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TG_19: Allianzwappenscheibe Hans Jakob von Ulm und Barbara Zum Thor
(TG_Frauenfeld_HistMuseum_TG_19)

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Title

Allianzwappenscheibe Hans Jakob von Ulm und Barbara Zum Thor

Type of Object
Artist / Producer
Dating
1521

Iconography

Description

Vor hellrotem Damastgrund steht ein Kriegsmann in geschlitzter Tracht und gelbem Federhut auf einem rasengesäumten Weg als Schildhalter zwischen den sich leicht zuneigenden Vollwappen des Stifterpaares. Daneben erheben sich Spiralsäulen, die je ein kleines Gehäuse mit einer männlichen und weiblichen Büste tragen. Unter diesen Büsten befinden sich das Monogramm des Glasmalers und die Jahreszahl. Über dem aus Löwenköpfen ragenden Bogen verfolgen drei Lanzenträger einen ebenfalls Lanze tragenden geharnischten Reiter.

Iconclass Code
46A122(ZUM THOR) · armorial bearing, heraldry (ZUM THOR)
Iconclass Keywords
Heraldry

Wappen Ulm, Hans Jakob von: Geteilt von Rot und Blau, belegt mit einem fünfmal gebrochenen silbernen Querbalken; Helm: silbern; Helmdecke: silbern und blau; Helmzier: ein von Rot und Blau geteilter Greifenhals mit einem fünfmal gebrochenen silbernen Querbalken und einem silbernen Schnabel. Wappen Zum Thor, Barbara: Schräggeteilt von Gold und Blau; Helm: blau; Helmdecke: golden und blau; Helmzier: zwei Hörner in Gold (rechts) und Blau (links), verbunden mit einem roten Band.

Inscription

15 / 21

Signature

LS

Technique / State

State of Conservation and Restorations

Mehrere neue Ergänzungen (das Oberbild wurde anlässlich von zwei unterschiedlichen neuzeitlichen Restaurierungen in grossen Teilen ergänzt); Sprünge und Sprungbleie; die Verbleiung erneuert.

Technique

Farbloses und farbiges Glas; rotes, blaues und rosa Überfangglas mit vorderseitigem Ausschliff; Bemalung mit Schwarzlot und Silbergelb.

History

Research

Hans Jakob von Ulm (†1527), der Sohn des Hans und der Margaretha Huntpiss von Waltrams, entstammte einem Konstanzer Patriziergeschlecht. 1519 heiratetet er Barbara Zum Thor (†1539), Tochter Urban Zum Thors auf Teufen, wodurch er in den Besitz der Herrschaft Teufen ZH gelangte (Geschichte der Familie von Ulm, S. 32; Knoepfli, 1947). Ein Glasgemälde seines Bruders Heinrich von Ulm befindet sich in der Sammlung Rutishauser in Kreuzlingen (TG_1971).

Ermatingen unterstand dem Kloster Reichenau, dessen Abt Kollator, Grundherr und Gerichtsherr war. Spätestens seit dem 16. Jahrhundert hatte die Ortschaft einen Kleinen und Grossen Rat sowie ein eigenes Gericht (Rothenbühler, 2004). 1520 bat Ermatingen die Eidgenossen, in sein nach der Zerstörung im Schwabenkrieg wieder aufgebautes Rathaus Wappenscheiben zu stiften (Eidgenössische Abschiede 3/2, S. 1251, 26. Juli 1520). Wie die vier von dort stammenden Allianzwappenscheiben zeigen (TG_16, TG_17; TG_18, TG_19), stifteten damals auch verschiedene Konstanzer Privatpersonen in das Rathaus. Eine der vier Allianzscheiben, die Stiftung von Hans Jakob von Ulm und Barbara Zum Thor, trägt das Monogramm des Konstanzer Glasmalers Ludwig Stillhart.

Die Scheibe wird genannt in: Boesch, 1947, S. 26. Knoepfli, 1947, Nr. 227. Knoepfli, 1950, S. 144. Rathaus Frauenfeld, 1983, S. 39. Früh, 2001, S. 55. Raimann/Erni, 2001, S. 277. Knoepfli, 2001, S. 43. Hasler, 2010, S. 336. Hux, 2010, S. 19. Abegg/Erni/Raimann, 2014, S. 172, Abb. 193. Bergmann, 2014, Kat., S. 872, Anm. 14, Abb. 347.3.

Dating
1521
Original Donator

Ulm, Hans Jakob von · Zum Thor, Barbara

Previous Location
Place of Manufacture
Owner

Seit 1947 Historisches Museum Thurgau

Previous Owner

1939 Erwin Rothenhäusler, Mels (Vorweisung im Schweizerischen Nationalmuseum 1939) · 1947 Eugen Meyer, Antiquitäten, Zürich · 1947 Frauenfeld, Regierungsgebäude (Treppenhaus)

Inventory Number
T 6447

Bibliography and Sources

Literature

Abegg, R., Erni, P. und Raimann, A. (2014). Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau, Bd. VIII: Rund um Kreuzlingen. Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Basel: Verlag Birkhäuser.

Bergmann, U. (2014). Die Freiburger Glasmalerei des 16. und 17. Jahrhunderts. Corpus Vitrearum Schweiz. Reihe Neuzeit, Bd. 6. Bern etc.: Peter Lang, 2 Bde.

Boesch, P. (1947). Aristoteles und Phyllis auf Glasgemälden. In Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 9.

Früh, M. (2001). Führer durch das Historische Museum des Kantons Thurgau, 2. Aufl., Frauenfeld.

Die Geschichte der Familie von Ulm (nach 1962). Typoskript (Autor unbekannt), Staatsarchiv Thurgau, Lx 10043.

Hasler, R. (2010). Die Schaffhauser Glasmalerei des 16. bis 18. Jahrhunderts. Corpus Vitrearum Schweiz, Reihe Neuzeit, Bd. 5. Bern etc.: Peter Lang.

Hux, A. (2010). Verstummte Klänge. Spuren der Frauenfelder Musikkultur im 18. Jahrhundert. Frauenfeld, Stuttgart, Wien: Verlag Huber.

Kindler von Knobloch, J. (1898–1919). Oberbadisches Geschlechterbuch. 3 Bde., Heidelberg: Verlag Winter.

Knoepfli, A. (1947). Heimgekehrte Glasmalereien. Thurgauer Zeitung, Samstag 27. September 1947.

Knoepfli, A. (1950). Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau, Bd. I: Der Bezirk Frauenfeld. Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Basel: Verlag Birkhäuser.

Knoepfli, A. (2001). Schloss Weinfelden. Geschichte und Geschicke. Weinfelden: Verlag Wolfau-Druck Rudolf Mühlemann.

Raimann, A., Erni, P. (2001). Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau. Bd. VI: Der Bezirk Steckborn. Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Bern: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte.

Das Rathaus Frauenfeld (1983). Frauenfeld: Bürgergemeinde.

Rothenbühler, V. (2004). Ermatingen. Historisches Lexikon der Schweiz. Abgerufen von https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001926/2004-10-29/

References to Additional Images

Schweizerisches Nationalmuseum Zürich, Foto 34308

Image Information

Name of Image
TG_Frauenfeld_HistMuseum_TG_19
Credits
© Vitrocentre Romont (photo : Yves Eigenmann, Francesco Ragusa, Fribourg)
Date
2018
Copyright
© Historisches Museum Thurgau

Inventory

Reference Number
TG_19
Author and Date of Entry
Rolf Hasler; Sarah Keller 2020

Linked Objects and Images

Additional Images
Schema
Version 1.3.1 Objects | Artists | Studios | Buildings / Institutions | Iconclass Codes