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VMR_408_FR_297: Wappenscheibe Humbert von Praroman um 1516/20
(FR_Romont_VMR_VMR_408_FR_297)

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Title

Wappenscheibe Humbert von Praroman um 1516/20 · Vitrail héraldique aux armes de Humbert Praroman, provenant du Château de Balterswil (St. Ursen)

Type of Object
Artist / Producer
Räschi, Rudolf · zugeschrieben
Dating
Um 1516/20

Iconography

Description

Unter einer Arkade steht vor blauem Hobelspandamast das volle Stifterwappen Praroman, begleitet von den Insignien der Orden vom Heiligen Grab links und der hl. Katharina vom Berge Sinai rechts. Um das Schwert des Katharinenordens windet sich ein Spruchband mit der lateinischen Devise: “Nichts ohne Gott”. Die dünnen Rahmensäulen tragen über einem kissenartigen Kämpfer den gelben Bogenwulst. Vor der Wandfläche sind in den Zwickeln ballwerfende nackte Putten dargestellt. Der Fussboden ist erneuert und ohne Inschrift.

Iconclass Code
46A122(PRAROMAN) · armorial bearing, heraldry (PRAROMAN)
46A1241(CATHERINE OF SINAI)1 · knighthood order (CATHERINE OF SINAI) - insignia of a knighthood order, e.g.: badge, chain (CATHERINE OF SINAI)
46A1241(HOLY SEPULCRE)1 · knighthood order (HOLY SEPULCRE) - insignia of a knighthood order, e.g.: badge, chain (HOLY SEPULCRE)
Iconclass Keywords
Heraldry

Wappen Praroman: In Schwarz ein gebogenes silbernes Fischgerippe; Helmdecke: schwarz und silbern; Spangenhelm: golden; Helmzier: ein silberner Brackenrumpf.

Inscription

Inschrift im Band des Katharinenordens: NIL SINE DEO.

Signature

Keine

Technique / State

State of Conservation and Restorations

Erhaltung: Einige Notbleie. Boden, Brackenkopf der Helmzier, Teile der rahmenden Säulen und wohl auch die Ordensembleme ergänzt.

Technique

Farbloses, leicht grünliches und blaues Glas. Bemalung mit Schwarzlot und Silbergelb.

History

Research

Höchstwahrscheinlich handelt es sich hier um eine Stiftung Humbert von Praromans, von dem sich weitere inschriftlose Scheiben im Musée des Beaux-Arts in Lyon (1529) (Stückelberg 1891. S. 582; Staehelin 1923. S. 102, Abb. 134; Galbreath 1947. S. 66; Recensement CV France III 1986. S. 305, D. 191), im Heylshof Worms (1534) (unpubliziert) und in unbekanntem Besitz (1542) (Foto SLM 12310. Ehem. von Tscharner, Amsoldingen. Auktion Stuker 1980, Nr. 6520 [dort 1547 dat.]) erhalten haben (Bergmann 2014. Bd. 2. Abb. 6.1, 297.1, 297.2). Humbert von Praroman, Sohn des Rudolf (Nach Thürler 1977. S. 17 Sohn des Jakob), wurde als Student 1499 in Schlettstadt im Elsass verhaftet und gefangengehalten. Nach seiner Rückkehr in Freiburg wurde er 1511–1516 in den Grossen Rat gewählt. 1514–1516 amtete er als Landvogt in Mendrisio und stieg 1516 in den Kleinen Rat auf. Er erhielt 1518 von seiner Mutter Barbli das Schloss Tasberg (Kopp 2008. S. 54). 1520 erwarb er sein Bürgerrecht mit seinem Haus in der Reichengasse. 1526–1527 war er Gerichtsherr, 1527–1528 Vogt von Corserey, 1528–1531 Schultheiss von Freiburg und 1531–1534 Vogt von Plaffeien. Humbert von Praroman war dreimal verheiratet. Er ehelichte 1515 Christophe de Colombier aus dem Waadtland, Tochter des Jacques und Witwe des Jacques Mestral, Herrn von Cottens. 1518 war er mit Franziska aus unbekanntem Geschlecht verheiratet. Einen dritten Ehevertrag ging er am 18.10.1540 mit Perrissone Carmentrand ein. Aus der 1’800 Pfund umfassenden Schenkung, die sie von ihrem Mann 1547 bekam, ersieht man, wie vermögend Humbert von Praroman gewesen sein muss, der am 4.10.1547 verstarb (StAF RM 65, 1547/48, p. 99 [4.10.1547]). 1515/16 hatte er mit Peter Falck eine Wallfahrt nach Jerusalem unternommen, wo er die dargestellten Orden erwarb. Die Scheibe muss also kurz danach entstanden sein. Wenn auch die Ordensembleme wahrscheinlich später ergänzt wurden, ist kaum an ihrem ursprünglichen Vorhandensein zu zweifeln. Der Stiftungsort des Glasgemäldes bleibt unklar. Seit unbestimmter Zeit und bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts zierte es die Kapelle St. Gorgonius des Schlosses von Balterswil, einem Weiler unweit von Bürglen (Dellion XI, 1901. S. 189–190 [dort als Scheibe mit den Wappen Praroman und Estavayer beschrieben?]. Bei Anderes 1963 noch immer unter dem Standort Balterswil). Die Praroman wurden erst 1652 Besitzer des Schlosses, als Wilhelm Heimo seinen "fryen schönen Meyerhof zu Balterswyll" dem Junker Niklaus Erhart von Praroman verkaufte (Kopp 2008. S. 35. Seit 1706 bis 1850 Fideikommiss). Ob die Scheibe eine Stiftung Humbert von Praromans an die damaligen unbekannten Besitzer war oder vielleicht erst später durch Ankauf nach Balterswil kam, ist aufgrund der Quellenlage ungesichert. Der Stil Rudolf Räschis verrät sich in den dünnen Säulchen und der zierlichen Zeichnung von Wappen und Damastgrund. Auch das Motiv des kissen- oder wulstartigen geknickten Kämpfers findet sich in seinen unter Berner Einfluss stehenden Werken (vgl. die Wappenscheibe Dorothea von Erlachs im Kreuzgang Wettingen. Anderes 1963. Abb. 120; Hoegger 2002. S. 322–323: einer Berner Werkstatt zugeschrieben; vgl. FR_20).

Dating
Um 1516/20
Period
1516 – 1520
Date of Receipt
Mai 2003
Original Donator

Praroman, Hubert von († 1547)

Donator / Vendor

Fritz Sauser und Agnes im Obersteg, Innerberg.

Previous Location
Place of Manufacture
Owner

Vitromusée Romont

Previous Owner

Einst in der Kapelle St. Gorgonius des Schlosses Balterswil. 1976 im Handel Sybill Kummer-Rothenhäusler, Zürich. 2003 Schenkung Fritz Sauser und Agnes im Obersteg, Innerberg.

Inventory Number
VMR 408

Bibliography and Sources

Literature

Dellion, Apollinaire R. P. et François Porchel. Dictionnaire historique et statistique des paroisses catholiques du Canton de Fribourg. Suivi du Répertoire du dictionnaire par Pierre de Zurich. 12 Bde. Genève 1994 (Reprint der Ausgabe 1884–1902). Bd. XI, 1901. S. 189–190.

Anderes, Bernhard. Die spätgotische Glasmalerei in Freiburg i. Ü. Freiburg 1963. S. 142, 189, Nr. 99, Abb. 119.

Galerie für Glasmalerei und Hinterglas Sibyll Kummer Rothenhäusler. Kunst- und Antiquitätenmesse Basel 1974. Nr. 50.

Bergmann, Uta. Die Freiburger Glasmalerei des 16.–18. Jahrhunderts / Le vitrail fribourgeois du XVIe au XVIIIe siècle (Corpus vitrearum Schweiz, Reihe Neuzeit, Bd. 6 / époque moderne vol. 6). 2 Bde / vol. Bern et al. 2014. Bd. 2. Kat.-Nr. 297.

Vgl.

Amman, François-Nicolas. Extraits des Besatzungen 1448–1840 (Staatsarchiv Freiburg Rg 1). S. 5, 14, 124, 332, 353, 358.

Stückelberg, E. A. Miscellen. Schweizerische Alterthümer in Lyon und Besançon. In: Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde 24, 1891, Heft 4. S. 582.

Weitzel, Alfred. Répertoire général des familles dont les membres ont occupé les fonctions baillivales. In: Archives de la Société d’Histoire du Canton de Fribourg 10, 1915, S. 492, 514, 547.

Zurich, Pierre de. Catalogue des avoyers, bourgmaîtres, bannerets, trésoriers et chanceliers de Fribourg au XVIme siècle. In: Annales fribourgeoises 7, 1919, S. 256.

Staehelin, W. R. Schweizer Wappenscheiben in Lyon. In: Archives héraldiques suisses / Schweizer Archiv für Heraldik 37, 1923. S. 97–104.

Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz (HBLS) V, 1929. S. 482, Nr. 19.

Dictionnaire historique et biographique de la Suisse (DHBS) V, 1930. S. 339, Nr. 19.

Galbreath, D. L. Les armoiries de Guillaume Chesaux. In: Archives héraldiques suisses / Schweizer Archiv für Heraldik 61, 1947, p. 66–69.

Zurich, Pierre de. Généalogie de la famille de Praroman. In: Annales fribourgeoises 45, 1962, S. 42, Nr. 65.

Thürler, Athanas. Die Vögte von Jaun und Plaffeien. In: Beiträge zur Heimatkunde 47, 1977. S. 86.

Hochbedeutende Napoleonica Sammlung. Waffen aus fürstlicher Rüstkammer. Mobiliar und Kunstgewerbe aus Schweizer Nachlässen. Grosse Auktionen 190–201. (Auktionskatalog Jürg Stuker, Bern. 13.–29. November und 4.–6. Dezember 1980) Bern 1980.

Les vitraux de Bourgogne, Franche-Comté et Rhône-Alpes. (Corpus Vitrearum medii aevi France. Série complémentaire. Recensement des vitraux anciens de la France, volume II) Paris 1986.

Hoegger, Peter. Glasmalerei im Kanton Aargau. Kloster Wettingen. (Corpus Vitrearum Schweiz, Reihe Neuzeit Bd. 1). Aarau 2002.

Kopp, Peter F. Terres. Seigneurs – propriétaires et paysans – fermiers entre Gérine et Gottéron. (Archives de la Société d’Histoire du Canton de Fribourg, n. s. 2) Fribourg 2008.

Foerster, Hubert. Liste alphabétique et chronologique des avoyers, baillis, bannerets, bourgmestres, conseillers, membres des 60 et des 200, péagers de la Singine, secrétaires du Conseil et trésoriers 1399–1798. Fribourg 2008. (Staatsarchiv Freiburg Rg 3). S. 149.

Staatsarchiv Freiburg (StAF): Ratsmanuale (RM).

Image Information

Name of Image
FR_Romont_VMR_VMR_408_FR_297
Credits
© Vitrocentre Romont (Foto: Yves Eigenmann)
Date
2013
Copyright
© Vitromusée Romont

Inventory

Reference Number
VMR_408_FR_297
Author and Date of Entry
Uta Bergmann 2016

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Additional Images
Schema von Wappenscheibe Humbert von Praroman um 1516/20
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