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TG_144: Stadtscheibe St. Gallen
(TG_Kreuzlingen_evangKirche_TG_144)

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Title

Stadtscheibe St. Gallen

Type of Object
Place of Manufacture
Dating
1724
Dimensions
39.8 x 32.8 cm im Licht

Iconography

Description

Im Zentrum der Scheibe erscheinen vor farblosem Grund zwei einander zugeneigte Schilde mit dem Wappen St. Gallens. Über der auf sie gesetzten Reichskrone befindet sich in einem Blattkranz die Devise der Stadt. Als Schildbegleiter fungieren zwei auf dem Podium stehende, Schwert beziehungsweise Palmwedel als Attribute mit sich führende Bären. Neben der Stifterinschrift an der Podiumsfront sitzen zwei Putten, die gemeinsam ein mit Fruchtbouquets geschmücktes Band halten. Wappen und Bären rahmen seitlich zwei breite, sich auf dem Podium erhebende Pfeiler. Darüber schwingt sich ein Blattbogen.

Iconclass Code
44A11(+4) · device (as symbol of the state, etc.) (+ city; municipal)
Iconclass Keywords
Heraldry

Wappen St. Gallen, Stadt: In Silber ein aufgerichteter brauner (statt schwarzer) Bär mit goldenem Halsband.

Inscription

Die Löbliche / Statt Sant Gallen / Anno 1724. VNI SOLI / DE[O] / GLORIA (in eckigen Klammern der durch das Sprungblei verdeckte Buchstabe)

Signature

keine

Technique / State

State of Conservation and Restorations

Die ganze Rahmung sowie die beiden Schilde neu ergänzt. Einige Sprünge und mehrere Sprungbleie; die Verbleiung erneuert.

Restaurierungen 1862 Josef Ditz, Konstanz: Reparatur einzelner Wappenscheiben und Entfernung defekter. 1899 Friedrich Berbig, Zürich.

Technique

Farbloses Glas; Bemalung mit Schwarzlot, Silbergelb, Eisenrot sowie blauer Schmelzfarbe.

History

Research

Die Stadt St. Gallen trug mit einer grossen Geldsumme am Kirchenbau in Egelshofen bei. Darin inbegriffen war eine Fenster- und Wappenstiftung. An der Kirchweihe 1724 waren denn auch Standes- und Stadtvertreter aus St. Gallen anwesend (Erni/Raimann, 2009, S. 203).

Der Zyklus für die neuerbaute Kirche von Egelshofen dürfte ursprünglich knapp zwei Dutzend Glasgemälde umfasst haben. Nach einer Beschreibung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts waren damals die einzelnen Scheiben je zu zweit auf die in der Kirche von 1724 vorhandenen zehn Rundfenster verteilt (zwei Rundfenster an der Ost- sowie je vier an der Nord- und Südseite; vgl. Erni/Raimann, 2009, S. 204, Abb. 182, 184). Peter Erni und Alfons Raimann gehen davon aus, dass dies ihrer ursprünglichen Anordnung entsprach. Laut Hermann Strauss sollen die Glasgemälde 1724 hingegen in gleicher Weise in die beiden östlichen Chorfenster eingebaut worden sein, indem in sechs paarweise übereinander geordneten Feldern jeweils je zwei Rundscheiben oben und unten, sowie zwei viereckige Scheiben in der Mitte zur Aufstellung kamen (Strauss, 1954). Worauf sich Strauss bei dieser Angabe stützt, lässt sich seinen Ausführungen jedoch nicht entnehmen. Als die Kirche 1862 neue Fenster erhielt, wurden die zu jener Zeit noch existierenden 17 alten Glasgemälde vom Konstanzer Glasermeister Josef Ditz in den beiden Chorfenstern (Ostseite) neu zusammengestellt. Zu einer Umplatzierung kam es erneut beim Kirchenumbau von 1899. Damals wurden die Wappenscheiben vom Zürcher Glasmaler Friedrich Berbig auf die seitlichen Kirchenfenster verteilt. 1954 waren in der Kirche vom einstigen Bestand lediglich noch die elf Glasgemälde zu sehen, welche heute mehrheitlich zu Paaren vereint in die sechs modern verglasten Fenster unter der Orgelempore eingefügt sind. Von den abhanden gekommenen Werken sind insgesamt sechs bekannt. Es handelt sich um eine Scheibe der landsfriedlichen Kommission (vgl. TG_152) sowie um diejenigen von Christoph Hochreutiner (Amtsbürgermeister von St. Gallen), Hans Jakob Züblin (Bürgermeister und Reichsvogt zu St. Gallen), Georg Joachim Zollikofer von Altenklingen (Stadtschreiber von St. Gallen und Schwiegervater von Ammann Olbrechts Sohn Hans Heinrich), Johann Rudolf Albrecht aus Bern (Landammann im Thurgau) sowie um die von Hans Jakob Harder (Richter der Vogtei Eggen und Schwiegervater Johann Heinrich Olbrechts) und Johann Morell (Kirchenpfleger) gemeinsam gemachte Stiftung.

Der stilistisch relativ einheitlich wirkende Scheibenzyklus scheint in einer einzigen Werkstatt in Auftrag gegeben worden zu sein. Die Scheiben des Daniel Herrmann Zollikofer sowie der Stadt Bern und der Stadt Zürich weisen dieselbe Rahmung wie eine von Johann Georg Spengler signierte Scheibe des Kreuzlinger Abtes Georg Fichtel von Landenberg auf (Konstanz, Rosgartenmuseum, Inv. Nr. 1989/A101). Auch für die Scheibe des Priors von Ittingen, Anthelmus Entlin, von 1717 verwendete Spengler dieselbe Rahmung (TG_69). Aufgrund dieser identischen Rahmung sowie der sehr ähnlichen Putten, ist auch der Zyklus in Egelshofen Johann Georg Spengler zuzuweisen. Peter Erni und Alfons Raimann (2009, S. 210) wiesen Hermann Strauss folgend den Zyklus dessen Sohn Josef Anton Spengler zu. Dessen überliefertes Werk besteht jedoch nur aus in Grisaille gemalten Rundscheibchen (Rott, 1926, S. 88).

Die Scheibe wird genannt in: Büchi, 1890, S. 34. Leutenegger, 1924, S. 68f., 71. Strauss, 1954, Nr. 3, Abb. Raimann/Knoepfli/Hungerbühler, 1986, S. 23, 25. Stadtrat Kreuzlingen, 1991, S. 203f. Erni/Raimann, 2009, S. 204, 210, Abb. 190 (vermutlich Josef Anton Spengler).

Dating
1724
Original Donator

St. Gallen, Stadt

Place of Manufacture
Owner

Evangelische Kirchgemeinde Kreuzlingen

Bibliography and Sources

Literature

Büchi, J. (1890). Über die Glasmalerei überhaupt und über thurgauische Glasgemälde

insbesondere. Thurgauische Beiträge zur vaterländischen Geschichte, H 30.

Erni, P. und Raimann, A. (2009). Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau. Bd. VII: Der Bezirk Kreuzlingen I. Die Stadt Kreuzlingen. Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Bern: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte.

Leutenegger, A. (1924). Kreuzlingen-Kurzrickenbach (Kurzrickenbach-Egelshofen-Emmishofen). Erster Teil: Von der Reformation bis 1798. Kreuzlingen: Buchdruckerei A.-G. und Thurg. Volksfreund.

Raimann, A./Knoepfli, A./Hungerbühler, A. (1986). Kreuzlingen TG. Schweizerische Kunstführer. Bern: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte.

Rott, H. (1926). Die Konstanzer Glasmalerfamilie der Spengler. Badische Heimat 13, 78–90.

Stadtrat Kreuzlingen (Hrsg., 1991). Kreuzlinger Mosaik. Berichte und Bilder aus Vergangenheit und Gegenwart. Ein Quellenbuch der Grenzstadt Kreuzlingen bis ca. 1960. Kreuzlingen: Bodan AG.

Strauss, H. (1954). Egelshofer Kirchenfenster. Evangelisches Kirchgemeinde-Blatt Kreuzlingen. 14. Jahrgang.

Image Information

Name of Image
TG_Kreuzlingen_evangKirche_TG_144
Credits
© Vitrocentre Romont
Date
2018
Copyright
© Evangelische Kirchgemeinde Kreuzlingen

Inventory

Reference Number
TG_144
Author and Date of Entry
Rolf Hasler; Sarah Keller 2020

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Schema
Version 1.3.1 Objects | Artists | Studios | Buildings / Institutions | Iconclass Codes