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BE_5083: Riss zu Standesscheibe Bern
(BE_Bern_Kunstmuseum_BE_5083)

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Titel

Riss zu Standesscheibe Bern

Art des Objekts
Masse
59.7 x 68.8 cm
Künstler:in / Hersteller:in
Datierung
um 1600
Standort
Inventarnummer
A 1189
Forschungsprojekt
Autor:in und Datum des Eintrags
Marion Gartenmeister 2023

Ikonografie

Beschreibung

Die Wappenpyramide Bern-Reich, die nur in der linken Blatthälfte ausgeführt ist, steht auf einem abgerundeten Podium und wird von der Reichskrone bekrönt. Sie wird auf der linken Seite von einem Bären als Fahnenträger begleitet. Dieser trägt einen Schweizerdolch, ein Barett auf dem Rücken und eine Kette um den Oberkörper. Sein Pendant rechts, ein Löwe, ist nur skizzenhaft angedeutet. Im Hintergrund erhebt sich auf der linken Blatthälfte eine doppelstöckige dreiachsige Rundbogenarchitektur. Im oberen Stockwerk links aussen ist im Rundbogen ein zu Pferde sitzender Zähringer Herzog zu sehen. Der Rundbogen darunter ist leer.
Eine von Engeln begleitete leere Inschriftentafel schmückt das Podium in der Mitte.
Die gesamte Rahmenarchitektur ist nur auf der linken Blattseite ausgeführt, die rechte Seite zeigt weder die Umrisse der Architektur noch die Einteilung des Bleinetzes.

Iconclass Code
25F23(BEAR) · Raubtiere: Bär
25F23(LION) · Raubtiere: Löwe
44A1 · Wappen (als Staatssymbol etc.)
44B194 · Wappen (als Symbol der obersten Gewalt)
61B2 · historische Personen
Iconclass Stichworte
Baer · Frau · historische Person · Identitaet · Kind · Loewe · Mann · Mensch · Name · Portraet · Saeugetier · Wappen
Heraldik

Wappen Bern, Reich

Inschrift

R Lando ? das ausgeführte Glasgemälde ist in der Antiq. Sammlūng zu Lūzern (auf der rechten Seite in Bleistift)
C. B. (Rückseite in schwarzer Tinte)
Stempel: Rund mit einem Kreuz und eingeschriebenes F (nicht bestimmt)

Signatur

keine

Materialien, Technik und Erhaltungszustand

Technik

Wasserzeichen nicht bestimmbar.
Graubraune Feder auf Papier, Vorzeichnung in Bleistift, spuren von Kreide und Kohle.

Erhaltungszustand und Restaurierungen

Horizontal und vertikal mehrfach geknickt. Mehrere Einrisse an den Rändern und beschädigt. Braune Flecken und verschmutzt.

Entstehungsgeschichte

Forschung

Der Riss diente als Vorlage oder Vorprojekt für die von Hans Jakob Hübschi ausgeführte Standesscheibe Bern von 1607, die sich heute im Historischen Museum in Luzern befindet (HMLU 648). Sie gehört zu einer Standesscheibenfolge von 1606–1609 mit insgesamt 14 Glasgemälden, die in Zürich hergestellt wurden und für das neue Rathaus in Luzern bestimmt waren. Die anderen Wappenscheiben der Folge wurden von Christoph Murer und seinem Bruder Josias ausgeführt (Galliker, 2009, S. 13; Brülisauer, 1994, S. [4]). Die Wappenscheibe Bern jedoch fällt in der Komposition aus dem sehr einheitlichen Schema der übrigen Standesscheiben heraus.
Der Riss unterscheidet sich in wenigen Details von der ausgeführten Wappenscheibe. Diese zeigt eine etwas veränderte mehr in die Höhe gezogene Komposition der Rahmenarchitektur in Bezug auf die Gruppe mit der Wappenpyramide. Die äusseren Rundbögen sind nach oben und näher zur Wappenpyramide gerückt. Zudem sind die beiden unteren Rundbögen auf den Seiten angeschnitten.
Die Beischrift in der rechten Blatthälfte ist wohl ein späterer Zusatz und lässt vermuten, dass der Riss als Werk Hans Rudolf Landos diskutiert wurde. Es dürfte sich hierbei jedoch weder um einen Eigentumsvermerk noch um eine Künstlersignatur handeln, da sich die Schrift von den eigenhändigen Notizen Landos unterscheidet (vgl. Gartenmeister, 2019). Es kann daher auch nicht festgestellt werden, ob das vorliegende Blatt im Besitz Hans Rudolf Landos war.
Lando fertigte 1618 eine Standesscheibe Bern für die reformierte Kirche in Büren an (BE_122). Das Mittelbild mit der Wappenpyramide und dem Löwen und Bären als Schildhalter ist dem vorliegenden Entwurf sehr nahe. Im Besitz Landos befand sich überdies ein vielleicht aus der Werkstatt Hans Ulrich I. Fischs stammender Scheibenriss für eine Berner Ämterscheibe, der ebenfalls ein vergleichbares Mittelbild zeigt (SR_53).
Eine Pause des Risses (oder der Scheibe) ist im Nachlass Johannes Heinrich Müllers im Bernischen Historischen Museum erhalten (BHM Inv. 55871).

Datierung
um 1600
Zeitraum
1570 – 1607
Stifter:in

Bern, Stand

Provenienz

Vorbesitzer:in

Hans Rudolf Lando, Bern (1584–1646)? · Monogrammist C.B.

Vorbesitzer:in (strukturiert)
Von [Eingangsjahr unbekannt] bis 1646 (ca.): Lando, Hans Rudolf, Bern (Schweiz). ?

Bibliografie und Quellen

Literatur

Brülisauer, J. (1994). Die Luzerner Standesscheiben von 1606 von Christoph Murer. Ins Licht gerückt. Aus der Sammlung des Historischen Museums Luzern. Luzern: Verein Freunde des Historischen Museum Luzern.

Galliker, J. M. (2009). Die Wappenscheiben im Rathaus Luzern und im Historischen Museum Luzern sowie in der Wallfahrtskirche Hergiswald ob Kriens. Schweizer Wappen und Fahnen 12. Zug/Luzern: Stiftung Schweizer Wappen und Fahnen.

Gartenmeister, M. (2019). "Erkauffdt durch mich HRLando", Der Glasmaler Hans Rudolf Lando als Sammler von Scheibenrissen. Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte, 76 (3), 51–74, https://doi.org/10.5169/seals-846965.

Bildinformationen

Name des Bildes
BE_Bern_Kunstmuseum_BE_5083
Fotonachweise
Kunstmuseum Bern

Zitiervorschlag

Gartenmeister, M. (2023). Riss zu Standesscheibe Bern. In Vitrosearch. Aufgerufen am 19. Oktober 2026 von https://vitrosearch.ch/objects/2722098.

Informationen zum Datensatz

Referenznummer
BE_5083