Name

Hermann, Jost

Namensvarianten
Hermann, Jodocus
Lebensdaten
Freiburg i. Ü. 29./30.10.1600 – um 1677
Autor und Datum des Eintrags
Patricia Sulser 2016
Biografische Daten

Jost Hermann wurde am 29. oder 30. Oktober 1600 in Freiburg als drittes von vier Kindern des Glasers Jakob Hermann und der Franziska Welliard geboren. Nach seiner Ausbildung bei einem unbekannten Meister heiratete er Margaretha Krebs, die ihm mindestens sechs Kinder schenkte: Franz (26.9.1626), Anne Marie (28.12.1628), Marie Elisabeth (10.4.1631), Margaretha (9.6.1632), Anton (13.9.1635) und Rudolf (15.11. 1637). Im Sommer 1645 ging Jost Hermann eine zweite Ehe mit Margaretha Roth (Rozu, Rodan) ein. Das Paar brachte nochmals drei Kinder zur Taufe: Beat Jakob (12.1.1648), Maria Katherina (25.11.1650) und Anna Ursula (*13.6.1653). Jost Hermann übte keine politischen Ämter aus. Er hatte grosse Schulden von seinem Vater übernommen und auch der Unterhalt der kinderreichen Familie verlangte dem Glasmaler viel Geld ab. Er suchte daher stets zusätzliche Einnahmen und Aufträge. In der Mitte des 17. Jahrhunderts war Hermann in Freiburg der wichtigste Glasmaler. Die Quellen, aber auch die erhaltenen Werke bezeugen seine beachtliche Tätigkeit. Dennoch verdiente der Meister Zeit seines Lebens zu wenig, um aus seiner Geldnot zu kommen. Wie schon sein Vater Jakob Hermann war er Mitglied der Lukasbruderschaft. Er erkaufte sich im Dezember 1633 zudem auch die Mitgliedschaft der Krämerzunft. Seine Aufträge erhielt er vom Rat ebenso wie von Privatpersonen. Die einzige, vom Glasmaler voll signierte Scheibe der Handwerkermeister zu Schneidern Hans Briner und Hans Ulrich Brunwalder von 1643 ist heute leider verschollen. Jost Hermann wurde vielfach auch mit Glaserarbeiten betraut. Ebenfalls restaurierte er beschädigte Fenster und Scheiben. Seine Söhne Franz und Rudolf ergriffen beide den väterlichen Beruf. Dies macht eine Händescheidung in Josts spätem Schaffen schwierig. (Bergmann, 2014, S. 301–307)

Literatur

Bergmann, U. (2014). Die Freiburger Glasmalerei des 16. bis 18. Jahrhunderts. Bern: Peter Lang. S. 301-307

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