Name

Wäber, Johann

Namensvarianten
Weber, Johann (Hans)
Lebensdaten
Freiburg 29.1.1602 – Juni 1640 Freiburg
Autor und Datum des Eintrags
Uta Bergmann 2017
Biografische Daten
Johann Wäber wurde als Sohn des Eisenschmieds Sulpiz Wäber und der Claudia Kessler in Freiburg geboren. Er war damit ein jüngerer Bruder oder Halbbruder des Glasers Ludwig Wäber. Johann Wäber ehelichte um oder vor 1628 Anna Adam, mit der er zwischen 1629 und 1639 sieben Kinder zur Taufe brachte. Am 28.5.1630 erwarb Johann Wäber das heimliche Bürgerrecht mit seinem väterlichen Haus in der Lausannegasse. Der Glasmaler übte keine politische Tätigkeit aus und diente einzig 1637/38 als Bannwart im Pérolles-Wald, vernachlässigte jedoch sein Amt aus Krankheitsgründen. Er verstarb an seiner langjährigen Krankheit schon im Juni 1640 in relativ jungem Alter von 38 Jahren. Johann Wäber war als Glasmaler Mitglied der Lukasbruderschaft, war wie sein Vater und Bruder aber auch bei den Krämern zünftig. Vor allem 1622 und 1623 sowie 1639 und 1640 lieferte der Glasmaler ganze Serien von Wappenscheiben für den obrigkeitlichen Vorrat. 1627 unterschrieb Johann Wäber einen Vertrag mit dem Rats- und Kammerherren des Herzogs von Savoyen, Louis de Rochefort und verpflichtete sich darin, die Glasfenster des herzoglichen Schlosses und der Schlosskapelle von Chambéry regelmässig zu unterhalten. Er kam seiner Aufgabe aufgrund seiner Krankheit und anderer Umstände aber nicht nach, denn 1635 verwendete sich der Freiburger Rat für den Glasmaler, damit dieser seine Arbeit fortsetzen konnte. Er war in Chambéry jedoch schon 1629 durch Toussaint Heurteur ersetzt worden. Signierte Arbeiten Johann Wäbers sind nicht bekannt. Aus den Jahren 1622 und 1623 haben sich jedoch zwei nahezu identische Standesscheiben erhalten, die aus der seriellen Produktion des Glasmalers für die Obrigkeit stammen dürften. Sie zeugen von den künstlerischen und technischen Fähigkeiten Johann Wäbers und gelten als Grundlage weiterer Zuschreibungen an den Meister.
Literatur
Bergmann, U. (2014). Die Freiburger Glasmalerei des 16. bis 18. Jahrhunderts. Bern: Peter Lang. S. 372 – 375.
11 Objekte
Titel

Künstler / Hersteller
Werkstatt / Atelier
Datierung
Art des Objekts
Standort

Wappenscheibe Peter Schröter 1628, erneuert durch seinen Sohn Pankraz 1669

1628 und 1669
Glasmalerei
Musée d'art et d'histoire/Museum für Kunst und Geschichte, Fribourg/Freiburg

Wappenscheibe Margareta Alex 1629, mit eingeflicktem, älterem Wappen Reyff

1629 und früher
Glasmalerei
Musée d'art et d'histoire/Museum für Kunst und Geschichte, Fribourg/Freiburg

Wappenscheibe um 1630 mit Passionswappen, Kreuzigung und Evangelisten

Um 1630
Glasmalerei
Musée d'art et d'histoire/Museum für Kunst und Geschichte, Fribourg/Freiburg

Allegorische Bildscheibe Anton Odet und Katharina Than 1628

1618
Glasmalerei
Musée Gruérien, Bulle

Allegorische Bildscheibe von Montenach-Reynold um 1628: Christus als Quell der Liebe Gottes · Vitrail d’alliance de Montenach et Reinauldt · Vitrail allégorique de Montenach-Reynold

Um 1628
Glasmalerei
Vitrocentre & Vitromusée Romont, Romont

Wappenscheibe Jean Daniel de Blonay und Yolande de Salis um 1625

Um 1625
Glasmalerei
Propriété privée · Privatsammlung · Private property
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