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BE_897: Figurenscheibe Hans Gurtimann und Hans Scherz
(BE_Bern_BHM_2481)

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Title

Figurenscheibe Hans Gurtimann und Hans Scherz

Type of Object
Artist / Producer
Place of Manufacture
Dating
1606
Dimensions
32.7 x 26.5 cm im Licht

Iconography

Description

Vor bräunlichgelbem Damastgrund stehen die beiden gegengleich komponierten bärtigen Stifter. Jener links trägt rote Pluderhosen und Strümpfe, ein schwarzes Hemd und gelbes Wams, jener rechts blaue Kleidung und ein schwarzes Wams. Beide Männer erscheinen mit geschulterter Büchse und umgehängten Patronenbandelier sowie mit einem Federhut auf dem Kopf. Ihre Wappen sind unterhalb von ihnen vor das Podium mit der Stifterinschrift gesetzt. Hinter ihnen erhebt sich eine einfache Rahmung aus Säulen und einem roten Gebälk. Im Oberbild ist eine Landschaft mit Männern bei der Rehjagd dargestellt.

Iconclass Code
11(+5) · Christian religion (+ donor(s), supplicant(s), whether or not with patron saint(s))
25F24(DEER) · hoofed animals: deer
43C11124 · hunt ~ hoofed animals
Iconclass Keywords
Heraldry

Wappen Hans Gurtimann, Hans Scherz

Inscription

Hanβ Gurttiman von Hertzwil / Hanβ Schertz von Oberwangen / 1606.

Signature

Keine

Technique / State

State of Conservation and Restorations

Sehr gut. Die Verbleiung erneuert.

Technique

Farbloses und farbiges Glas; Bemalung mit Schwarzlot, Silbergelb und Eisenrot sowie blauer Schmelzfarbe; rückseitig die eingeritzte Brandmarke "+".

History

Research

Das vorliegende Glasgemälde ist noch heute in einen vermutlich originalen Fensterflügel mit Butzenscheiben integriert. Mit drei weiteren Fenstern und Wappen stammt es aus einem Wohnstock in Herzwil (Herzwyl) bei Köniz, aus dem es 1896 ins Bernische Historische Museum überführt wurde (Jahresbericht BHM Bern 1896). Alle vier Scheibe aus Herzwil (BHM Bern, Inv. 2479–2482) sind "Prachtstücke" von Bauernscheiben (Jahresbericht BHM Bern 1907). Es sind Geschenke von vermögenden Bauern aus Herzwil, die diese dem unbekannten Erbauer des Wohnstockes stifteten. Noch heute ist Herzwil das Musterbeispiel eines Bauerndorfes im Bernischen Mittelland mit sieben gediegenen Höfen. Der Wohnstock gehörte zu einem Bauernhaus, das um 1772 für den damaligen Besitzer Niklaus Spycher neu errichtet wurde. Der einstige Wohnstock war einer der ältesten Bauten des Weilers. 1917 wurde der Stock, der die Jahreszahl 1603 an einem Dachbalken trug, durch einen Neubau ersetzt. Fotos aus der "Herzwiler Bilderserie" von Albert Stumpf (1867–1951) in der Burgerbibliothek Bern zeigen den Bau jedoch noch vor seinem Abbruch (Zemp 1945, Taf. XXVI und XXXI). Die Fenster waren dort im oberen Geschoss eingebaut. Über die beiden Stifter Hans Gurtimann von Herzwil und Hans Scherz von Oberwangen weiss man nichts Weiterführendes. Die Geschlechter Lehmann und Scherz sind mit den Spycher in den Kirchenbüchern von Köniz (1553–1570) als Hofbesitzer in Herzwil belegt (Zemp 1945, S. 129). Nach Rudolf Wegeli stammen die Scheiben aus Herzwil vom gleichen unbekannten Glasmaler wie die Scheibe der Brüder Niklaus, Bendicht und Peter Schürer von 1600 im Bernischen Historischen Museum (BHM Bern, Inv. 401; Wegeli 1922, S. 94) und wie die ebendort befindliche grosse Doppelscheibe, die 1611 Stefan Brötti und Augustin Kunz mit ihren Frauen stifteten (BHM Bern, Inv. 14417). Während die letztgenannte Stiftung im ganzen Aufbau der vorliegenden Scheibe aus Herzwil sehr nahekommt, aber in der Ausführung doch stark abweicht, ist die Scheibe der Gebrüder Schürer technisch und stilistisch sicher nicht vergleichbar. Ebenso unterscheidet sich die in der Komposition gut vergleichbare Doppelstiftung Peter Remunds und Benedikt Zedos und ihrer Ehefrauen aus der Zeit um 1600 im Schweizerischen Nationalmuseum von Zürich letztendlich im stilistischen Detail (SNM, Inv. LM 2205; Schneider 1971, Bd. 2, Kat.-Nr. 441). Sicher sind auch innerhalb der vier aus Herzwil kommenden Bauerscheiben zwei bis drei Glasmalerhände zu unterscheiden. Unter diesen Werken besitzt die Scheibe Peter Lehmanns und Ulrich Dietrichs mit der Willkommscheibe Hans Lehmanns und Uli Zedos die grössten stilistischen Gemeinsamkeiten.

Dating
1606
Original Donator

Gurtimann, Hans · Scherz, Hans

Previous Location
Place of Manufacture
Owner

Seit 1896 Bernisches Historisches Museum

Previous Owner

Bis 1895 Wohnstock von Herrn Balsiger, Herzwil

Inventory Number
BHM 2481

Bibliography and Sources

Literature

Hermann Kasser, Vier Berner Bauernscheiben, in "Der Bund" Jg. 47, Nr. 120, 29./30. April 1896.

Carl Brun, Kleinere Nachrichten, in: Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde 1896, S. 69.

Hermann Kasser, Vier Berner Bauernscheiben, in: Der Bund, 29./30. April 1896, Nr. 120.

Jahres-Bericht des Historischen Museums in Bern pro 1896, Bern 1897, S. 23, 44.

Hermann Kasser, Katalog des Historischen Museums in Bern (4. Aufl.), Bern 1897, S. 156.

Heinrich Oidtmann, Geschichte der Schweizer Glasmalerei, Leipzig 1905, S. 65f., 246 (Anm. 266).

Hermann Kasser, Das Bernbiet ehemals und heute, II. Mittelland, 1. Zwischen Aare und Stockhornkette, Bern 1906, S. 20f.

Jahresbericht des Historischen Museums in Bern 1907, Bern 1908, S. 10.

Franz Thormann, Die Glasgemälde im Historischen Museum Bern, Separatdruck aus den Blättern für bernische Geschichte, Kunst und Altertumskunde, Bern 1909, S. 11.

R. F. Rutsch, Bernische Schliffscheiben, 1947, Abb. 22.

E. Badertscher, Beiträge zur Darstellung des Bauernhauses im Kanton Bern, Dissertation ETH Zürich 1935, S. 147.

Vgl.

Rudolf Wegeli, Sammlungsbericht, in: Jahrbuch des Bernischen Historischen Museums, Jg. II, 1922.

Jenny Schneider, Glasgemälde. Katalog der Sammlung des Schweizerischen Landesmuseums Zürich, 2 Bde., Zürich o.J. [1971].

References to Additional Images

SNM Zürich, Neg. 9572 (Hans Jakob Dünz)

Image Information

Name of Image
BE_Bern_BHM_2481
Credits
© Bernisches Historisches Museum, Bern. Foto: Yvonne Hurni
Date
2007
Copyright
© Bernisches Historisches Museum, Bern (www.bhm.ch)

Inventory

Reference Number
BE_897
Author and Date of Entry
Rolf Hasler ; Sarah Keller ; Uta Bergmann 2016

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Fenster mit Figurenscheibe Hans Gurtimann und Hans Scherz
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