 1898, S. 9, und Bd. III, 1919, S. 174; Knoepfli, 1947; Raimann/Erni, 2001, S. 272). Im Schloss Altenklingen befindet sich ein gestickter Teppich von 1527 mit dem Allianzwappen Sebastian Muntprats und seiner Gemahlin (Zollikofer/Fiechter-Zollikofer, 1925, S. 24, Taf.-Abb.; Knoepfli, 2001, S. 41–45). Diesem begegnet man ebenfalls auf einer Truhe aus Schloss Salenstein im Schweizerischen Nationalmuseum in Zürich (Raimann/Erni, 2001, S. 277, Abb. 287). In der Eremitage St. Petersburg existiert von diesem Ehepaar eine Allianzwappenscheibe von 1542 (Shlikevich, 2010, Nr. 4). 1553 stiftete Christina von Altheim als Witwe zudem eine vormals in der Sammlung Debruge-Dumenil und dann in der Sammlung Kahlbau befindliche, heute verschollene Scheibe (Wartmann, 1909, S. 178, Nr. 488; Auktionskatalog Helbing, 1912, Nr. 6, Abb).

Ermatingen unterstand dem Kloster Reichenau, dessen Abt Kollator, Grundherr und Gerichtsherr war. Spätestens seit dem 16. Jahrhundert hatte die Ortschaft einen Kleinen und Grossen Rat sowie ein eigenes Gericht (Rothenbühler, 2004). 1520 bat Ermatingen die Eidgenossen, in sein nach der Zerstörung im Schwabenkrieg wieder aufgebautes Rathaus Wappenscheiben zu stiften (Eidgenössische Abschiede 3/2, S. 1251, 26. Juli 1520). Wie die vier von dort stammenden Allianzwappenscheiben zeigen (TG_16, TG_17; TG_18, TG_19), stifteten damals auch verschiedene Konstanzer Privatpersonen in das Rathaus. Sebastian Muntprat war Besitzer der Ermatingen benachbarten Herrschaften Salenstein und Hard und liess sich sogar in der Kirche Ermatingen begraben. Eine der vier Allianzscheiben, die Stiftung von Hans Jakob von Ulm und Barbara Zum Thor, trägt das Monogramm des Konstanzer Glasmalers Ludwig Stillhart.

Die Scheibe wird genannt in: Boesch, 1947, S. 26. Knoepfli, 1947, Nr. 227. Knoepfli, 1950, S. 144. Rathaus Frauenfeld, 1983, S. 39. Früh, 2001, S. 54. Raimann/Erni, 2001, S. 277. Knoepfli, 2001, S. 43, Farbtaf. Hasler, 2010, S. 336, 409. Hux, 2010, Abb. S. 19. Abegg/Erni/Raimann, 2014, S. 172. Bergmann, 2014, Kat., S. 872, Anm. 14, Abb. 347.4.

Dating
1521
Original Donator

Muntprat von Salenstein, Sebastian · Altheim, Christina von

Previous Location
Place of Manufacture
Owner

Seit 1947 Historisches Museum Thurgau

Previous Owner

1939 Erwin Rothenhäusler, Mels (Vorweisung im Schweizerischen Nationalmuseum 1939) · 1947 Eugen Meyer, Antiquitäten, Zürich

Inventory Number
T 6444

Bibliography and Sources

Literature

Abegg, R., Erni, P. und Raimann, A. (2014). Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau, Bd. VIII: Rund um Kreuzlingen. Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Basel: Verlag Birkhäuser.

Bergmann, U. (2014). Die Freiburger Glasmalerei des 16. und 17. Jahrhunderts. Corpus Vitrearum Schweiz. Reihe Neuzeit, Bd. 6. Bern etc.: Peter Lang, 2 Bde.

Boesch, P. (1947). Aristoteles und Phyllis auf Glasgemälden. In Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 9.

Früh, M. (2001). Führer durch das Historische Museum des Kantons Thurgau, 2. Aufl., Frauenfeld.

Hasler, R. (2010). Die Schaffhauser Glasmalerei des 16. bis 18. Jahrhunderts. Corpus Vitrearum Schweiz, Reihe Neuzeit, Bd. 5. Bern etc.: Peter Lang.

Helbing, H., München (21. November 1912). Katalog einer Kollektion von alten Schweizer und deutschen Glasgemälden aus dem Besitze des Herrn Hofrat Eduard Kahlbau, Stuttgart, etc., München. Abgerufen von http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/helbing1912_11_21a/0017

Hux, A. (2010). Verstummte Klänge. Spuren der Frauenfelder Musikkultur im 18. Jahrhundert. Frauenfeld, Stuttgart, Wien: Verlag Huber.

Kindler von Knobloch, J. (1898–1919). Oberbadisches Geschlechterbuch. 3 Bde., Heidelberg: Verlag Winter.

Knoepfli, A. (1947). Heimgekehrte Glasmalereien. Thurgauer Zeitung, Samstag 27. September 1947.

Knoepfli, A. (1950). Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau, Bd. I: Der Bezirk Frauenfeld. Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Basel: Verlag Birkhäuser.

Knoepfli, A. (2001). Schloss Weinfelden. Geschichte und Geschicke. Weinfelden: Verlag Wolfau-Druck Rudolf Mühlemann.

Raimann, A., Erni, P. (2001). Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau. Bd. VI: Der Bezirk Steckborn. Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Bern: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte.

Das Rathaus Frauenfeld (1983). Frauenfeld: Bürgergemeinde.

Rothenbühler, V. (2004). Ermatingen. Historisches Lexikon der Schweiz. Abgerufen von https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001926/2004-10-29/

Shlikevich, E. (2010). Swiss stained glass from the 16th–18th centuries in the Hermitage collection. Ausstellungskatalog Eremitage Museum, St. Petersburg 2010.

Wartmann, W. (1909). Schweizerische Glasgemälde im Auslande: alte französische Kataloge. In Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde 11, 1909.

Zollikofer, T., Fiechter-Zollikofer, E. (1925). Altenklingen. Zollikofer'sches Familien-Fideikommiss. St. Gallen: Zollikofer & Cie.

References to Additional Images

Schweizerisches Nationalmuseum Zürich, Foto 34305

Image Information

Name of Image
TG_Frauenfeld_HistMuseum_TG_16
Credits
© Vitrocentre Romont (photo : Yves Eigenmann, Francesco Ragusa, Fribourg)
Date
2018
Copyright
© Historisches Museum Thurgau

Inventory

Reference Number
TG_16
Author and Date of Entry
Rolf Hasler; Sarah Keller 2020

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Schema
Version 1.3.1 Objects | Artists | Studios | Buildings / Institutions | Iconclass Codes