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BE_1074: Gedenkscheibe Franz Ludwig von Erlach
(BE_Spiez_Schlossmuseum_Erlach_FL)

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Title

Gedenkscheibe Franz Ludwig von Erlach

Type of Object
Artist / Producer
Güder, Hans Jakob · zugeschr.
Dating
1676
Dimensions
70.5 x 47.5 im Licht

Iconography

Description

Vor bräunlichgelbem Grund ist das Vollwappen des Franz Ludwig von Erlach in einen Doppelbogen gesetzt. Dem Wappenschild sind zwei goldene Spangenhelme aufgesetzt, deren Kleinodien mit dem Schildbild belegte Menschenrümpfe zeigen. Am Fuss steht die Franz Ludwig von Erlach gewidmete Inschrift.

Iconclass Code
46A122 · armorial bearing, heraldry
Iconclass Keywords
Heraldry

Wappen Franz Ludwig von Erlach

Inscription

Hr. Frantz Lůdwig von Erlach / Freÿherr Zů Spietz Herr Zů Schadoůw / Schůldtheiß der Statt Bern / Oberster.

Signature

Keine

Technique / State

State of Conservation and Restorations

Mehrere Gläser der Helmdecke und Bogenstücke Mitte des oberen Randes neu ergänzt (s. u.); zwei kleine alte Flickstücke; einige Sprünge und zahlreiche Sprungbleie; die Verbleiung erneuert. Restaurierungen

  1. Jahrhundert: Einsetzen von Ergänzungen. 1949/50 Louis Halter, Bern: Neuverbleiung. 2003 Martin Halter, Bern: Reinigung und Sicherung von Sprüngen.
Technique

Farbloses Glas; rotes Überfangglas (abgerissen); Bemalung mit Schwarzlot (Konturzeichnung), grauen, bräunlichen und rötlichen Überzügen (vorne und hinten), Eisenrot und Silbergelb in hellem und dunklem Ton.

History

Research

Franz Ludwig von Erlach (1575–1651), Sohn des Johann Rudolf (1547–1578), war Freiherr zu Spiez und Oberhofen sowie Herr zu Schadau und Bümpliz. Nach einer Studienreise, die ihn nach Padua, Venedig und Rom führte, wurde er 1595 in Bern Stubengeselle zu Schmieden. Seit 1596 sass er im Bernischen Grossen Rat, 1604–1610 amtete er als Schultheiss zu Burgdorf, seit 1611 als Kleinrat und 1628 als Venner zu Schmieden. 1629–1651 hatte er jedes zweite Jahr das höchste Amt des Schultheissen von Bern inne. Franz Ludwig von Erlach war auch Generaloberst der bernischen Truppen und häufig auf Gesandtschaftsreisen, beispielsweise nach Ensisheim (zum Markgrafen von Baden-Durlach), nach Turin (zum Herzog von Savoyen) oder nach Paris (zu König Ludwig XIII.). Er war zweimal verheiratet, seit 1594 mit Salome Steiger (1575–1612), Tochter des Schultheissen Johann Steiger (1518–1581) und der Magdalena Nägeli, sowie seit 1613 mit Johanna von Graffenried (1595–1671), der Tochter des Kaspar, Herrn zu Gerzensee, und der Johanna von Luternau. Franz Ludwig war Vater von mindestens 29, vielleicht 35 oder 36 Kindern. Auf der in seinem Auftrag zwischen 1636 und 1650 angefertigten Wappentafel aus der Schlosskapelle Spiez im Bernischen Historischen Museum sind mit seinem Wappen und denjenigen seiner beiden Frauen die Wappen von 29 seiner Söhne und Töchter festgehalten. Franz Ludwig von Erlach wurde in der Kirche von Spiez beigesetzt (HBLS 3/1926, S. 60; von Erlach 1988; von Erlach 1989, S. 170–215, 224; HLS 4/2005, S. 255). Im Festsaal von Schloss Spiez hat sich ein Bildnis von Franz Ludwig von Erlach und seiner beiden Frauen erhalten (von Erlach 1988, Abb. 3 und 4; von Erlach 1989, Abb. S. 200f.). Als Burgdorfer Schultheiss stiftete Franz Ludwig von Erlach mehrmals Scheiben in Kirchen, nämlich 1605 nach Jegenstorf sowie 1608 nach Kirchberg und Einigen. Eine Scheibe von Erlachs aus dem Jahr 1605 befindet sich in der Sammlung Reding in Schwyz (Meyer 1978, S. 368, Nr. 40; Foto SLM 19962). Das Bernische Historische Museum besitzt ein Glasgemälde des Stifters von 1626 (Inv.-Nr. BHM 2607). Eine weitere Scheibe von Erlachs, datiert 1627, wird in unbekanntem Privatbesitz aufbewahrt (von Erlach 1988, Farbabb. 17; von Erlach 1989, Farbabb. S. 229), ebenso diejenigen, die er 1630 für das Pfrundhaus in Thunstetten (Kasser 1909, S. 128, 383) sowie 1631 (Keller 1946, S. 182) und 1635 (Kat. Stuker 1980, Nr. 6566) in Auftrag gab. Die von ihm 1610 ins Schützenhaus von Burgdorf geschenkte Scheibe befindet sich heute im Museumsdepot des dortigen Kornhauses (Inv.-Nr. 4. 277). Eine Gedenkscheibe von Erlachs aus der Kirche Spiez von 1676 ist zudem im Besitz des dortigen Schlossmuseums (Inv.-Nr. 0319).   Die Scheibe Franz Ludwigs lässt sich wie die analog komponierte des Johann Rudolf von Erlach (1575–1651) Hans Jakob Güder zuweisen (bei Hasler 2003 irrtümlicherweise als Arbeit Matthias Zwirns geführt). Darauf deutet unter anderem ihre Helmdecke, die in gleicher Ausformung auf verschiedenen Werken dieses Meisters auftritt (vgl. z.B. dessen Scheibe für Johann Leonhard Engel von 1678 in der Kirche Hasle). Johann Rudolf von Erlach war der Vater und Franz Ludwig von Erlach (1575–1651) der Onkel von Sigmund von Erlach, unter dem der mehrheitlich von Güder stammende Scheibenzyklus 1676 in die Kirche von Speiz kam. Nicht klar zu beantworten ist die Frage, weshalb Güder die Glasgemälde mit den Wappen des Johann Rudolf und des Franz Ludwig von Erlach anders als die übrigen zum Zyklus von 1676 gehörenden Von-Erlach-Wappenscheiben gestaltete. Da die zwei betreffenden Werke auch im Format grösser als die übrigen Von-Erlach-Scheiben sind, darf aber vermutet werden, dass Sigmund von Erlach diese zu Ehren seines Vaters und Onkels geschaffenen Glasgemälde bewusst von den anderen abheben wollte (vielleicht hatten sie sogar in die Brüche gegangene Wappenstiftungen zu ersetzen, die Johann Rudolf und Franz Ludwig von Erlach als Freiherren von Spiez während der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in die dortige Schlosskirche gemacht hatten). Die beiden Glasgemälde des Franz Ludwig und Johann Rudolf von Erlach heben sich auch insofern von den anderen Von-Erlach-Scheiben in Spiez ab, als sie als Helmzier nicht den traditionellen Spitzhut, sondern auf jeweils zwei Helmen einen Frauen- und Männerrumpf mit der Schildfigur zeigen. Darin stimmen sie mit der oben genannten Wappentafel aus der Schlosskapelle Spiez überein (BHM Bern), bei der gleichfalls zwei mit dem Männer- und Frauenrumpf geschmückte Helme auf das zentrale Wappen Franz Ludwig von Erlachs gesetzt sind. Den Männerrumpf mit der Schildfigur als Kleinod besitzt übrigens ebenfalls der Helm auf dem gevierten Schild mit den Wappen des Ludwig von Erlach und der Barbara Schmid auf deren Scheibe von 1519 in der Kirche Einigen. Die Scheibe des Franz Ludwig von Erlach wurde bereits nach 1904 aus der Kirche entfernt. 1907 brachte man sie in der damals eingeweihten neuen Spiezer Gemeindekirche zur Aufstellung. 1937 oder bald danach kam sie ins Schloss zurück, wo man sie 1949/50 ins Erkerfenster des Festsaals einsetzte.

Dating
1676
Original Donator

Erlach, Sigmund von (1614–1699)

Previous Location
Place of Manufacture
Owner

Stiftung Schloss Spiez

Inventory Number
Inv. 0319

Bibliography and Sources

Literature

Franz Thormann/Wolfgang Friedrich von Mülinen, Die Glasgemälde der bernischen Kirchen, Bern o. J. [1896], S. 49, 86–88.

Heinrich Oidtmann, Geschichte der Schweizer Glasmalerei, Leipzig 1905, S. 42, 249.

Hans Lehmann, Die zerstörten Glasgemälde in der Kirche von Hindelbank und ihre Beziehungen zur Familie von Erlach, in: Berner Kunstdenkmäler, Bd. 4, o. J. [1913], S. 40 (Hans Jakob Güder).

Ulrich Thieme/Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig, Bd. 36/1947, S. 613f.

Heubach 1984, S. 41.

Rolf Hasler, Der Wappenscheibenzyklus der Familie von Erlach aus der Schlosskirche Spiez, in: Schweizer Archiv für Heraldik 117/2003, Heft I, S. 26f. (Abb.).

Güder, Hans Jakob, in: Allgemeines Künstlerlexikon 64/2009, S. 343.

Jürg Schweizer/Annelies Hüssy, Schloss und Schlosskirche Spiez (Schweizerische Kunstführer), Bern 2015, S. 48.

Vgl.

Paul Kasser, Geschichte des Amtes und des Schlosses Aarwangen, in: Archiv des Historischen Vereins des Kantons Bern 19/1909.

Hans Gustav Keller, Einigen. Die Geschichte einer bernischen Dorfkirche im Rahmen der allgemeinen geschichtlichen Entwicklung, Thun 1946.

André Meyer, Die Kunstdenkmäler des Kantons Schwyz, Neue Ausgabe, Bd. I: Der Bezirk Schwyz I, Basel 1978.

Galerie Jürg Stuker Bern, Auktionskatalog 190–201, 13.–29. November/4.–6. Dezember 1980.

Hans Ulrich von Erlach, 800 Jahre Berner von Erlach. Die Geschichte einer Familie, Bern 1989.

Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz (HBLS).

Historisches Lexikon der Schweiz (HLS).

References to Additional Images

SNM Zürich, Neg. 8200 (Hans Jakob Güder)

Image Information

Name of Image
BE_Spiez_Schlossmuseum_Erlach_FL
Credits
© Vitrocentre Romont
Date
2002
Copyright
© Stiftung Schloss Spiez

Inventory

Reference Number
BE_1074
Author and Date of Entry
Rolf Hasler ; Stefan Trümpler 2016

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Schema
Version 1.3.1 Objects | Artists | Studios | Buildings / Institutions | Iconclass Codes