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BE_2257: Riss zu Bildscheibe mit Hohelied Salomos und den Wappen Hirz und Strauss
(ZH_Zuerich_SNM_BE_2257)

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Titel

Riss zu Bildscheibe mit Hohelied Salomos und den Wappen Hirz und Strauss

Art des Objekts
Masse
29.4 x 18.5 cm
Künstler:in / Hersteller:in
Datierung
1613
Standort
Inventarnummer
AG 11876
Forschungsprojekt
Autor:in und Datum des Eintrags
Marion Gartenmeister 2023

Ikonografie

Beschreibung

Das Mittelbild zeigt eine Bibelillustration zum Hohelied Salomos (Cantica canticorum). Links thront König Salomo unter einem Baldachin mit einem Buch auf den Knien. Rechts schreitet die Personifikation der Ecclesia in einem Strahlenkranz und den Attributen Krone und Füllhorn heran. Sie hält ebenfalls ein offenes Buch in der Hand. Hinter ihr erscheint der Hirsch.
Die Szene wird von einem reich dekorierten Rahmen mit manieristischen Ornamenten eingefasst. Auf hohen Podesten stehen links die Allegorie der Grammatik und rechts der Rhetorik. Die Inschriftenkartusche am oberen Rand ist leer. In der Fusszone sind in Lorbeerkränzen und einem Rollwerkrahmen die Wappen Hirz und Strauss eingefügt. Die Inschriftenkartusche zwischen den Wappen ist leer.
Mittels Lavierung wird der Zeichnung Körperlichkeit und Räumlichkeit verliehen. Die Binnenzeichnung beschränkt sich auf wenige Konturen und Linien.
In der Kartusche hat der Künstler die Zeichnung datiert und signiert. Darin befindet sich ebenfalls der Eigentumsvermerk von Hans Rudolf Lando.

Iconclass Code
71X2 · das Hohelied Salomos
71X21 · Schulammit, die geliebte Frau (Hohelied)
Iconclass Stichworte
Heraldik

Wappen Hirz und Strauss

Inschrift

Grammatica / Rethorica (in den Schriftbändern über den Personifikationen in Schwarz)
NV̊R / 1613 (in der Kartusche oben rechts in Grauschwarz)
HRLanndo (unten links in Hellbraun)
AG 11876 (verso, in Bleistift) (Sammlerstempel des Landesemuseums)

Signatur

NVR

Materialien, Technik und Erhaltungszustand

Technik

Feder in Schwarz, grau laviert.

Erhaltungszustand und Restaurierungen

Wasserzeichen: unbestimmt.
Mehrfache Vertikalknicke. Keine Randlinien. Fest auf eine Unterlage geklebt.
Allseitig beschnitten und angrändert. Abriebspuren in der unteren Hälfte.

Entstehungsgeschichte

Forschung

Das Blatt gehört gemeinsam mit zwei Blättern aus der Sammlung Wyss im Bernischen Historischen Museum (BHM 20036.287, BE_2021 und BHM 20036.288; BE_2020) zu einem Entwurf für eine Serie von Bibelscheiben (Hasler, 1996/1997, 1. Bd. S. 260). Die Folge wurde 1613 von einer Berner Familie aus unbekanntem Anlass in Auftrag gegeben. Die drei Risse weisen nahezu die gleiche Grösse auf, wobei ein Riss der Sammlung Wyss (BE_2021) im unteren Teil beschädigt ist.
Auf allen drei Rissen ist ausserdem der Eigentumsvermerk von Hans Rudolf Lando zu finden. Auf den beiden Blättern der Sammlung Wyss brachte Lando jeweils sein Monogramm an, auf dem vorliegenden Entwurf hingegen seinen Namen (Gartenmeister, 2019, S. 62).
Bei den beiden Wappen dürfte es sich, entsprechend denen auf dem zur Serie gehörigen Riss mit den Wappen Müller und Koch (BHM 20036.280, BE_2020), um Berner Familienwappen handeln. Nach Hasler (1996/1997, 1. Bd., S. 260) dürfte das linke Wappen mit dem Hirsch für die Familie Hirz und das rechte Wappen mit dem Strauss, der ein Hufeisen im Schnabel hält, für die Familie Strauss stehen.
In Bern ist die Familie Strauss von 1545 bis 1627 nachweisbar. Die Familie Hirz ist in Bern von der Reformation bis Ende des 16. Jahrhunderts belegt (Archiv der Burgerbibliothek Bern). Im historischen Familienlexikon der Schweiz (Kessel ,2017) sind für beide Familien mehrere Mitglieder aufgeführt. Welches Mitglied die Scheibe in Auftrag gab, konnte nicht festgestellt werden. In der Sammlung Wyss im Bernischen Historischen Museum wird ein Niklaus von Riedt zugeschriebener Riss für eine Wappenscheibe für Hans von Greyerz und Niklaus Hirz aufbewahrt (BHM 20036.146; Hasler, 1996/1997, 1. Bd., S. 240).
Als Anregung – wenn auch nicht als Vorlage – für die Darstellung des Hohelieds, könnten dem Zeichner die Illustrationen der Bilderbibel Tobias Stimmers von 1576 gedient haben (Hasler, 1996/1997, 1. Bd., S. 260; Stimmer & Fischart, 1576, S. [148]).

Datierung
1613
Stifter:in

Hirz und Strauss

Provenienz

Eigentümer:in

Schweizerisches Nationalmuseum

Vorbesitzer:in

Nach 1613 Hans Rudolf Lando, Bern (1584–1646)

Vorbesitzer:in (strukturiert)
Von 1613 (nachher) bis 1646 (ca.): Lando, Hans Rudolf, Bern (Schweiz)

Bibliografie und Quellen

Literatur

Gartenmeister, M. (2019). "Erkauffdt durch mich HRLando", Der Glasmaler Hans Rudolf Lando als Sammler von Scheibenrissen. Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte, 76 (3), 51–74, https://doi.org/10.5169/seals-846965

Hasler, R. (1996/1997). Die Scheibenriss-Sammlung Wyss. Depositum der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Bernischen Historischen Museum. Bern: Stämpfli und Cie AG.

Kessel. P. (2017). Historisches Familienlexikon der Schweiz. Abgerufen von: www.hfls.ch

Stimmer, T. & Fischart, J. (1576). Neue Künstliche Figuren Biblischer Historien: Und zu Gotsförchtiger ergetzung andachtiger Hertzen mit artigen Reimen begriffen durch J. F. G. M. bei Thoma Gwarin. https://doi.org/10.3931/E-RARA-431

Weiteres Bildmaterial

A 1477

Bildinformationen

Name des Bildes
ZH_Zuerich_SNM_BE_2257
Fotonachweise
Schweizerisches Nationalmuseum

Zitiervorschlag

Gartenmeister, M. (2023). Riss zu Bildscheibe mit Hohelied Salomos und den Wappen Hirz und Strauss. In Vitrosearch. Aufgerufen am 19. Oktober 2026 von https://vitrosearch.ch/objects/2722081.

Informationen zum Datensatz

Referenznummer
BE_2257