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SR_34: Riss zu Wappenscheibe Ludovicus Pantaleon
(GBR_London_BritishMuseum_SR_34)

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Titel

Riss zu Wappenscheibe Ludovicus Pantaleon

Art des Objekts
Masse
32.3 x 20.5 cm
Künstler:in / Hersteller:in
Datierung
1587
Standort
Inventarnummer
1899,0120.60
Forschungsprojekt
Autor:in und Datum des Eintrags
Marion Gartenmeister 2023

Ikonografie

Beschreibung

Das Wappen von Ludovicus Pantaleon wird von zwei Männern begleitet: links ein Gelehrter mit einem Buch und rechts ein Handwerker mit einer Axt, der vor einer Weinrebe steht. Beide befinden sich auf einem schmalen Podium, vor dem eine Roll- und Beschlagwerk verzierte Inschriftenkartusche angebracht ist. Ein Pfeiler mit vorgestellter Säule trägt ein Gebälk und rahmt das Mittelbild. In der Mittelachse des Gebälks prangt eine Kartusche mit einem Engelskopf. Die Ornamente der architektonischen Rahmung sind nur in der linken Blatthälfte ausgeführt.
Über dem Gebälk sind im Oberbild zwei Alltagsszenen gezeigt. Links sitzt ein Gelehrter, der dem im Mittelbild gleicht, auf einem Stuhl umgeben von in Büchern lesenden Kindern. Es zeigt wohl einen Blick in ein Schulzimmer. Auf der rechten Seite sitzen mehrere Männer um einen Tisch und schreiben in Bücher.
Die Zeichnung ist in feinen braunschwarzen Tintenstrichen und rar eingesetzten Schraffuren erfasst. An einzelnen Stellen, zum Beispiel bei den Füssen des Gelehrten links, sind die Linien mehrmals nachgezogen worden und stechen nun dunkel hervor.
Links neben dem Wappen findet sich der Eigentumsvermerk Hans Rudolf Landos.

Iconclass Code
46A122 · Wappenschild, heraldisches Symbol
46A122(PANTALEON) · Wappenschild, heraldisches Symbol (PANTALEON)
47B1 · Handwerksarbeit; arbeitender Handwerker
47I422 · Weinrebe
49B24 · Lehrer und Schüler
49C3 · Gelehrter, Philosoph
49C32 · Gelehrter in seinem Studierzimmer
49L111 · Sekretär, Schreiber
Iconclass Stichworte
Heraldik

Wappen Pantaleon von Brig

Inschrift

1578 DEO DAN TE NIHL POTE ST LIVOR / ET DEO NON DANTE NIHIL potest LABOR ((auf dem Schriftband beim Wappen in Schwarz)
LVDOVICVS PANTALEON / Schūhlmeister Einer loblichen būrgkschafft Brȳg 1587 (auf der Inschriftenkartusche in Schwarz)
HRLando 1605 (links neben dem Wappen in brauner Tinte)
s 1015 (in Rot unterhalb der Inschriftenkartusche)

Signatur

keine

Materialien, Technik und Erhaltungszustand

Technik

Feder mit schwarzer Tinte.

Erhaltungszustand und Restaurierungen

Wasserzeichen nicht einsehbar.
Randlinien und Vertikalknick. An allen Seiten beschnitten und aufgeklebt. Mit einem dunklen Rahmen neu eingefasst.
Stark fleckig, an der Ecke unten rechts eine Knickfalte.

Entstehungsgeschichte

Forschung

Der Riss wurde von Rowland Hieronymus Lang d. Ä. zugeschrieben (British Museum, [2020]). Dieser verstarb jedoch bereits 1582 (Hasler, 2019). Es könnte sich folglich um eine Arbeit aus dem Umfeld Langs handeln. Stilistisch lässt sich die Reduktion auf die wesentlichen Binnenlinien der Zeichnung und das kaum definierte Verhältnis der Figuren zum Raum durchaus mit Scheibenrissen von Hieronymus Lang vergleichen (Canestrini, 2002, S. 57; Hasler, 2019). Eine ähnliche Komposition und Reduktion der Zeichnung auf das Nötigste weist zum Beispiel der Scheibenriss für eine Familienscheibe der Gebrüder Weber in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien auf (Inv. LAV VIII/65/2256), der Hieronymus Lang d. Ä. zugeschrieben wird. Der Scheibenriss mit Schildhalterpaar und dem Wappen von Mandach wird ihm ebenfalls zugeschrieben und zeigt das Vollwappen zwischen den beiden Stiftern (Schaffhausen, Museum Allerheiligen Inv. Nr. B7; Thöne, 1972, S. 15).
Ludwig (Louis) Pantaleon ([1582]–[1587]) war spätestens 1582 Schulmeister in Brig (Staatsarchiv Wallis 1582, ATL 6/91; Fibicher & Truffer, 2014, S. 111f.). Weitere Daten zu seinem Leben sind nicht bekannt. Die Devise stammt aus einem moralischen Gedicht (Patrologia Carmina XXXII, 127) des Georg von Nazian, einer der vier griechischen Kirchenväter (Nazian, 1857, Sp. 925).

Datierung
1587
Stifter:in

Pantaleon von Brig, Ludovicus

Provenienz

Eigentümer:in

London, British Museum

Vorbesitzer:in

Ab 1605 Hans Rudolf Lando, Bern (1584–1646) · bis 1829 Johann Emanuel Wyss, Bern (1782–1837) · 1829 verkaufte Wyss einen Teil seiner Scheibenrisssammlung an George Fairholm, Schottland (1789–1846), der von 1828–1829 in Bern weilte · 1899 Verkauf durch die Witwe Fairholms an das Britische Museum in London.

Vorbesitzer:in (strukturiert)
Von 1605 bis 1646 (ca.): Lando, Hans Rudolf, Bern (Schweiz)

Bibliografie und Quellen

Literatur

Canestrini, A. (2002). "ohne Charakter zwahr und ohne Muth die gesichter...". Beiträge zum graphischen Oeuvre des Hieronymus Lang d. Ä. (um 1520–1582). Zeitschrift für Schweizerische Kunstgeschichate 59(1), 57–76. http://doi.org/10.5169/seals-169636.

Fibicher, A., & Truffer, B. (2014). Landschreiber Martin Guntern (1538–1588) und seine Familie. Sitten: Vallesia.

Hasler, R. (2019). Lang, Hieronymus (der Ältere). In: SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz. Abgerufen von: http://www.sikart.ch/KuenstlerInnen.aspx?id=4031634&lng=de.

Nazian, Georg von (1857). Carmina moralia. In: Patrologia graeca 37.7

Staatsarchiv Wallis (1582). ATL 6/91. Lettre de Louis Pantaleon [maître d'école] à Brigue adressée à Martin Guntern.

The British Museum ([2020]). Onlinecollection. Museum number 1899,0120.60. Abgerufen von https://www.britishmuseum.org/collection/object/P_1899-0120-60.

Thöne, F. (1972). Museum zu Allerheiligen Schaffhausen. Die Zeichnungen des 16. und 17. Jahrhunderts. Schaffhausen.

Weiteres Bildmaterial

Bildinformationen

Name des Bildes
GBR_London_BritishMuseum_SR_34
Fotonachweise
© The Trustees of the British Museum. Shared under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International (CC BY-NC-SA 4.0) licence.
Link zum Originalfoto

Zitiervorschlag

Gartenmeister, M. (2023). Riss zu Wappenscheibe Ludovicus Pantaleon. In Vitrosearch. Aufgerufen am 19. Oktober 2026 von https://vitrosearch.ch/objects/2722124.

Informationen zum Datensatz

Referenznummer
SR_34