Name

Stimmer, Christoph (der Ältere, I.)

Lebensdaten
Burghausen um 1490–23.10.1562 Schaffhausen
AutorIn und Datum des Eintrags
Sarah Keller 2020
Standorte mit Objekten
Biografische Daten

Christoph Stimmer d. Ä., der Stammvater des Künstlergeschlechts der Stimmer, war Schulmeister, Maler, Glasmaler, Schönschreiber und Buchbinder. Er kam um 1490 in Burghausen bei Salzburg auf die Welt und hielt sich bis 1532 in Konstanz auf. 1532 kam er als tütsch schriber von Konstanz nach Schaffhausen, wo er bis kurz vor seinem Tod 1562 als Schulmeister an der Deutschen Schule unterrichtete. Bei seiner Niederlassung war Stimmer vermutlich bereits Witwer. Seine erste Frau Margaretha Stüring (?) hinterliess ihm vier Kinder. 1537 heiratete er in zweiter Ehe Elisabeth Schneller aus Rheinau. Sie hatten elf Kinder, von denen fünf ebenfalls den Künstlerberuf ergriffen (darunter die Scheibenreisser Abel und Tobias Stimmer).

1524/25 schuf Stimmer für das neu erbaute Rathaus von Pfullendorf einen Zyklus von Glasgemälden, darunter Schenkungen des Kaisers Karl V. und von dessen Bruder Ferdinand I. sowie von befreundeten Städten und Klöstern. Zum Zyklus zählt auch eine eigene Stiftung des Glasmalers, auf der er folgende lateinische Inschrift festhielt (Übersetzung nach Rott, 1934, S. 318): “Ich selbst, Christoph Stimmer genannt, hab diese Glasbilder samt ihren Wappen eigenhändig gemalt, obwohl sie längst nicht den Kunstwerken eines Parrhasius und Apelles gleichkommen. Leb wohl mein Leser. Im Jahre des Herrn 1525”.
Nach 1532, in Schaffhausen, scheint sich Stimmer kaum mehr künstlerisch betätigt zu haben (vgl. Hasler, 2010, 138–140).

Literatur

Hasler, R. (2010). Die Schaffhauser Glasmalerei des 16. bis 18. Jahrhunderts. Corpus Vitrearum Schweiz, Reihe Neuzeit, Bd. 5. Bern etc.: Peter Lang.

Rott, H. (1934). Ein Gang durch das reichstädische Pfullendorf. In Badische Heimat 21, S. 301–321.