Name

Keller, Salomon

Variants
Keller, Salomon (II.)
SIKART
Birth and Death
Zürich 1582–1642 Zürich
Author and Date of Entry
Rolf Hasler 2018
Locations With Objects
Biographical Data

Salomon Keller aus Zürich, Sohn des Statthalters Hans Heinrich Keller und Bruder des Goldschmieds Hans Heinrich Keller des Jüngeren, soll seine Glasmalerlehre 1595 in der Zürcher Murer-Werkstatt begonnen haben, und zwar unter der Ägide von Josias Murer (1564–1630). 1606 erneuerte er in seiner Heimatstadt das Zunftrecht zur Meisen. Im Haus zur Grossen Muggen an der Peterhofstatt wohnhaft, heiratete er 1607 Dorothea Ott und 1628 in zweiter Ehe Magdalena Wolf. In seiner Werkstatt bildete er Hans von Schännis (um 1600–1683) zum Glasmaler aus. Als er 1622 zum Augustinerobmann gewählt wurde, gab er seinen Beruf umgehend auf und widmete sich von da an ausschliesslich dem Staatsdienst. Die damals von ihm begonnenen sieben grossen Zürcher Ämterscheiben liess er aufgrund seines abrupten Abgangs vom Handwerk durch seinen vermutlich mit ihm verwandten Berufskollegen Hans Balthasar Keller fertig stellen. Aus der Zeit vor 1622 sind für Keller nicht weniger als 63 von der Zürcher Obrigkeit an ihn erteilte Aufträge für Glasgemälde bezeugt. Davon waren 13 direkt für Empfänger (u.a. für die Zürcher Meisenzunft, das Gesellenhaus in Oberstammheim sowie Wirtshäuser in Zürich, Horgen und Bern) und 50 fürs Depot bestimmt. Weit weniger zahlreich sind die noch existierenden, durch das Monogramm “SK” für Keller gesicherten Glasmalereien. Beispiele dafür bieten die Bildscheibe im Historischen Museum Thurgau, worauf Keller nach einem Entwurf Christoph Murers eine Szene aus der Tobias-Geschichte festhielt (TG_32), und die wahrscheinlich 1622 für das Wirtshaus zum Falken in Bern geschaffene Zürcher Ämterscheibe im Schweizerischen Nationalmuseum in Zürich. Keller gehört zu den Schweizer Glasmalern der Zeit um und nach 1600, die sich in ihrem Schaffen durch dasjenige der Brüder Murer leiten liessen. Die Grundlage dazu boten in seinem Fall die von ihm wohl bei Josias Murer verbrachten Lehrjahre. Als Glasmaler inspirierte er sich freilich vor allem an Bildvorlagen von dessen Bruder Christoph. Dies zeigen die Nachrisse mit seinem Monogramm, die auf Werke dieses genialen Entwerfers zurückgehen. Auf einigen Scheibenrissen der Sammlung Wyss des Bernischen Historischen Museums hat der Berner Glasmaler Hans Rudolf Lando (1584–1646) seinen Besitzervermerk hinterlassen. Wie daraus hervorgeht, hat er dieselben auf seiner Gesellenwanderung 1605 von Salomon Keller vermutlich in Zürich erworben. Weil die betreffenden Risse stilistisch ein recht heterogenes Bild abgeben, muss jedoch bezweifelt werden, dass sie Keller alle selbst ausführte. Dass dieser eine Mustersammlung mit Zeichnungen fremder Meister besass, belegen die beiden von Christoph Murer und Dietrich Meyer stammenden, heute in der Graphischen Sammlung der ETH Zürich befindlichen Risse, die mit seinem Eigentümervermerk versehen sind (vgl. Bergmann, 2004, S. 341 (Abb. 136.2), 349 (Anm. 461); Hasler, 1996/97, Bd. 1, Kat.-Nr. 119, Bd. 2, Kat.-Nrn. 652, 662; Thieme/Becker/Vollmer, 1999, S. 115; Meyer, 1884, S. 241; Schneider, 1971, Nr. 491, S. 488).

Literature

Bergmann, U. (2004). Die Zuger Glasmalerei des 16. bis 18. Jahrhunderts. Bern: Benteli.

Hasler, R. (1996/1997). Die Scheibenriss-Sammlung Wyss. Depositum der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Bernischen Historischen Museum. 2 Bde. Bern: Stämpfli und Cie AG.

Keller, Salomon. (1999). In U. Thieme, F. Becker & H. Vollmer. Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. (Bd. 20, S. 115). Leipzig: Seemann. (Original erschienen 1927)

Meyer, H. (1884). Die schweizerische Sitte der Fenster- und Wappenschenkung vom XV. bis XVII. Jahrhundert. Frauenfeld : Verlag J. Huber.

Schneider, J. (1971). Glasgemälde. Katalog der Sammlung des Schweizerischen Landesmuseums Zürich. 2 Bde. Stäfa: Th. Gut & Co.

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