Name

Spengler, Hieronymus

Variants
ISP · Spengler, Jeronymus
Birth and Death
Konstanz 1589 – 1635 Konstanz
Author and Date of Entry
Sarah Keller 2018
Locations With Objects
Biographical Data

Hieronymus Spengler war der Sohn des Glasmalers Caspar Spengler (1553–1604) aus St. Gallen, der sich 1582 in Konstanz niedergelassen und dort eine Werkstatt eröffnet hatte. Auf der Gesellenwanderung kam Hieronymus nach Freiburg im Breisgau und arbeitete dort 1606 in der Werkstatt des Glasmalers Matthäus Federer (1575–1626). Ab 1611 ist er wieder in Konstanz nachgewiesen, wo er 1612 sein Meisterstück ablieferte und 1613 das Bürgerrecht erneuerte. In der Folge war er oft auswärts tätig. So berief ihn Erzherzog Maximilian II. von Österreich 1615 nach Innsbruck, um für die dortige Hofkirche Glasgemälde anzufertigen und jene in der Heiligkreuzkirche auszubessern. 1616 und 1617 erhielt Spengler Aufträge von der Stadt Konstanz. Daneben arbeitete er vor allem für eine private Kundschaft, aber auch für Klöster und Gemeinden im Bodenseegebiet und in der Ostschweiz.
Hieronymus Spengler hatte einen Sohn, Michael (1615–1649), dessen Witwe 1650 den Glasmaler Joachim Spengler heiratete (Rott, 1926, S. 84; Hoegger, 2002, S. 44–45; Hess, 2010, S. 152).

Werke (Auswahl):
1614 Wappenscheibe Meliora Hoppeler, Priorin des Benediktinerinnenklosters Münsterlingen (Schweizerisches Nationalmuseum); um 1615 Scheibe der Kartause Ittingen (verschollen); 1621 und 1627 Stadtscheibe Wil (Boesch, 1949, S. 31); 1621 Allianzscheibe in das Kloster Wettingen; 1626 Allianzwappenscheibe (Eremitage St. Petersburg); 1626 Bildscheibe der Amtsvorsteher Tannegg und Fischingen (Barockes Fischingen, 1991, S. 275); 1629 Gemeindescheibe Tägerwilen; 1631 Allianzscheibe in die Stadtkirche von Mellingen.

Literature

Barockes Fischingen. Ausstellung zum Abschluss der Restaurierungsarbeiten am Kloster Fischingen 1980–1991. Katalog (1991). Fischingen : Verein St. Iddazell, S. 275.

Boesch, P. (1949). Die Wiler Glasmaler und ihr Werk. 89. Neujahrsblatt Historischer Verein des Kantons St. Gallen.

Hess, S. (2010). Ein Hallwyler setzt auf die Muttergottes im Himmel und auf den Bischof auf Erden. Zu einer 1631 datierten Stifterscheibe im Museum Aargau. Argovia 122, 149–157.

Hoegger, P. (2002). Glasmalerei im Kanton Aargau. Kloster Wettingen. Corpus Vitrearum Schweiz, Reihe Neuzeit, Bd. 1. Aarau : Kanton Aargau.

Rott, H. (1926). Die Konstanzer Glasmalerfamilie der Spengler. Badische Heimat 13.

Schneider, J. (1960). Konstanzer Glasmalerei im 17. Jahrhundert. Das Bodenseebuch 34, 62–66.