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BE_2545: Riss zu Allianzwappenscheibe (Hans Wilhelm) von Mülinen und (Magdalena) von Hallwyl
(ZH_Zuerich_SNM_BE_2545)

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Titel

Riss zu Allianzwappenscheibe (Hans Wilhelm) von Mülinen und (Magdalena) von Hallwyl

Art des Objekts
Masse
43.4 x 32.1 cm
Künstler:in / Hersteller:in
Funk, Hans · zugeschrieben
Datierung
um 1540
Standort
Inventarnummer
LM 24739
Forschungsprojekt
Autor:in und Datum des Eintrags
Marion Gartenmeister 2023

Ikonografie

Beschreibung

Die Vollwappen (Hans Wilhelm) von Mülinen und (Magdalena) von Hallwyl sind auf einem niedrigen Sockel vor leerem Hintergrund aufgereiht und nehmen die ganze Breite des überkommenen Blattes ein. In der linken oberen Ecke sind Ansätze einer Rahmung aus Ranken erkennbar.
Rechts neben der Helmzier des linken Wappens ist das Emblem des Ordens des Heiligen Grabes (Jerusalemkreuz) eingefügt. Links davon ist verbunden mit dem Blattwerk des Bogens das Emblem des Katharinenordens vom Berg Sinai zu finden (Schwert mit Rad und Schriftband).
Die Lavierung erzeugt im Speziellen bei den Helmdecken Plastizität.
Auf dem Sockel ist der Eigentumsvermerk von Hans Rudolf Lando eingefügt.

Iconclass Code
46A122 · Wappenschild, heraldisches Symbol
Heraldik

Wappen (Hans Wilhelm) von Mülinen, (Magdalena) von Hallwyl

Inschrift

HRLando 1605 (auf dem Sockel in braun, daneben Spuren einer entfernten Beischrift)
Erkaufft durch mich HR Lando 1605 Jars von Ludwig Koch (verso)

Signatur

keine

Materialien, Technik und Erhaltungszustand

Technik

Feder in Schwarz, graubraun laviert.

Erhaltungszustand und Restaurierungen

Wasserzeichen nicht erkennbar.
Vertikalknick, keine Randlinien. An den Seiten angerändert. Rückseite mit einem Fliess verstärkt, wobei die Beischrift freigelassen wurde.

Entstehungsgeschichte

Forschung

Der Riss wurde von Lehmann (1916, S. 59) mit dem Glasmaler Hans Funk in Verbindung gebracht. Da jedoch von Funk kein signierter Scheibenriss erhalten ist oder ihm sicher zuweisen lässt, fehlt eine fundierte Grundlage für die Bestimmung seines zeichnerischen Werkes (Hasler, 1998; Kurmann-Schwarz, 1998, S. 375). Der Scheibenriss für eine Allianzwappenscheibe Niklaus Wyttenbach und Anna May in der Sammlung Wyss (Bernisches Historisches Museum, BHM 20036.23) weist eine vergleichbare Komposition auf. Auch bei dieser Zeichnung stehen die zwei Vollwappen auf einem schmalen Gesims und füllen das Blatt fast vollständig aus. Hinter den Wappen steigen schmale Säulen auf, die ein Blattwerkbogen tragen. Der Riss wird von Hasler (1996/1997, 1. Bd., S. 144) in den Werkstattumkreis von Hans Funk verortet.
Anlass für die Allianzwappenscheibe dürfte die Heirat zwischen Hans Wilhelm von Mülinen, Sohn Hans Albrechts von Mülinen und der Dorothea von Bubenberg, und Margaretha von Hallwyl, Tochter des Dietrich von Hallwyl und der Sigonia von Rotenstein, 1523 gewesen sein (Kessler, 2017). Wohin die heute verschollene Scheibe gestiftet wurde, ist nicht bekannt.
In der reformierten Kirche in Köniz hat sich eine Wappenscheibe Kaspar von Mülinens erhalten. Diese zeigt neben dem Wappen ebenfalls das Emblem des Ordens des Heiligen Grabes und das des Katharinenordens (BE_352). Kaspar von Mülinen pilgerte 1506 bis 1507 nach Jerusalem (HBLS, 5. Bd., S. 180; Röhricht, 1888, S. 184). Über Hans Wilhelm von Mülinen ist weiter nichts bekannt, auch nicht, ob er ins Heilige Land pilgerte (Im HBLS wird er nicht aufgeführt).
Im Schweizerischen Nationalmuseum ist eine Allianzwappenscheibe Hans Wilhelm von Mülinen und Magdalena von Hallwyl erhalten (SNM, LM 1321b / IN 1453; Bergmann, 2014, S. 872; Schneider, 1970, S. 70).

Datierung
um 1540
Zeitraum
1525 – 1545
Stifter:in

von Mülinen, (Hans Wilhelm); von Hallwyl, (Magdalena)

Provenienz

Eigentümer:in

Schweizerisches Nationalmuseum

Vorbesitzer:in

Bis 1605 Ludwig Koch, Bern (1577 – vor 1613) · ab 1605 Hans Rudolf Lando, Bern (1584–1646) · Graffenried-Barco (Sammlung) Bern (Albrecht Emanuel Eduard von Graffenried 1829–1881 und Gabriela Maria de Barco 1837–1923).

Vorbesitzer:in (strukturiert)
Von [Eingangsjahr unbekannt] bis 1605: Koch, Ludwig, Bern (Schweiz)
Von 1605 bis 1646 (ca.): Lando, Hans Rudolf, Bern (Schweiz)

Bibliografie und Quellen

Literatur

Bergmann, U. (2014). Die Freiburger Glasmalerei des 16. bis 18. Jahrhunderts, Bern: Peter Lang.

Hasler, R. (1996/1997). Die Scheibenriss-Sammlung Wyss. Depositum der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Bernischen Historischen Museum. Bern: Stämpfli und Cie AG.

Hasler, R. (1998). Funk, Hans. In: SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz. Abgerufen von: www.sikart.ch/kuenstlerinnen.aspx?id=4023042&lng=de.

Kessel, P. (2017). Historisches Familienlexikon der Schweiz. www.hfls.ch.

Kurmann-Schwarz, B. (1998). Die Glasmalereien des 15. bis 18. Jahrhunderts im Berner Münster. Corpus Vitrearum Medii Aevi. Schweiz: Bd. 4. Benteli.

Lehmann, H. (1916). Die Glasmalerei in Bern am Ende des 15. und am Anfang des 16. Jahrhunderts, Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde, NF 18, 54–74.

Röricht, R. (1888). Die Jerusalemfahrt des Caspar von Mülinen (1506). Zeitschrift des Deutschen PalästinaVereins, 11, 184–196.

Schneider, J. [1971]. Glasgemälde: Katalog der Sammlung des Schweizerischen Landesmuseums Zürich. 2 Bde. T. Gut.

Bildinformationen

Name des Bildes
ZH_Zuerich_SNM_BE_2545
Fotonachweise
Schweizerisches Nationalmuseum
Link zum Originalfoto

Zitiervorschlag

Gartenmeister, M. (2023). Riss zu Allianzwappenscheibe (Hans Wilhelm) von Mülinen und (Magdalena) von Hallwyl. In Vitrosearch. Aufgerufen am 19. Oktober 2026 von https://vitrosearch.ch/objects/2722087.

Informationen zum Datensatz

Referenznummer
BE_2545