Name

Katholische Kirche Bruder Klaus in Winkeln

Adresse
Herisauer Strasse 77
9015 St. Gallen
Geografische Hierarchie
Koordinaten (WGS 84)
AutorIn und Datum des Eintrags
Laura Hindelang 2022
Informationen zum Gebäude / zur Institution

1958–1959 nach den Plänen des St. Galler Architekten Ernest Brantschen (1922–1994) und Mitarbeiter Alfons Weisser errichtete Bruder-Klaus-Kirche mit Turm in St. Gallen-Winkeln. Ausgangslage war ein 1957 ausgerichteter Wettbewerb unter St. Galler Architekten, den Brantschen gewann. Nach umfassender Innen- und Aussenrenovation seit 2006 unter Bundesschutz gestellt.

Über dem quadratischen Kirchenschiff mit Altarraum spannt sich eine konkav gekrümmte dünnwandige Schalenkonstruktion des Ingenieurs Heinz Hossdorf, die wie ein Tuch von den Aussenmauern herabhängt und über dem offenen Altarraum ansteigt. Die ungewöhnliche skulpturale Deckenkonstruktion charakterisiert auch die äussere Erscheinung des Baus und kontrastiert mit der streng geometrisch gehaltene Gesamtkubatur mit ihrer gering durchfensterten, strahlend-weissen Putzfassade. Neben dem eigentlichen Kirchenraum führt ein nordöstlicher Durchgang zur Taufkapelle, die sich durch die niedrige Decke und den schmalen, längsrechteckigen Grundriss stark von der Raumatmosphäre des Kirchenschiffs absetzt.
Die Kirche ist glasmalerisch reich ausgestattet: Glasmalerei im Kirchenschiff von Ferdinand Gehr (Ausführung G. Engeler, Andwil), Chorfenster von Karl Tschirky und Emporenfenster von Walter Burger (beide Ausführung A. Kübele, St. Gallen) und in der Taufkapelle von Heinrich Stäubli, St. Gallen (Entwurf und Ausführung, HS_1097, HS_1098; HS_1099; HS_1100; HS_1101). Stäublis Glasmalerei wurde 2006 von seinem Nachfolger, Ernst Holenstein, gereinigt und neu verbleit, dabei konnten die originalen Gläser vollständig erhalten bleiben (Archiv städtische Denkmalpflege SG).

Literatur

Archiv der städtische Denkmalpflege St. Gallen, Dossier Herisauer Strasse 75, 77.

Archiv der Baudokumentation Stadt St. Gallen, Dossier Herisauer Strasse 75, 77.

Brantschen, E., Hossdorf, H., & Gehr, F. (1960). Bruder-Klaus-Kirche in Winkeln-St.Gallen. Das Werk, 47, S. 201–207.

Grämiger, G. (2021). Ernest Brantschen: Bauten und Projekte (BSA Ostschweiz, Hrsg.). Scheidegger & Spiess.

Ledergerber, N. (2008). Winkeln Katholische Kirche Bruder Klaus. In Amt für Kultur des Kantons St. Gallen (Hg.), Denkmalpflege und Archäologie im Kanton St. Gallen 2004–2008 (S. 164–166). Amt für Kultur des Kantons St. Gallen.

Zeller, C. (Hg.) (1992). Schweizer Architekturführer 1920–1990. Band 1: Nordost- und Zentralschweiz. Werk-Verlag, S. 40.

Bilder des Gebäudes