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BE_41: Wappenscheibe Samuel Fischer
(BE_Beatenberg_refK_Fischer)

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Title

Wappenscheibe Samuel Fischer

Type of Object
Artist / Producer
Güder, Hans Jakob · durch Quelle gesichert
Dating
1673
Dimensions
32.8 x 21.2 cm im Licht
Location
Place
n I, 2b
Inventory

Iconography

Description

Über der blauen Rollwerkkartusche mit der Stifterinschrift prangt das Vollwappen Samuel Fischers vor farblosem Grund. Dahinter erhebt sich auf braun-gelbem Fliesenboden eine dreiachsige, mehrheitlich blaue Rahmenarchitektur mit einem eingezogenen, von zwei Säulen und zwei vorgelagerten Pfeilern gestützten zentralen Rundbogen. Zu Seiten der violetten, mit einem Engelskopf dekorierten Scheitelkartusche haben sich auf dem Bogen zwei Falken haltende Putten niedergelassen. Unterhalb von ihnen ist am violetten Architrav jeweils ein Frucht- und Blattgebinde aufgehängt.

Iconclass Code
46A122 · armorial bearing, heraldry
Iconclass Keywords
Heraldry

Wappen Samuel Fischer

Inscription

Hr. Samuel Fischer / diser Zeit Seckelmeister / Teütsche Landts vnd deβ / Tägliche Rahts der Statt Bern / 16 73.

Signature

Keine

Technique / State

State of Conservation and Restorations

Das linke obere Eckstück und die anschliessende Kopfkartusche sowie ein Teil der Helmdecke neu ergänzt; einige Sprungbleie und Sprünge; die Verbleiung erneuert.

Technique

Farbloses Glas; Bemalung mit Schwarzlot, Silbergelb, Eisenrot sowie blauer, violetter und grüner Schmelzfarbe. Rückseitig Brandmarken (Kreis) auf vielen Gläsern.

History

Research

Samuel Fischer (1618–1682) von Bern, Sohn des Venners Beat (1577–1629), war in erster Ehe seit 1641 mit Katharina Seiler von Aarau und in zweiter seit 1661 mit Elisabeth Wunderlich verheiratet. Ab 1645 sass er im Grossen Rat in Bern. 1648 wurde er Deutschseckelschreiber, 1654 Landvogt von Fraubrunnen, 1661 Sechzehner zu Gerbern und erster Heimlicher von Burgern. 1661 gelangte er ein erstes Mal in den Kleinen Rat. 1666 amtete er als Bauherr, 1671/72 als Venner zu Gerbern, 1673–1679 erneut als Kleinrat, 1672–1679 als Deutschseckelmeister und 1679–1682 wiederum als Venner zu Gerbern. Samuel Fischer lehnte 1675 den Vorschlag zur Übernahme des Schultheissenamtes ab. Musikalisch interessiert, war er Musikinspektor und Gründer des Frauengesangvereins (HBLS 3/1926, S. 162; HLS 4/2005, S. 538; Braun u. a. 2004, S. 19; Kessel 2015). Glasgemälde mit dem Wappen Samuel Fischers haben sich in den Kirchen von Kirchenthurnen (1673), Beatenberg (1673), Langnau (1674), Leissigen (1675), Hasle (1678), Nidau (1680) und Steffisburg (1681) erhalten. Eine 1678 in die Kirche von Erlach gestiftete Scheibe Fischers wird im Bernischen Historischen Museum (BHM Bern, Inv. 1912) aufbewahrt. Verschollen sind die vormals in den Kirchen von Unterseen bei Interlaken (1675), Gampelen (1677), Wohlen (1678), Walperswil (1678), Sigriswil (1678), Brienz (1680) und vermutlich Oron (1680) vorhandenen Glasgemälde des Stifters (Thormann/von Mülinen 1896, S. 60, 64, 86, 91f., 94f.). Für Brienz bestimmt war möglicherweise die in unbekanntem Besitz befindliche Scheibe von 1680 (BHM Bern, Foto 29189), die den Vennerscheiben in der Kirche Hasle nachgebildet ist und Hans Jakob Güder zugeschrieben werden kann. In dessen Berner Werkstatt entstanden auch die meisten anderen von Samuel Fischer bekannten Wappenscheiben. Die Scheibe des Venners Fischer in Beatenberg lässt sich aufgrund der Seckelamtsrechnung vom Oktober 1673 (Staatsarchiv Bern, Sign. B VII 554) dem Glasmaler Hans Jakob Güder zuschreiben, der damals "für mghrn und mhrn der Venneren Ehrenwapen in die Kirchen um Gsteyg, Beattenberg und Thurnen" bezahlt wurde. Darauf weisen auch Stil und Technik der Scheibe hin. Die perspektivisch verkürzte Rahmenkomposition, die sich in den anderen 1673 in den Neubau der Kirche Beatenberg gelangten Vennerscheiben wiederholt, greift ein Grundschema auf, das man seit der Zeit um 1600 von Glasgemälden aus Zürich, Bern und anderen Orten kennt (Schneider 1971, Bd. II, Kat.-Nr. 474; Hasler 1996/97, Bd. 2, Kat.-Nrn. 595, 604). Darin widerspiegelt sich letztlich wohl ein Original aus der Zürcher Murer-Werkstatt.

Dating
1673
Original Donator

Fischer, Samuel (1618–1682), Deutschseckelmeister

Place of Manufacture
Owner

Kanton Bern: Der vom Kanton am 25. 1. 1984 der Kirchgemeinde unterbreitete Gebrauchsleihevertrag betreffend vorliegender Scheibe wurde von dieser nicht unterzeichnet.

Bibliography and Sources

Literature

Egbert Friedrich von Mülinen, Beiträge zur Heimathkunde des Kantons Bern deutschen Theils, Erstes Heft. Oberland und Emmenthal, Bern 1879, S. 17.

Franz Thormann/Wolfgang Friedrich von Mülinen, Die Glasgemälde der bernischen Kirchen, Bern o. J. [1896], S. 47, 56.

Heinrich Oidtmann, Geschichte der Schweizer Glasmalerei, Leipzig 1905, S. 249.

Charles Byland, Wappenscheibe von Habkern, in: Schweizer Archiv für Heraldik 30/1916, Heft 1, S. 36f.

Gottfried Buchmüller, St. Beatenberg. Geschichte einer Berggemeinde, Bern 1914 (Nachdruck 1979), S. 191, 193, Abb. 26 (Hans Jakob Güder, sich auf Hans Lehmann berufend).

Güder, Hans Jakob, in: Allgemeines Künstlerlexikon 64/2009, S. 343.

Vgl.

Jenny Schneider, Glasgemälde. Katalog der Sammlung des Schweizerischen Landesmuseums Zürich, 2 Bde., Stäfa o. J. [1971].

Rolf Hasler, Die Scheibenriss-Sammlung Wyss. Depositum der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Bernischen Historischen Museum, 2 Bde., Bern 1996/97.

Hans Braun u. a., Beat Fischer (1641–1698). Der Gründer der bernischen Post, Bern 2004.

P. Kessel, Berner Geschlechter, 2015 [URL: http://www.bernergeschlechter.ch/humo-gen/family.php?database=humo_&id=F21108&main_person=I62783; 4.9.2015].

Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz (HBLS).

Historisches Lexikon der Schweiz (HLS).

References to Additional Images

SNM Zürich, Neg. 9579 (Hans Jakob Güder)

Image Information

Name of Image
BE_Beatenberg_refK_Fischer
Credits
© Vitrocentre Romont
Date
2015
Copyright
© reformierte Kirchgemeinde Beatenberg

Inventory

Reference Number
BE_41
Author and Date of Entry
Rolf Hasler ; Sarah Keller ; Uta Bergmann 2016

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Schema
Version 1.2 Objects | Artists | Studios | Buildings / Institutions