Name

Chapelle Notre-Dame-de-Compassion

Address
Route de la Gruyère 1
La Roche
Geographical Hierarchy
Coordinates (WGS 84)
Author and Date of Entry
Uta Bergmann 2017
Information about the Building

Um das Gnadenbild der Schmerzensmadonna, das laut Überlieferung nach der Reformation von Glaubensflüchtigen aus dem Pays-d’Enhaut, nämlich aus Gessenay bei Saanen im Kanton Bern, nach La Roche gebracht wurde, hatte sich schnell eine Wallfahrt entwickelt. Eine Kapelle ist schon im 16. Jahrhundert bezeugt. Sie wurde 1663 auf Initiative des Pfarrers Peter Bapst neuerbaut. 1665 zu Ehren der Jungfrau und des hl. Petrus konsekriert, wurde sie 1724 nach einer Vergrösserung neu eingeweiht (Das Datum 1722 befindet sich an der Fassade. Die Gründung einer Kaplanei durch Peter Bapst selig wurde 1700 vom Rat approbiert. StAF RM 251, 1700, p.103 [19.2.1700]). Als Patron der Kapelle trat nun auch der hl. Michael auf (Hauser o. J. S. 670; Dellion VII, 1891. S. 170–172; Des Neiges 1956; Waeber/Schuwey 1957. S. 263–264; La Roche 1998; Gumy 2003. S.101). 1885 erwarb der Staat Freiburg für das Museum zwölf nicht näher beschriebene Glasgemälde von der Pfarrei La Roche (Archiv MAHF Journal 1885; Correspondances 1956– 1958. Brief Jean Baptiste de Weck vom 21.2.1957 an Jean Brodard, La Roche. Ohne Anzahl mehrfach erwähnt in den Correspondances du Musée 10 octobre 1882–1er novembre 1885 par Max de Techtermann). In der jüngeren Literatur werden nur vier bis sechs Scheiben erwähnt, es befinden jedoch heute noch insgesamt elf Scheiben im Museum, die aller Wahrscheinlichkeit nach aus der Kapelle Notre-Dame-de-Compassion in La Roche stammen. Die 1885 angekauften Scheiben stammen aus drei verschiedenen Epochen. Unter den Rundeln ist allein die Scheibe Wilhelm Ruschs 1612 datiert (FR_90). Da das Datum weder einer bekannten Bauphase der Kapelle entspricht, noch ein Zusammenhang des Stifters mit der Pfarrei La Roche ersichtlich ist, stellt sich die Frage, ob die Herkunftsangabe in den Inventaren des Museums nicht auf einem Irrtum beruht. Zwei rechteckige Wappenscheiben entstanden 1662 anlässlich des Kapellen-Neubaus (FR_145, FR_146): Die Stifter waren der damalige Pfarrer und ein in diesem Jahr eingesetzter Chorherr von St. Nikolaus. Alle anderen Stiftungen – kleine runde Monolithscheiben – stammen aus der zweiten Erweiterungsphase um 1722/23. Von diesem letzteren Scheibenzyklus ist heute leider eine kleine Rundscheibe des Jahres 1722 mit der Darstellung des hl. Franziskus verschollen (Die Scheibe trug die Inv.-Nr.MAHF 3524. Grangier 1887. S. 30, Nr. E 70.2 [sujet religieux]; Des Neiges 1956. S.182). Ob zu dieser Serie auch die originelle, 1723 datierte Wappenscheibe des Freiburger Händlers Jean Henri Gross und der Marie Elisabeth Hirsing gehörte, die sich 1979 im Besitz der Antiquarin Sibyll Kummer-Rothenhäusler in Zürich befand, ist ungewiss (Foto SLM 104536. Galerie für Glasmalerei und Hinterglas, Sibyll Kummer-Rothenhäusler. KAM Basel 24.3.–3.4.1979, Nr. 72 und 11.–20.3.1983, Nr.72; Bergmann 2014. Abb. 164). Sie müsste schon vor 1885 aus La Roche verschwunden sein. Der Rundscheibenzyklus ist dem Glasmaler Bucher zuzuschreiben, der 1722 im Auftrag der Stadt auch die in die Pfarrkirche von Kerzers gestiftete grosse Standesscheibe schuf. Dabei handelt es sich um Leontius Buchers Sohn Hans Peter Bucher, der 1714 das Glasmalerhandwerk erlernen wollte und später verarmte (vgl. Bergmann 2014. S. 233).

Literature

Grangier, L. (1887). Catalogue du Musée Marcello et des autres oeuvres d'art faisant partie du Musée cantonal de Fribourg 1887

Hauser (o. J.). Revue des oratoires et pélérinages célèbres dans le canton de Fribourg. In: Revue de la Suisse catholique X

Dellion, A. R. P. (1884–1902). Dictionnaire historique et statistique des paroisses catholiques du canton de Fribourg. Continué par l'abbé François Porchel. Suivi du Répertoire du dictionnaire par Pierre de Zurich. 12 vol. 1994 Reprint Genève

Des Neiges, J. (1956). Au Pays de La Roche. A la mémoire des nos aïeux en souvenir du troisième centenaire de la fondation de la paroisse 1656–1956. La Roche

Waeber, L. et Schuwey, A. (1957). Eglises et chapelles du canton de Fribourg. Fribourg

La Roche (1998). La Roche, autrefois et aujourd'hui. Ed. par l'Association des Rochois d'ici et d'ailleurs. La Roche

Gumy, S. (2003). Chapelles fribourgeoises. 16 randonnées d'un clocheton à l'autre. Introduction d'Ivan Andrey. Fribourg

Bergmann, U. (2014). Die Freiburger Glasmalerei des 16. bis 18. Jahrhunderts. Bern: Peter Lang.

Lauper, A., Biffiger, S. et Beytrison, I. (2012). La Roche. In: Fribourg/Freiburg, Valais/Wallis. Guide artistique de la Suisse. Bern: Soc. d'histoire de l'art en Suisse, p. 108.

Staatsarchiv Freiburg (StAF): Ratsmanuale (RM)

Museum für Kunst und Geschichte (MAHF)

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