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BE_6740: Wappenscheibe Vinzenz Ludwig von Erlach und David Michel
(BE_Holligen_Schloss_Erlach)

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Title

Wappenscheibe Vinzenz Ludwig von Erlach und David Michel

Type of Object
Artist / Producer
Sybold, Abraham · zugeschr.
Dating
1634 (?)
Dimensions
30.2 x 20.2 cm im Licht
Location
Place
Hauptsaal
Inventory

Iconography

Description

Die Vollwappen des Vinzenz Ludwig von Erlach und David Michel befinden sich vor farblosem Grund über der Schrifttafel, welche die Stirnseite des gefliesten Podiums ziert. Auf diesem erhebt sich hinter den Wappenschilden eine zweiachsige Rahmenarchitektur. Sie besteht aus verschiedenfarbigen Säulen und Pfeilern und einem zurückfluchtenden roten Gebälk, auf dem zwei Fruchtschalen stehen.

Iconclass Code
46A122 · armorial bearing, heraldry
Iconclass Keywords
Heraldry

Wappen Vinzenz Ludwig von Erlach, David Michel

Inscription

[Vincentz Ludwig Von Erlach Vogt / zu. Bümblitz: vnd Jr. Haubtmann / u: David Michel: Ano Domj: 1634:] (die ergänzte Inschrift eingeklammert).

Signature

Keine

Technique / State

State of Conservation and Restorations

Die Inschriftentafel und das Glas mit der Von-Erlach-Helmzier neu ergänzt; einige Sprünge und Sprungbleie; die Verbleiung erneuert. Restaurierungen Die Einfügung der Ergänzungen dürfte in der Zeit um oder bald nach 1900 erfolgt sein. Die damals erneuerte Inschriftentafel hatte dabei eine ältere, wohl aus dem 19. Jahrhundert stammende Ergänzung zu ersetzen. Diese ist, in drei Stücke zerbrochen, im Depot von Schloss Holligen komplett erhalten. Der darauf festgehaltene Text entspricht exakt demjenigen der vorliegenden Ergänzung. Weil sich in der Familie von Erlach keine Person mit dem Vornamen Vinzenz Ludwig nachweisen lässt, muss freilich bezweifelt werden, dass dieser im Wortlaut durchwegs der zerstörten Originalinschrift folgt. Damit stellt sich die Frage, ob allenfalls auch die Jahreszahl nicht korrekt ergänzt wurde.

Technique

Farbloses und farbiges Glas; rotes Überfangglas mit rückseitigem Ausschliff; Bemalung mit Schwarzlot, Silbergelb sowie blauer, grüner und violetter Schmelzfarbe; rückseitig die eingeritzten Brandmarken "3".

History

Research

Im Schloss Holligen befinden sich elf weitgehend analog komponierte und in den Massen übereinstimmende Freundschaftsscheiben aus den Jahren von 1632 bis 1634. Sie enthalten jeweils die Wappen zweier aus Berner Familien stammender Stifter. Davon entstanden diejenigen mit den Wappen Stürler/Wurstemberger und Tillier/Archer 1632, diejenigen mit den Wappen Ryhiner/Dick, Berseth/Baumgarter, Fellenberg/Kohler und Kirchberger/Tillier 1633 sowie diejenigen mit den Wappen von Bonstetten/von Diesbach, von Erlach/Michel, Morlot/von Graffenried, Steiger/Manuel und von Wattenwyl/Steiger 1634. Im Bernischen Historischen Museum gibt es drei weitere zu diesem Zyklus gehörende Werke. Davon wurden zwei 1632 von Marquard Zehender dem Älteren und Franz Güder sowie Marquard Zehender dem Jüngeren und Martin Fels gestiftet (BHM Bern, Inv. 58084, 58085). Das dritte von 1634 zeigt die Wappen von Hans Franz von Luternau und Franz Ludwig von Graffenried (BHM Bern, Inv. 4988). Schliesslich gesellt sich dazu die verschollene, durch eine Aufnahme dokumentierte Scheibe von 1632 mit den Wappen des (Hans) Rudolf Zehender und des Wilhelm Fels (SNM Zürich, Foto-Neg. 96568). Mehrere der angeführten Glasgemälde besitzen in der oberen Zone Ergänzungen (vor allem in Form blauer Gläser). Wie im Falle der Wappenscheibe Morlot/von Graffenried dürften bei den meisten von ihnen an deren statt ursprünglich zwei Fruchtschalen dargestellt gewesen sein. In der Komposition heben sich die fünf Glasgemälde von 1632 zwar leicht von denjenigen beider folgender Jahre ab, indem ihre Inschriftentafeln reich mit Rollwerk verziert sind und nicht die ganze Scheibenbreite einnehmen. Weil sie in den Massen sowie im Stil und Schriftcharakter mit den übrigen Stücken übereinstimmen, darf man aber auch sie zu diesem Zyklus zählen. Bislang konnten aus den Quellen keine Hinweise zur Beantwortung der Frage gewonnen werden, wohin derselbe gestiftet wurde. Als Bestimmungsort in Betracht ziehen darf man aber das Schloss Holligen selbst. Man kann sich nämlich fragen, ob Abraham Wurstemberger 1631 als neuer Besitzer des Schlosses dieses baulich verändert und im Anschluss daran von Freunden, Kollegen und Verwandten Fenster und Wappen erbeten haben könnte. Mit Beat Ludwig Wurstemberger ist unter den Stiftern zumindest ein Mitglied seiner Familie vertreten. Ob und, wenn ja, in welcher Weise die zahlreichen übrigen Wappeninhaber mit ihm verbunden waren, liess sich bislang allerdings nicht klären. Im Schriftcharakter (Inschrift mit reichem Schnörkelwerk) und in der Gestaltung von Wappen und Helmdecken erinnern die Scheiben an Abraham Sybolds monogrammiertes Glasgemälde von 1624 für Johann Jakob Heimberg im Bernischen Historischen Museum (BHM Bern, Inv. 2431). Man darf Hans Lehmann deshalb folgen, wenn er Sybold als Schöpfer dieser Serie betrachtet. Wie bereits gesagt wurde,(???) lässt sich kein Angehöriger der Familie von Erlach mit dem Vornamen Vinzenz Ludwig nachweisen. Sollte vielleicht Frantz Ludwig heissen! David Michel (1604–1648), der Sohn Beat Ludwigs und der Ursula von Ligerz, war Hauptmann in venezianischen Diensten und wurde 1635 Vogt zu Schwarzenburg. 1630 heiratete er in Bern Maria von Erlach, Tochter Franz Ludwigs und der Salome Steiger (HBLS 5/1929, S. 111; Kessel 2015).

Dating
1634 (?)
Period
1632 – 1634
Original Donator

Erlach, Vinzenz Ludwig von? · Michel, David (1604–1648)

Place of Manufacture
Owner

Stiftung zum Turm Schloss Holligen

Previous Owner

Sammlung von Mutach, Schloss Holligen (wohl identisch mit: Abraham Friedrich von Mutach, 1765–1831).

Bibliography and Sources

Literature

Hans Lehmann, Die zerstörten Glasgemälde in der Kirche von Hindelbank und ihre Beziehungen zur Familie von Erlach, in: Berner Kunstdenkmäler, Bd. 4, o. J. [1913], S. 21 (Anm. 6).

Hans Lehmann, Sybold, Abraham, in: Ulrich Thieme/Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig, Bd. 32/1938, S. 359 (Abraham Sybold).

Vgl.

Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz (HBLS).

P. Kessel, Berner Geschlechter, 2015 [URL: http://www.bernergeschlechter.ch/humo-gen/family.php?database=humo_&id=F17462&main_person=I53446; 11.11.2015].

References to Additional Images

SNM Zürich, Neg. 9944 (Abraham Sybold)

Image Information

Name of Image
BE_Holligen_Schloss_Erlach
Credits
© Vitrocentre Romont
Date
2015
Copyright
© Turmstiftung Schloss Holligen

Inventory

Reference Number
BE_6740
Author and Date of Entry
Rolf Hasler ; Sarah Keller 2016

Linked Objects and Images

Additional Images
Schema
Version 1.3.1 Objects | Artists | Studios | Buildings / Institutions | Iconclass Codes