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VMR_523_FR_308: Ämterscheibe Bern 1569
(FR_Romont_VMR_VMR_523_FR_308)

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Title

Ämterscheibe Bern 1569 · Vitrail héraldique circulaire représentant les armoiries de l’Etat et des districts de Berne

Type of Object
Artist / Producer
Place of Manufacture
Dating
1569
Dimensions
38.7 cm Durchmesser (im Licht)

Iconography

Description

Vor blauem Grund mit Spiralranken begleiten zwei Löwen die Wappenpyramide des Standes Bern. Den einen Hinterlauf auf die Wappenschilde gestellt, halten sie in den Vorderpranken die Herrschaftsinsignien Schwert und Reichsapfel. Zwischen den Wappenschilden liest man auf dem Podest die Jahrzahl 1569. Das zentrale Rundbild ist von einem Kranz der ehemals 42 Ämterwappen umgeben, von denen sieben verlorengingen: Wiedlisbach, Aarburg, Wangen, Aarwangen, Oron, Vevey und Yverdon (2014 ergänzt).

Iconclass Code
25FF23(LION) · beasts of prey, predatory animals: lion - FF - fabulous animals (sometimes wrongly called 'grotesques'); 'Mostri' (Ripa)
44A1 · coat of arms (as symbol of the state, etc.)
44B191 · crown (symbol of sovereignty)
44B193 · orb (symbol of sovereignty; sphere with cross on top)
45L311 · trophy ~ battle, war
Iconclass Keywords
Heraldry

Wappen Bern: In Rot ein goldener Schrägbalken, belegt mit einem schreitenden schwarzen Bären. Reich: In Gold ein schwarzer goldbewehrter nimbierter Doppeladler. Thun: In Rot ein silberner Schrägbalken, oben belegt mit einem goldenen sechsstrahligen Stern. Zofingen: Dreimal geteilt von Rot und Silber. Aarau: In Silber mit rotem Schildhaupt ein schwarzer goldbewehrter Adler. Brugg: In Silber ein schwarzer Brückenkopf. Lenzburg: In Silber eine blaue Kugel. Nidau: In Silber eine aus dem linken Schildrand wachsende rote, goldbewehrte Bärentatze. Büren: In Rot eine aus dem linken Schildrand wachsende silberne, goldbewehrte Bärentatze. Aarberg: In Silber über goldenem Dreiberg ein flugbereiter schwarzer Adler. Wiedlisbach: In Silber ein blauer Schrägfluss (Fragment). Erlach: In Rot eine aus dem linken Schildrand wachsende schwarze Bärentatze, eine ausgerissene goldene Erle haltend. Lausanne: Geteilt von Silber und Rot. Morges: In Rot drei silberne Flüsse. Moudon: Gespalten von Rot und Gold, belegt mit einem goldenen Anker. Saanen: In Rot über goldenem Dreiberg ein flugbereiter silberner Kranich. Payerne: Gespalten von Silber und Rot. Avenches: In Rot ein Mohrenrumpf mit goldenem Wams und silberner Kopfbinde. Romainmôtier: Gespalten, rechts in Rot pfahlweis ein goldenes Schwert, links in Silber pfahlweis ein roter Schlüssel. Nyon: Gespalten von Rot und Blau, belegt mit einem silbernen Fisch. Thorberg: In Rot über goldenem Dreiberg ein geöffnetes silbernes Tor. Brandis: In Silber ein schwarzer Brand. Königsfelden: In Rot ein silbernes Doppelkreuz. Schenkenberg: In Rot über goldenem Dreiberg ein goldener Blasebalg [statt geteilt von Gold mit halbem schwarzem Adler und von Rot mit weissem Sparren]. Biberstein: In Rot über natürlichen Felsen ein sitzender natürlicher Biber. Landshut: In Silber ein schwarzer Eisenhut mit ebensolchem Sturmband. Aigle: Geteilt von Schwarz und Gold mit einem Adler in verwechselten Farben. Trachselwald: In Rot eine ausgerissene grüne Tanne mit silbernem Stamm, oben rechts begleitet von einem sechsstrahligen goldenen Stern. Huttwil: In Blau zwei gekreuzte silberne Schlüssel. Unterseewen: In Gold ein halber schwarzer Steinbock. Interlaken: In Silber ein halber schwarzer Steinbock. Aeschi: In Silber eine aus dem rechten Schildrand wachsende schwarze Bärentatze. Fruttigen: In Silber ein schwarzer goldbewehrter und goldgekrönter Adler. Niedersimmental: In Rot eine zweitürmige silberne Burg. Obersimmental: In Gold ein halber schwarzer Bär. Hasli (Oberhasli): In Gold ein schwarzer goldbewehrter und goldgekrönter Adler. Laupen: In Silber eine ausgerissene goldene Linde mit sieben Blättern. Burgdorf: Gespalten von Schwarz und Silber mit goldenem Schildrand.

Inscription

Datum: 1569. Beschriftung der Wappen (im Uhrzeigersinn): Thunn . Zoffingen . Arow . Brug . Lentzburg . Nÿdow . Bürenn . Arberg . Wie... Arwangē ... Losanen . Morsee . Mÿlden . Saanen . Petterling=/en . Wiflispurg . Romanmo=/tier . Neus . Thorberg : Brandis . Königsfel/den . Schenckenberg . Biberstein . Lanezhůt . Aellen . Trachselw/ald . Huttwil . Vndersewen . Inderlapen . Eschÿ . Fruttÿgen . Nidersiben/tal . Obersibental . Hasle . Loupen . Burgdolf.

Signature

Keine

Technique / State

State of Conservation and Restorations

Erhaltung: Die Wappen Wiedlisbach, Aarburg, Wangen, Aarwangen, Oron, Vevey und Yverdon verloren. Die Wappen Thorberg und Brandis, Lausanne und Morges sowie die Beschriftung von Lausanne bis Königsfelden ergänzt. Die Bären der Berner Wappen rückseitig retuschiert. Restaurierung: 2014: Aline Dold, Dinhard: Fehlende Wappen ergänzt

Technique

Farbloses, blaues, gelbes, rotes und rotbraunes Glas. Rotes Überfangglas mit rückseitigem Ausschliff. Bemalung mit Schwarzlot, Silbergelb und blauen Schmelzfarben.

History

Research

In den Seckelamtsrechnungen ist im Jahr 1568 oder 1569 keine Schenkung Berns belegt, die mit der vorliegenden Scheibe übereinstimmen könnte. 1569 aber schuf Peter von Grissach eine runde Freiburger Ämterscheibe ins Schützenhaus von Grandson, die sich leider nicht erhalten hat (StAF SR 333, 1569/I, fol. 34r. s. Anhang. Die Bitte an beide Städte, Freiburg und Bern, erfolgte schon während der Tagsatzung von 1567. EA 4, Abt. 1.2 S. 1393, Nr. 646). Es ist kaum denkbar, dass nicht auch Bern eine solche an den gleichen Ort vergabte. Ob die Berner Obrigkeit allerdings in diesem Fall ebenfalls den Freiburger Glasmaler Peter von Grissach dafür beauftragt hätte, oder eher einen einheimischen Glasmaler, bleibt ungeklärt. Die auch schon für Peter von Grissach in Anspruch genommene Stadtscheibe Romont (FR_54) stammt sicher aus anderer Hand. Weder in Bern noch in Freiburg findet sich bisher stilistisch Vergleichbares. Die erhaltenen Berner Ämterscheiben sind entweder früher oder später datiert und gleichfalls anderer Handschrift (vgl. die beiden Rundscheiben im Schweizerischen Nationalmuseum. Inv.-Nr. LM 13257 [um 1525] und LM 8783 [1577 von Jakob Brunner, Brugg]. Foto SLM 11932 und 10918. Schneider 1971. Bd. 1, Nr. 176 und 351. Matile 1965/1966, Abb. 7 [nach 1535]; Bergmann 2014. Bd. 2. Abb. 308.1 und 308.2). Das vorliegende Glasgemälde vertritt als relativ spätes Beispiel die ältere Rundform, bevor die hochrechteckige Ämterscheibe mit ovalem Mittelbild, eingeleitet durch den um 1576/77 entstandenen Riss Abraham Bickharts, gebräuchlich wurde (vgl. Matile 1965/1966. S. 51; Bergmann 2014. Bd. 2. Abb. Kat.-Nr. 82.1).

Dating
1569
Date of Receipt
11.08.2009
Original Donator

Bern, Stadt und Amt

Donator / Vendor

Jean-François Antonioli, La Tour-de-Peilz.

Previous Location
Place of Manufacture
Owner

Vitromusée Romont

Previous Owner

Möglicherweise aus der 1881 versteigerten Sammlung Bürki, Bern. 2009. Schenkung Jean-François Antonioli, La Tour-de-Peilz.

Inventory Number
VMR 523

Bibliography and Sources

Literature

Catalog der Sammlungen des verstorb. Hrn. Alt-Grossrath Fr. Bürki, welche von den Erben am 13. Juni und folgenden Tagen in Basel, Kunsthalle unter der Leitung des Hrn. Elie Wolf zur Versteigerung kommen wird. Basel 1881. S. 22, Nr. 233.

Bergmann, Uta. Die Freiburger Glasmalerei des 16.–18. Jahrhunderts / Le vitrail fribourgeois du XVIe au XVIIIe siècle (Corpus vitrearum Schweiz, Reihe Neuzeit, Bd. 6 / époque moderne vol. 6). 2 Bde / vol. Bern et al. 2014. Bd. 2. Kat.-Nr. 308.

Vgl.

Amtliche Sammlung der älteren eidgenösischen Abschiede (EA). Luzern 1856 ff.

Matile, Heinz. Berner Ämterscheiben. In: Jahrbuch des Bernischen Historischen Museums 45/46, 1965/1966. S. 29–72. Bern 1968.

Schneider, Jenny. Glasgemälde. Katalog der Sammlung des Schweizerischen Landesmuseums Zürich. 2 Bde. Stäfa o. J. [1971].

Staatsarchiv Freiburg (StAF): Seckelamtsrechnungen (SR).

Image Information

Name of Image
FR_Romont_VMR_VMR_523_FR_308
Credits
© Vitrocentre Romont (Foto: Yves Eigenmann)
Date
2013
Copyright
© Vitromusée Romont

Inventory

Reference Number
VMR_523_FR_308
Author and Date of Entry
Uta Bergmann 2016

Linked Objects and Images

Additional Images
Schema von Ämterscheibe Bern 1569
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