Name

Château de Pérolles

Address
1700 Fribourg/Freiburg
Geographical Hierarchy
Coordinates (WGS 84)
Author and Date of Entry
Uta Bergmann 2017
Information about the Building

Das Schloss der Herren von Pérolles (Pigritz), ursprünglich ausserhalb von Freiburg in der Pfarrei Villars gelegen, wird schon 1259 erwähnt. Im 15. Jahrhundert gehörte es der reichen Kaufmannsfamilie Mossu (Zur Familie Mossu s. Utz Tremp 1999. S.232–235) und kam 1508 durch Heirat Elisabeth Mossus, der Tochter Jakob Mossus, an Christoph von Diesbach (†1522), Sohn des Berner Schultheissen Wilhelm von Diesbach (1442–1517) und seiner zweiten Gemahlin Helena von Freiberg. In seinem Auftrag wurden Schloss und Kapelle 1508–1522 neu errichtet. Nach dem Tod Christoph von Diesbachs verkauften seine Töchter das Schloss an ihren Cousin Wilhelm von Arsent (†1536), Sohn des Freiburger Alt-Schultheissen Franz von Arsent (vgl. FR_236). Wilhelm von Arsent wird die Innen-Renovation des Schlosses zuzuschreiben sein, die durch das Datum 1528 über dem Fenster des Kleinen Salons bezeugt ist (vgl. FR_1). Das Schloss wechselte noch mehrmals die Hand (Ausführlich bei Naef 1934. S.514). Seit 1567 befand sich das Anwesen im Besitz der Familie Reynold. Zwar hatte der Junker Ulrich von Englisberg zu unbekannter Zeit das Gut Pérolles für 4’000 Kronen erworben, es fiel jedoch wenig später 1592 durch den Konkurs von Englisbergs (vgl. FR_49) wieder an Barthlome Reynold zurück (Barthlome Reynold machte sich um den Zustand und die Folgekosten des Unterhalts Sorgen. StAF RM 141, 1591/92, p.311 [8. 4. 1592]). Erst 1875 kam es durch Heirat in den Besitz der Familie de Zurich, die es um 1930 veräusserte. Im 19. Jahrhundert verlor das Schloss stark an Charakter durch die Zerstörung der Umfassungsmauern und des Wirtschaftsgebäude (1834) und den Umbau der Jahre 1860. Von der Ausstattung der frühen Renaissancezeit hat sich die bedeutende hölzerne und geschnitze Felderdecke mit 30 Bildnismedaillons aus der Werkstatt Hans Giengs erhalten (1528). Einzelne der Scheiben, die heute in die Fenster der Schlosskapelle eingebaut sind, stammen ursprünglich wohl aus dem Schloss.

Literature

Kuenlin, F. (1832). Dictionnaire géographique, statistique et his- torique du canton de Fribourg. 2 vol. Fribourg 1832. (Reprint Genève 1980 en un volume) vol. II. S.229–230.

Rahn, J. R. (1884). Zur Statistik schweizerischer Kunstdenkmäler. V. Canton Freiburg. In: ASA 17, 1884, Heft 1. S.21–22.

Zurich, P. de. (1928) La maison bourgeoise en Suisse, XX. Le Canton de Fribourg. / Das Bürgerhaus in der Schweiz. XX. Bd. Der Kanton Freiburg. Zürich und Leipzig. P. XXXIII.

Naef, H. (1934). Bezanson Hugues, son ascendance et sa postérité, ses amis fribourgeois. In: Bulletin de la Société d’histoire et d’archéologie de Genève V, 1925–1934, p.335–573 (5me livrai- son daté du mois d’août 1934). S.404–411, 514.

Mandach, Conrad von. Die St. Bartholomäus-Kapelle in Pérolles-Freiburg. In: Bericht der Gottfried-Keller-Stiftung 1932–1945. 2. Folge. S.7–50. S.7–50;

Trümpler, S. (1988–1992). Die Glasgemälde der Kapelle von Pérolles in Freiburg zwischen 1517–1523. Neue Erkenntnisse. In: Bericht der Gottfried-Keller-Stiftung. S.34–53. S.34–53.

Trümpler, S. (1989). Die Glasgemälde der Kapelle von Pérolles in Freiburg im Besitz der Gottfried Keller-Stiftung. Bestandesuntersuchung 1989 – Schweiz. Zentrum für Forschung und Information zur Glasmalerei, Romont. Romont.

Lauper, A., Biffiger, S. et Beytrison, I. (2012). Fribourg. In: Fribourg/Freiburg, Valais/Wallis. Guide artistique de la Suisse. Bern: Soc. d'histoire de l'art en Suisse, p. 81.

Bergmann, U. (2014). Die Freiburger Glasmalerei des 16. bis 18. Jahrhunderts. Bern: Peter Lang. S. 128–130, Kat.-Nr. 1–15.

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