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BE_414: Figurenscheibe Amt, Stadt Büren mit Johannes dem Täufer
(BE_Leuzigen_refK_JohannesTaeufer)

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Title

Figurenscheibe Amt, Stadt Büren mit Johannes dem Täufer

Type of Object
Artist / Producer
Meyer, Jakob · Werkstatt, zugeschr.
Dating
um 1520
Dimensions
51.2 x 44 cm im Licht

Iconography

Description

Johannes der Täufer steht vor einer bewaldeten Landschaft am Ufer eines Flusses, an dem sich eine Burg auf einem hohen pyramidenförmigen Felsenhügel befindet. Der Heilige ist in ein kamelhärenes Hemd mit einer Löwenfratze am Saum und einen leuchtend roten Mantel gekleidet. Während er in seiner Linken ein Buch hält, weist er mit der Rechten auf das mit einer Kreuzfahne ausgestattete Gotteslamm zu seinen Füssen. Die Komposition rahmt eine schlichte Arkade mit gemauertem Flachbogen, über dem Rankenwerk die Zwickel füllt.

Iconclass Code
11D1311 · lamb bearing cross or banner, 'Agnus Dei' ~ symbol of Christ
73A(JOHN THE BAPTIST) · series of scenes from the life of John the Baptist
73C1 · story of John the Baptist (Matthew 3; Mark 1:4-11; Luke 3:1-22; John 1:19-34)
Iconclass Keywords
Signature

Keine

Technique / State

State of Conservation and Restorations

Mehrere alte Flickstücke oben am linken Rand; von der rechten Säule dürfte entweder der lange mittlere oder der kleine unterste Teil alt ergänzt sein (im Erhaltungsschema nicht angegeben); geklebte Sprünge und Sprungbleie; die Verbleiung erneuert; die Scheibe unten wohl etwas beschnitten.

Technique

Farbloses und farbiges Glas; Bemalung mit Schwarzlot und Silbergelb.

History

Research

Da die vorliegende Figurenscheibe kein Wappen zeigt, gehört sie wohl zu einer Doppelstiftung. Die Pendant-Scheibe dazu bildet wahrscheinlich die Stiftung des Amtes Büren. Diese beiden Scheiben zeigen dasselbe Format, denselben Stil, den gleichen Damasthintergrund sowie eine sehr ähnliche rahmende Arkade. Auch der Rasengrund wiederholt sich in ihnen. Büren, in dessen Herrschaftsbereich Leuzigen lag, scheint demnach wie wenige Jahre zuvor nach Jegenstorf um 1520 auch nach Leuzigen eine Doppelscheibe geschenkt zu haben. Darauf zur Darstellung bringen liess man dabei nicht die eigene Namenspatronin, die hl. Katharina, sondern denjenigen der beschenkten Kirche, Johannes den Täufer. Im 19. Jahrhundert befand sich die vorliegende Scheibe im nördlichen Chorfenster im Bogenfeld über den beiden Solothurner Scheiben. Die wohl zugehörige Scheibe des Amtes Büren befand sich im südlichen Chorfenster ebenfalls im Bogenfeld (von Mülinen 1893). Beide Scheiben scheinen etwas beschnitten zu sein: die vorliegende Scheibe am unteren Rand (Fuss und Säulenbasen beschnitten), die andere am oberen Rand (Bogen beschnitten). Wahrscheinlich waren sie ursprünglich nicht nur gleich breit, sondern auch gleich hoch wie die Scheiben der Solothurner Stiftung im nördlichen Chorfenster (56,7 x 42,5/44,3 cm). Ihren Standort hatten sie dabei wohl im südlichen Chorfenster. Die beiden Scheiben Bürens weisen enge stilistische Parallelen zur Berner Stiftung in der Kirche Jegenstorf auf, insbesondere zum dortigen hl. Vinzenz. Den Auftrag für diese Stiftung in Jegenstorf erhielt Hans Sterr. Innerhalb der sechsteiligen Scheibengruppe sind jedoch stilistische Unterschiede festzustellen, die nahelegen, dass Sterr zusammen mit Jakob Meyer sowie möglicherweise einem weiteren Glasmaler den Auftrag erfüllte (s. d.). Hans Sterr fällt als Hersteller der Scheiben in Leuzigen ausser Betracht, da er im Jahr 1516 verstarb. Die Bürener Scheiben sind auch den Berner Scheiben in Leuzigen verwandt. Diesen Auftrag hatte Jakob Wyss erhalten. Derselbe war aber wahrscheinlich nur Glaser und hatte den Auftrag an einen Glasmaler weitergegeben (vgl. Vinzenzenscheibe Oberbalm). Dabei handelte es sich wohl ebenfalls um Jakob Meyer. Die Bürener Doppelscheibe ist zwar nicht ganz so qualitätsvoll wie die für Jakob Meyer gesicherte Freiburger Stiftung in Jegenstorf, die Parallelen zur Berner Stiftung in derselben Kirche sprechen aber mindestens für einen Glasmaler aus dessen Werkstatt als Schöpfer.

Dating
um 1520
Period
1519 – 1522
Original Donator

Büren, Amt, Stadt?

Place of Manufacture
Owner

Kirchgemeinde Leuzigen. Die Unterhaltspflicht der sechs Glasgemälde im Chor 1926 vom Staat Bern zusammen mit dem Chor an die Kirchgemeinde abgetreten (nach Verzeichnis der Glasgemälde in den Kirchenchören des Kantons Bern, erstellt von B. v. Rodt 1936; Staatsarchiv Bern, Inv. BB 05.7.343).

Bibliography and Sources

Literature

Egbert Friedrich von Mülinen, fortgesetzt von Wolfgang Friedrich von Mülinen, Beiträge zur Heimathkunde des Kantons Bern deutschen Theils, Sechstes Heft. Das Seeland, Bern 1893, S. 320f.

Franz Thormann/Wolfgang Friedrich von Mülinen, Die Glasgemälde der bernischen Kirchen, Bern o. J. [1896], S. 76.

Heinrich Oidtmann, Geschichte der Schweizer Glasmalerei, Leipzig 1905, S. 234.

Hans Lehmann, Die Glasmalerei in Bern am Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts, in: Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde NF 16/1914, S. 228 (Jakob Wyss).

K. Frei, Wyss, Jakob, in: Schweizerisches Künstler-Lexikon 4/1917, S. 460 (Jakob Wyss).

Robert Aeberhard, Kirchen im Seeland, Biel 1980, S. 183f.

Peter Eggenberger/Susi Ulrich-Bochsler, Leuzigen. Reformierte Pfarrkirche – Ehemaliges Cluniazenserpriorat, Ergebnisse der Bauforschung von 1986, Bern 1989, S. 13, 16, 39, 54, Abb. 48.

Arnold Bader/Heinz Pfister (Texte), Leuzigen. Ein Beitrag zur Dorfgeschichte, in: Hornerblätter 1994, S. 49.

References to Additional Images

BHM Bern, Neg. 4 (29261); Denkmalpflege Kt. Bern, Neg. Howald 08043; SNM Zürich, Neg. 9007 (Jakob Wyss)

Image Information

Name of Image
BE_Leuzigen_refK_JohannesTaeufer
Credits
© Vitrocentre Romont
Date
2015
Copyright
© Kirchgemeinde Leuzigen

Inventory

Reference Number
BE_414
Author and Date of Entry
Rolf Hasler ; Sarah Keller 2016

Linked Objects and Images

Additional Images
Schema
Version 1.3.1 Objects | Artists | Studios | Buildings / Institutions | Iconclass Codes