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BE_473: Wappenscheibe Gabriel May
(BE_Muensingen_refK_MayG)

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Titel

Wappenscheibe Gabriel May

Art des Objekts
Künstler / Hersteller
Fueter, Andreas · zugeschr.
Datierung
1709
Masse
49.2 x 36.5 cm im Licht

Ikonografie

Beschreibung

Vor gelbem sowie um die Helmzier farblosem Grund steht das von zwei grünen Palmzweigen umkränzte Vollwappen des Gabriel May. Dahinter erhebt sich eine dreiachsige Architektur aus violetten Innensäulen und einem eingezogenen roten Bogen, dessen Scheitelkartusche ein Engelskopf schmückt. In den beiden oberen Zwickelfeldern hinter dem roten Bogen hervorragende Fahnen, Kanonen und Pfeile vor einer befestigten Schanze. Der Scheibenfuss nimmt die Stifterinschrift auf. Die Scheibe bildet das Pendant zu derjenigen von Bartholomäus May.

Iconclass Code
45L311(+6) · Kriegs- oder Schlachttrophäe (+ Waffen)
46A122 · Wappenschild, heraldisches Symbol
Iconclass Stichworte
Heraldik

Wappen May, Gabriel

Inschrift

Jr. Gabriel Maÿ Herr zů Hünigen vnd Deß / Großen Rahts der St: B: Obrist vnd Brigadier / zů Diensten dero hoch mögenden Herren Genel: / staden von Holand Ao 1709.

Signatur

Keine

Technik / Zustand

Erhaltungszustand und Restaurierungen

Zahlreiche geklebte Sprünge und einige Sprungbleie; die Verbleiung erneuert.

Restaurierungen 1992 Martin Halter, Bern: Einsetzung des Glasgemäldes in einen Metallrahmen vor dem Fenster (im Rahmen eines Pilotprojekts, siehe Dokumentation Vitrocentre Romont).

Technik

Farbloses Glas; rotes Überfangglas mit rückseitigem Ausschliff; Bemalung mit Schwarzlot, Silbergelb, Eisenrot sowie blauer, violetter und grüner Schmelzfarbe.

Entstehungsgeschichte

Forschung

Die meisten alten Glasgemälde der Kirche Münsingen gelangten anlässlich des 1709 errichteten Neubaues dorthin. Gestiftet wurden sie von Bern und mehreren dortigen Amtsherren sowie von Schlossherren und Gutsbesitzern aus der Region Münsingen. Die mit Ausnahme der Stiftung Berns im Grundschema übereinstimmenden Wappenscheiben von 1709 in Münsingen lassen sich in Stil und Technik den Arbeiten aus der Werkstatt des Berner Glasmalers Andreas Fueter (1660–1742) anschliessen. Kennzeichnend für Fueter ist beispielsweise die Verwendung des blauen Emails als wolkig aufgetragene, häufig grell leuchtende Hintergrundfarbe. In dieser Weise findet sich dieselbe auf verschiedenen nachweislich bei ihm in Auftrag gegebenen Glasgemälden wie den Scheiben von 1728 in den Kirchen von Frutigen oder Herzogenbuchsee. Auch in Detailformen rufen die Münsinger Scheiben Werke Fueters in Erinnerung. So verwendete dieser die Maskenkartusche am Bogenscheitel der Stiftung des Christian von Graffenried in nahezu gleicher Form auf seiner signierten Scheibe, die er 1710 für Johann Karl von Büren in die Kirche Gurzelen lieferte. Fueter zuweisen lässt sich auch das analog wie die Scheiben in Münsingen komponierte Glasgemälde, das Hieronymus von Wattenwyl 1710 nach Gurzelen stiftete. Als der am meisten beschäftigte Glasmaler Berns der Zeit um und nach 1700 wird Fueter in seiner Werkstatt sicher Mitarbeiter benötigt haben. An der Ausführung der dort entstandenen Glasgemälde dürfte demnach zuweilen mehr als eine Hand beteiligt gewesen sein. Gabriel May (1661–1747), der Sohn Bernhards und der Katharina Willading, war Schlossherr zu Hünigen (Niederhünigen in der Kirchgemeinde Münsingen). Seine Militärkarriere begann in französischen Diensten (Katalonien). 1693 wechselte er auf die holländische Seite und trat in das Regiment von Mülinen ein. Als Oberst dieses Regiments nahm er ab 1697 an Feldzügen des Spanischen Erbfolgekriegs teil. Zum Brigadier erhoben, kämpfte er 1709 in der Schlacht von Malplaquet, wo sein Regiment mit demjenigen unter französischer Krone von Hans Rudolf May zusammenstiess. 1717 quittierte er den Dienst. 1701 in Bern zum Grossrat ernannt, leitete er 1718–1724 die Landvogtei von Moudon. 1735 gelangte er in der Berner Kleinrat. Verheiratet war er seit 1710 mit Juliana Margaretha Effinger, der Tochter des Franz Christoph (HLS 8/2009, S. 391; HBLS 5/1929, S. 58)

Datierung
1709
Stifter

May, Gabriel (1661–1747)

Herstellungsort
Eigentümer

Seit 1984 Kirchgemeinde Münsingen (laut Gebrauchsleihevertrag mit dem Kanton Bern vom 25.1.1984).

Vorbesitzer

Staat Bern

Bibliografie und Quellen

Literatur

Carl Friedrich Ludwig Lohner, Die reformierten Kirchen und ihre Vorsteher im eidgenössischen Freistaate Bern, nebst den vormaligen Klöstern, Thun, o. J. [1864–67], S. 117.

Egbert Friedrich von Mülinen, Beiträge zur Heimathkunde des Kantons Bern deutschen Theils, Drittes Heft. Mittelland. II. Jegistorf–Ottenleuebad, Bern 1881, S. 228f.

Franz Thormann/Wolfgang Friedrich von Mülinen, Die Glasgemälde der bernischen Kirchen, Bern o. J. [1896], S. 49, 79.

J. Lüdi, Das Kirchenwesen von Münsingen, in: Blätter für bernische Geschichte, Kunst und Altertumskunde, 18/1922, S. 213.

Jürg Schweizer, Kunstführer Emmental, Wabern 1983 (2. Aufl.), S. 117.

Regula Hug/Hans Maurer/Hans Gugger, Münsingen (Schweiz. Kunstführer), Bern 2004, S. 29f.

Albert Kündig (Leitung), Münsingen. Geschichte und Geschichten, Münsingen 2010, S. 188–191.

Vgl.

Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz (HBLS).

Historisches Lexikon der Schweiz (HLS).

Weiteres Bildmaterial

Bern, StAB, T 118 (Atelier H. Völlger, Bern Monbijou = Foto SNM); SNM Zürich, Neg. 9950 (Andreas Fueter)

Bildinformationen

Name des Bildes
BE_Muensingen_refK_MayG
Fotonachweise
© Vitrocentre Romont
Aufnahmedatum
2015
Copyright
© reformierte Kirchgemeinde Münsingen

Inventar

Referenznummer
BE_473
Autor und Datum des Eintrags
Rolf Hasler ; Sarah Keller 2016
Version 1.2 Objekte | Künstler | Werkstätten | Gebäude / Institutionen