Name

Hanbury-Tracy, Charles, 1st Baron Sudeley

Birth and Death
1778 – 1858
Author and year of editing
Sarah Keller 2026
Biographical Data

Charles Hanbury-Tracy, 1. Baron Sudeley, erbaute zwischen 1819 und 1840 den neugotischen Landsitz Toddington Manor (Gloucestershire). Für dessen Kreuzgang liess Lord Sudeley Hunderte von Schweizer Scheiben nach England kommen. Hans Lehmann publizierte 1911 den Bericht eines «Schweizer Scheibenkenners» – Heinrich Angst (1847–1922), der 1892 Toddington Manor besucht hatte. Angst war damals britischer Vizekonsul, im gleichen Jahr wurde er der erste Direktor des Schweizerischen Landesmuseums. Angst katalogisierte 240 Schweizerscheiben und berichtete, dass laut Tradition in der Familie beim Transport eine grössere Anzahl Kisten wegen schlechter Verpackung in so beschädigtem Zustand ankam, dass die Scheiben nicht mehr zu verwenden waren und weggeworfen wurden. Der in Toddington Manor eingebaute Bestand umfasste also nur einen Teil der aus der Schweiz ausgeführten Glasgemälde. Englische Glasmaler fertigten Renaissance-Architekturen und Ornamente als Einfassung für die Schweizerscheiben an und so füllten sich die Kreuzstöcke des Kreuzganges vollständig mit Glasmalereien. Wie Heinrich Angst berichtet, war der Eindruck dieser Anordnung in seiner Farbwirkung «ein überwältigender, aber auch konfuser, und der Kontrast des gänzlich verdunkelten Kreuzganges mit den anstossenden hellen Gängen und Räumen ein störender» (Angsts «Materialien für einen Vortrag» des späteren Auktionskataloges; Lehmann, 1911, S. XVII–XVIII).
Drei Jahre nach Angsts Besuch auf Toddington Manor, wollte der damalige Baron Sudeley, Charles Douglas Richard Hanbury-Tracy (1840–1922), aufgrund seines Bankrotts die Scheibensammlung verkaufen. Angst reiste 1895 nach London, um die Sammlung mit den Geldern des für das neu zu errichtende Schweizerische Landesmuseum gegründeten Finanzkonsortiums zu erwerben. Der Handel kam jedoch nicht zustande. 1901 wurde Toddington Manor an Hugh Andrews († 1925) verkauft. Baron Sudeley schrieb an Angst, er hoffe, dass der neue Eigentümer Mr. Andrews den wirklichen Wert der Scheiben nicht entdecken und sie infolgedessen nicht veräussern werde (Durrer, 1948, S. 188). 1911 gelangte die Sammlung jedoch zur Versteigerung (Durrer, 1948, S. 314; Lehmann, 1911). Der Auktionskatalog der Galerie Helbing verzeichnet 185 schweizerische Glasgemälde sowie sechzehn englische und süddeutsche Scheiben. Der geographische Schwerpunkt liegt auf den Kantonen Luzern, Zug und Glarus.

Literature

Durrer, R. (1948). Heinrich Angst: erster Direktor des Schweizerischen Landesmuseums, britischer Generalkonsul. Glarus.

Kummer-Rothenhäusler, S. (1987). The Swiss Stained Glass Collection at Toddington. The Sudeleys – Lord of Toddington (S. 242–252). Cambridge: The Manorial Society of Great Britain.

Lehmann, H. (1911). Sammlung Lord Sudeley, Toddington Castle: Schweizer Glasmalereien vorwiegend des XVI. und XVII. Jahrhunderts. Auktion in der Galerie Helbing in München, 4.Oktober 1911. München: Hugo Helbing.

Citation suggestion
Keller, S. (2026). Hanbury-Tracy, Charles, 1st Baron Sudeley. In Vitrosearch. Retrieved October 19, 2026 from https://vitrosearch.ch/persons/2711451.